Systemwetten in der Schweiz – Rechenwege, Limits und was die zugelassenen Veranstalter erlauben

Updated Oktober 2026
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Zehn kleine Holzwürfel liegen in zwei ordentlichen Reihen auf einem hellen Tisch.

Stand: Oktober 19, 2026 · geprüft gegen die Spielregeln von Swisslos und Loterie Romande sowie die Aufsicht durch die Gespa.

Eine Systemwette ist eine Reihe sich ähnelnder Kombinationswetten, geschrieben als «X aus Y»; bei «3 aus 5» ergeben sich 10 Wettreihen.

Eine Systemwette ist kein einzelner Tipp, sondern ein Bündel sich ähnelnder Kombinationen, das ein Wettender aus einer Auswahl von Spielen zusammenstellt. Die Schreibweise «3 aus 5» bedeutet: aus fünf Voraussagen werden alle möglichen Dreierkombinationen gebildet. Bei fünf Spielen sind das zehn Wettreihen, jede zu einem festgelegten Einsatz, und der Gesamteinsatz ist das Zehnfache des Reiheneinsatzes. Wer das System versteht, versteht auch, warum der Buchmacher trotzdem an jeder Reihe verdient – und warum das, was in Werbung als «sicherer» Mittelweg zwischen Einzel- und Kombiwette verkauft wird, vor allem eines ist: mehr Wetten auf einem Schein.

In der Schweiz ist die Auswahl besonders klein, und genau das macht den Vergleich übersichtlich. Nur zwei Veranstalter dürfen Sportwetten überhaupt anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, sowie die Loterie Romande mit Jouez Sport für die Westschweiz. Beide haben eigene Höchsteinsätze, eigene Spielregeln und eine unterschiedliche Mechanik für Systeme. Wer in der Schweiz tippt, vergleicht nicht zehn, sondern zwei Anbieter – und wer trotzdem auf einer ausländischen Seite spielt, spielt dort ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Sperrregister und ohne Schweizer Rekurs.

Die Mechanik hinter «X aus Y»

Was die Schreibweise bedeutet

Eine Systemwette wird als «X aus Y» notiert. Y ist die Zahl der Voraussagen, die der Wettende auf dem Schein markiert. X ist die Grösse jeder einzelnen Kombination innerhalb dieses Bündels. Der Veranstalter bildet daraus alle möglichen Kombinationen dieser Grösse – ohne Wiederholung, ohne Reihenfolge. Aus 5 Spielen und der Wahl «3 aus 5» entstehen 10 Dreierreihen, weil 5 über 3 binomial 10 ergibt. Aus 6 Spielen und «2 aus 6» entstehen 15 Zweierreihen, weil 6 über 2 gleich 15 ist. Aus 4 Spielen und «4 aus 4» entsteht schliesslich genau eine Reihe – die einfache Kombiwette.

Ein grauer Wollschal und eine Thermoskanne liegen auf einem Sitz im winterlichen Stadion, Raureif liegt auf den Stufen.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000 und für eine Systemwette CHF 10'000.

Diese Rechnung ist der Grund, warum der Gesamteinsatz auf einem Systemschein schnell das Mehrfache eines einfachen Kombischeins beträgt. Wer bei «3 aus 5» einen Reiheneinsatz von 2 CHF setzt, zahlt 20 CHF – nicht für eine Wette, sondern für zehn. Der Vorteil dieser Konstruktion liegt anderswo: Ein Teil der Tipps darf falsch sein, und der Schein zahlt trotzdem etwas aus.

Wie viele Reihen ein System erzeugt

Die Zahl der Wettreihen wächst mit Y und fällt mit kleiner werdendem X. Wer viel Auswahl trifft und kleine Kombinationen bildet, hat viele Reihen. Wer wenig Auswahl trifft und grosse Kombinationen bildet, hat wenige. Für ein gegebenes X und Y gilt die Formel Y geteilt durch (X · (Y − X)) – vereinfacht gesagt: der Binomialkoeffizient Y über X. Die gängigsten Werte im Überblick:

System Reihen
2 aus 3 3
2 aus 4 6
2 aus 5 10
3 aus 4 4
3 aus 5 10
3 aus 6 20
4 aus 5 5
4 aus 6 15

Bei «2 aus 5» zahlt der Wettende bereits das Zehnfache eines einzelnen Kombischeins und nimmt dafür in Kauf, dass er nicht alle fünf Spiele korrekt tippen muss. Bei «3 aus 5» steigt die Reihenzahl ebenfalls auf 10, aber die Anspruchshöhe pro Reihe ist grösser – entsprechend höher liegt die Auszahlung, wenn drei oder mehr Tipps aufgehen.

Wie sich Gewinn und Verlust zusammensetzen

Jede Reihe wird unabhängig ausgewertet. Eine Reihe gewinnt, wenn alle ihre Voraussagen richtig sind, und zahlt dann Einsatz mal Gesamtquote dieser Reihe. Reihen, die mindestens einen falschen Tipp enthalten, sind verloren. Der Gesamtertrag der Systemwette liegt über dem Einsatz, sobald die Summe der gewonnenen Reihen den Gesamteinsatz übersteigt – eine Garantie für einen Gewinn besteht jedoch nicht, da jede Einzelwette verloren gehen kann. Bei «3 aus 5» heisst das: Wer alle fünf Tipps richtig hat, gewinnt alle zehn Reihen. Wer vier Tipps richtig hat, gewinnt die fünf Reihen, die den falschen Tipp nicht enthalten. Wer drei Tipps richtig hat, gewinnt eine Reihe – diejenige, die genau diese drei richtigen Tipps enthält. Bei zwei oder weniger richtigen Tipps ist das System verloren, weil keine einzige Dreierreihe vollständig korrekt getippt wurde.

Diese Stufung ist der eigentliche Reiz, aber auch die eigentliche Falle. Die Wahrscheinlichkeit, dass aus fünf Tipps mindestens drei korrekt sind, ist höher als die, dass alle fünf korrekt sind – aber sie ist nicht hoch, wenn die einzelnen Quoten für 1.50, 2.00 und 2.50 stehen, wie sie in Wettprogrammen häufig vorkommen. Die Auszahlungsquote, also der Anteil der Einsätze, den ein Markt im Durchschnitt an die Wettenden zurückgibt, liegt bei vielen 1X2-Märkten unter 95 % – und das bedeutet, dass auf lange Sicht jeder Reihen-Einsatz einen kleinen Teil an den Veranstalter verliert, egal ob die Reihe gewinnt oder nicht.

Was eine Bankwette ändert

Eine Bankwette ist eine Voraussage, die auf jedem Schein als fix richtig behandelt wird. In Systemen mit fünf oder sechs Voraussagen wird sie aus der Kombinationsrechnung herausgenommen, und die Reihenzahl sinkt entsprechend. Aus «3 aus 5» mit einer Bank wird «2 aus 4» mit Bank – 6 Reihen statt 10, und der Einsatz vervielfacht sich nicht mehr so stark. Der Vorteil: Die Trefferquote steigt, weil das «sichere» Spiel nicht mehr falsch sein kann. Der Nachteil: Es bleibt eine Wette, und der Veranstalter hat die Quote dieser Bank in den meisten Fällen so knapp kalkuliert, dass die Bank allein noch keinen Gewinn trägt.

Was passiert, wenn ein Ereignis aus dem System abgesagt wird? Bei Sporttip wird das Ereignis mit Quote 1.00 gewertet, wenn es nicht innerhalb von 48 Stunden nachgeholt wird. Die Reihen, die dieses Ereignis enthalten, fallen in ihrer Quote entsprechend, und das System wird mit den verbliebenen Voraussagen ausgewertet. Bei abgesagten Spielen heisst das: Der Schein wird nicht storniert, sondern reduziert – was gut sein kann, wenn der abgesagte Tipp der schwächste war, und schlecht, wenn er der einzige Ausreiisser in einem ansonsten korrekten System war.

Wettmärkte und Quote: Was eine Systemwette tatsächlich kostet

Die Quote und der Auszahlungsschlüssel

Die Quote einer Reihe ist das Produkt der Einzelquoten ihrer Voraussagen. Eine Reihe aus drei Spielen mit den Quoten 1.50, 2.00 und 2.50 hat die Gesamtquote 7.50. Bei einem Reiheneinsatz von 1 CHF zahlt eine gewonnene Reihe also 7.50 CHF brutto – davon 1 CHF Einsatz zurück, 6.50 CHF Nettogewinn. Multipliziert mit der Zahl der Reihen, die in einem System gewinnen, ergibt das die Auszahlung des Scheins.

Diese Quote ist nicht das, was der Wettende «behält». Jeder Markt hat einen Auszahlungsschlüssel, der angibt, welcher Anteil der Einsätze im Durchschnitt an die Wettenden zurückfliesst. Bei Fussball-1X2-Märkten in europäischen Top-Ligen liegt dieser Schlüssel oft zwischen 94 % und 97 %, bei kleineren Ligen und bei Spezialwetten tiefer. 5 % Margin klingt wenig, hebt aber auf lange Sicht jeden Einsatz um genau diesen Anteil – auch und gerade in Systemen mit vielen Reihen.

Das ist der Punkt, an dem die Werbung ihre grösste Lücke hat. Eine Systemwette «spreizt das Risiko», heisst es. Sie erlaubt es, «mit weniger Risiko zu gewinnen». Was sie nicht tut: Sie nimmt dem Veranstalter seine Marge. Wer ein System mit zehn Reihen spielt, bezahlt den Auszahlungsschlüssel zehnmal – und nicht einmal.

Wann eine Systemwette sich rechnet – und wann nicht

Eine Systemwette rechnet sich relativ zum einfachen Tipp immer dann, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Reihen aufgehen, den Verlust durch die zusätzlichen Reihen übersteigt. Bei kleinen Systemen («2 aus 3», «2 aus 4») ist dieser Vergleich oft günstig, weil die Reihenzahl klein bleibt. Bei «3 aus 5» und grösser kippt die Rechnung, sobald die Auszahlungsquoten der einzelnen Märkte unter 95 % liegen.

Konkreter Fall: Wer drei Voraussagen mit den Quoten 1.50, 2.00 und 2.50 als einfache Kombiwette spielt, setzt 1 CHF und gewinnt bei korrektem Ausgang 7.50 CHF. Die gleiche Auswahl als «2 aus 3» ergibt 3 Reihen zu je 1 CHF, also 3 CHF Einsatz. Gewinnen alle drei, zahlt der Schein 1 × 1.50 × 2.00 + 1 × 1.50 × 2.50 + 1 × 2.00 × 2.50 = 3.00 + 3.75 + 5.00 = 11.75 CHF brutto. Das ist mehr als die einfache Kombi, aber nur, wenn alle drei Voraussagen korrekt sind. Verloren ist bereits, wenn zwei von drei falsch sind – das System zahlt dann nur die Reihe aus den beiden richtigen Tipps, was den Gesamteinsatz nicht deckt.

Das ist die Mechanik, die in der Werbung als «Sicherheitsnetz» verkauft wird: Bei «2 aus 3» reicht es, zwei der drei Tipps richtig zu haben, um überhaupt etwas ausbezahlt zu bekommen. Aber diese eine richtige Reihe trägt selten den Einsatz aller drei – das tut sie nur, wenn die Quoten hoch genug sind, um die fehlende dritte Reihe zu kompensieren.

Kombiboost und Quotenerhöhung bei Sporttip

Sporttip bietet online einen Kombiboost auf den Nettogewinn, der ab vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 greift. Bei vier Voraussagen beträgt der Bonus 5 %, bei sieben 20 %, bei zehn 40 % und bei fünfzehn 100 % auf den Nettogewinn. Der Boost gilt für Prematch, Live und Systemwetten gleichermassen, ist aber in Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert. Der Nettogewinn ist der Bruttogewinn minus Einsatz, und genau auf diesen Betrag wird der Bonus aufgeschlagen.

Ein Rechenbeispiel: Eine Systemwette «3 aus 5» mit sieben richtigen Tipps gibt es nicht – aber ein Prematch-Schein mit sieben Einzelvoraussagen à 1.50, der vollständig korrekt ist, hätte bei einem Einsatz von 10 CHF einen Nettogewinn von 10 × (1.50^7 − 1) = 10 × (17.09 − 1) = 10 × 16.09 = 160.90 CHF. Mit 20 % Kombiboost steigt der Nettogewinn auf 193.08 CHF, der Bruttogewinn auf 203.08 CHF. Das ist eine spürbare Erhöhung, aber sie ändert nichts daran, dass der Markt, in dem die Voraussagen liegen, weiterhin seine Marge nimmt. Der Boost ist eine Geste auf den Gewinn, keine Korrektur des Auszahlungsschlüssels.

Daneben gibt es Quotenboosts auf Prematch-Einzelwetten und Profitboosts auf definierte Sportereignisse – beide sind pro Wettenden einmal nutzbar, in Einsatz und Höhe limitiert, und verfallen bei einem Cash-Out. Der Cash-Out selbst ist bei Sporttip nur online und nur als vollständige Auszahlung verfügbar, nicht als Teilauszahlung. Der Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn bei Endauswertung, hängt vom Spielstand ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden.

Livewetten und was im Spiel passiert

Bei Sporttip-Livewetten zählt eine Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird, zählt mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für Systemwetten heisst das: Wenn ein Spiel bei «3 aus 5» schon entschieden ist, lässt sich die zugehörige Voraussage nicht mehr mit der ursprünglichen Quote absichern. Das System wertet die Reihe mit reduzierter Quote aus, was den Gewinn entsprechend schmälert.

Cash-Out ist eine Möglichkeit, eine laufende Wette vorzeitig zu beenden, und sie steht bei Sporttip auch für Systeme zur Verfügung – aber nur als voller Auszahlungsbetrag, nicht als Teilverkauf. Wer ein System spielt und eine Teilauszahlung auf die «sicheren» Reihen haben möchte, kann das bei Sporttip nicht tun.

Die zwei zugelassenen Veranstalter im Vergleich

In der Schweiz ist der Markt für Sportwetten seit dem Inkrafttreten des Geldspielgesetzes am 1. Januar 2019 auf zwei Veranstalter begrenzt. Beide verfügen über eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem BGS, beide werden von der Gespa beaufsichtigt, und beide bedienen – ohne Überschneidung – ihre jeweiligen Kantone. Wer in der Deutschschweiz wohnt, spielt bei Swisslos. Wer in der Romandie wohnt, spielt bei Loterie Romande. Wer in einem anderen Kanton wohnt – etwa im Wallis, das zur Westschweiz gehört, oder im Tessin, das zur Deutschschweiz gehört – folgt der entsprechenden Zuordnung.

Veranstalter Schweizer Bewilligung Veranstalter / Bewilligungs­grundlage Gebiet
Swisslos (Produkt Sporttip) Ja (Veranstalter- und Spielbewilligung, BGS SR 935.51, Aufsicht Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; IKV 2020 AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, TI sowie Liechtenstein
Loterie Romande (Produkt Jouez Sport) Ja (Veranstalter- und Spielbewilligung, BGS SR 935.51, Aufsicht Gespa) Société de la Loterie de la Suisse Romande, Sitz Lausanne FR, GE, JU, NE, VD, VS
20Bet, ZotaBet, X3Bet, Funbet, Bruce Bet, HornetBet, BetAlright, BillyBets Keine Schweizer Bewilligung – –

Was die Tabelle nicht zeigt: Die zugelassenen Veranstalter haben unterschiedliche Limits, unterschiedliche Spielregeln und unterschiedliche Systemwetten-Mechaniken. Wer die Wahl hat – also wer entweder in der Deutschschweiz oder in der Romandie wohnt, nicht in beiden – hat keine Wahl zwischen Sporttip und Jouez Sport. Wer in einem Grenzkanton wohnt oder aus beruflichen Gründen in beiden Landesteilen lebt, kann theoretisch bei beiden ein Konto führen, sofern die Aufenthaltsanforderungen erfüllt sind.

Swisslos Sporttip

Swisslos betreibt das Produkt Sporttip, und die Spielregeln Version 4.2 gelten für alle Kantone im Swisslos-Vertragsgebiet. Die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) bildet die Grundlage; die Aufsicht liegt bei der Gespa in Bern. Für Systemwetten gelten drei Werte, die der Wettende kennen muss: Mindesteinsatz 1 CHF pro Reihe, Höchsteinsatz 1’000 CHF pro Einzel- oder Kombinationswette und 10’000 CHF pro Systemwette. Eine Wette, die über dem Höchsteinsatz liegt, wird nicht angenommen – und Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern.

Wer Sporttip online nutzt, muss mindestens 18 Jahre alt sein, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet haben, darf nicht im Spielsperrregister eingetragen sein und darf sich nur einmal registrieren. Die Identität wird über einen hochgeladenen Ausweis geprüft, und die Daten werden gegen Adressdatenbanken abgeglichen. Vor der ersten Teilnahme setzt der Wettende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage – die Obergrenze liegt bei 9’999 CHF, bei unter 21-Jährigen bei 1’000 CHF. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30-Tage-Perioden möglich.

Für das System spielen diese Limiten eine doppelte Rolle. Einerseits setzen sie den Rahmen, in dem eine Systemwette überhaupt platziert werden kann – ein «3 aus 5» zu 2 CHF pro Reihe liegt mit 20 CHF Gesamteinsatz in der Regel unter der Tageslimite, kann aber bei höherem Reiheneinsatz oder bei grossen Systemen («4 aus 6», «4 aus 7») die wöchentliche Limite erreichen. Andererseits machen sie sichtbar, dass die Höchsteinsätze pro Wette und pro Tag zwei verschiedene Grössen sind: Wer 10’000 CHF auf eine einzelne Systemwette setzen will, ist innerhalb der Systemwette-Limite, kann aber pro Tag nicht beliebig viele solcher Systeme übereinander stapeln, wenn die Verlustlimite dem entgegensteht.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone, und die Spielregeln (17e édition, septembre 2024) regeln den Ablauf. Die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne; das Unternehmen unterhält 2’350 Verkaufsstellen in der Romandie und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Online liegt der Mindesteinsatz bei 2 CHF (in Verkaufsstellen 3 CHF, für Multiples 2 CHF), der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette bei 500 CHF und der maximale Einsatz für ein Multiple – ein Wettschein, der mehrere Voraussagen kombiniert – bei 7’500 CHF insgesamt.

Ein wichtiger Unterschied zu Sporttip: Bei Jouez Sport ist die Maximalquote pro Einzelwette und pro Gesamtquote einer Kombiwette auf 100’000 begrenzt. Die Mindestquote pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei 1.10. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt 300’000 CHF, und für alle Gewinne eines Multiples zusammen liegt die Obergrenze bei 1’000’000 CHF. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen – das ist die Spielmechanik von Jouez Sport, die sich von der deutschen Multiples-Logik in Nuancen unterscheidet, in der Sache aber dieselbe Funktion erfüllt: Mehrere Tipps auf einem Schein, gemeinsam ausgewertet, mit Gesamtquote und kombinierter Auszahlung.

Für die Frage, wie Systemwetten bei Jouez Sport funktionieren, gilt: Das Produkt «Jouez Sport» arbeitet mit der frankophonen Wetttradition, und die Regeln sind in der 17. Edition festgehalten. Wer dort spielt, vergleicht Limits und Maximalgewinne – nicht die Grundmechanik «X aus Y», die in der Westschweiz ebenso gilt wie in der Deutschschweiz.

Was die Rechtslage für den Wettenden bedeutet

BGS, Gespa und die geschlossene Veranstalterliste

Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) regelt seit dem 1. Januar 2019 den Schweizer Glücksspielmarkt. Online-Sportwetten gelten als Grossspiel und brauchen eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung (Art. 21-25 BGS). Eine Bewilligung «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS) – eine ausländische Lizenz aus Malta, Curaçao, Deutschland oder einem anderen Land hat hier keine Wirkung. Die Aufsicht über die zugelassenen Veranstalter liegt bei der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) in Bern, nicht bei der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt.

Streifen von Sonnenlicht fallen durch eine Jalousie auf einen Schreibtisch mit Stiften.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten bewusst auf zwei begrenzt. Swisslos und Loterie Romande sind die einzigen Namen, die auf der Gespa-Liste stehen, und ein Antrag auf eine dritte Bewilligung ist im System nicht vorgesehen. Wer in der Schweiz legal Sportwetten anbieten will, kann das nicht – das Gesetz sieht diese Möglichkeit schlicht nicht vor. Die Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen ist ebenfalls geschlossen: Die Gespa-Liste (Version 10.09.2026, Art. 25 BGS, Art. 29 VGS) führt abschliessend auf, was angeboten werden darf. Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind nicht erlaubt, ebenso wenig Eckball- oder Kartenmärkte, und ein Esports-Bereich fehlt in der Liste vollständig.

Wer mitmachen darf – und wer nicht

Sportwetten sind in der Schweiz Personen ab 18 Jahren vorbehalten (Art. 72 BGS). Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten – die entsprechende Klausel steht in den Sporttip-Spielregeln und gilt sinngemäss auch für Jouez Sport. Minderjährige sind von der Online-Teilnahme ausgeschlossen, und wer ausgeschlossen ist, hat weder Anspruch auf Einsatz noch auf Gewinn (Art. 45 BGS).

Vor der ersten Teilnahme verlangt der Veranstalter die Festlegung eigener Verlustlimiten für Tag, Woche und Monat (Art. 87 VGS). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 24 Stunden – statutärisch. Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an, was strenger ist als das Gesetz. Die Obergrenze bei Swisslos liegt bei 9’999 CHF pro Periode; bei Minderjährigen – die ohnehin nicht teilnehmen dürften – ist sie in den Bedingungen mit 1’000 CHF notiert, was die regulatorische Strenge unterstreicht, auch wenn die Praxisgruppe dadurch nicht betroffen ist.

Die Spielsperre (Art. 80-82 BGS) erlaubt den freiwilligen Ausschluss auf 1 bis 180 Tage. Eine Senkung ist nicht möglich, eine vorzeitige Aufhebung nur nach Ablauf. Eine unbefristete Sperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, Online-Casinos und Liechtenstein. Die Aufhebung einer freiwilligen Sperre ist frühestens nach drei Monaten möglich (Art. 84 VGS) und muss mit einer Fachstelle erfolgen (Art. 81 BGS). Der Veranstalter kann zusätzlich eine Selbstausschluss-Frist von bis zu sechs Monaten anbieten (Art. 89 VGS).

Werbung, Boni und das, was nicht auf den Schein gehört

Werbung für Glücksspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für nicht in der Schweiz bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu 500’000 CHF bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS) – im Jahr 2025 hat die Aufsicht 24 solcher Bewilligungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Ein Werbeverbot zu bestimmten Tageszeiten besteht nicht.

Auf der Seite der Wettenden bedeutet das: Es gibt keine Promo-Codes, die ein Leser dieser Seite einsetzen könnte, und es wird auch keine geben. Was es gibt, sind die in den Spielregeln festgehaltenen Angebote der beiden Veranstalter – den Sporttip-Kombiboost, Quotenboosts auf Einzelwetten, Profitboosts auf definierte Ereignisse, und Gratisspielguthaben aus bewilligten Promotionen, das nicht auszahlbar ist. Diese Angebote stehen in den Spielregeln, weil sie dort stehen müssen, und sie gelten unter den Bedingungen, die dort formuliert sind.

Steuern auf Gewinne

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen – die ESTV nennt ausdrücklich Sportwetten – sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der bundesrechtliche Freibetrag liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 1’071’000 CHF (2025: 1’070’400 CHF). Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich; wer Gewinne versteuern muss, fragt die kantonale Steuerverwaltung oder einen Steuerberater. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die der Wettende über die Steuererklärung zurückholen kann.

Wer von einem ausländischen Anbieter spielt, fällt nicht unter die Verrechnungssteuer – das Schweizer Recht kann auf ausländische Anbieter nicht zugreifen. Im Kanton Thurgau jedoch werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen vollständig als Einkommen besteuert, unabhängig von der Höhe. In allen anderen Kantonen richtet sich die Besteuerung nach der kantonalen Praxis, und die ist nicht einheitlich.

Eine Wettsteuer auf den Einsatz existiert in der Schweiz nicht. Der Buchmacher behält seine Marge über den Auszahlungsschlüssel; der Wettende zahlt keine separate Abgabe auf seinen Tipp. Was er am Ende versteuert, hängt vom Gewinn ab – nicht vom Einsatz.

Offshore-Anbieter und die Sperrliste

Eine ausländische Lizenz – gleich aus welchem Land – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das Anbieten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat: bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu 5 Jahre (Art. 130 BGS). Der Wettende selbst wird nicht bestraft – das Bundesamt für Justiz stellt klar, dass die Strafnorm den Anbieter trifft, nicht den Spieler. Aber: Einsatz und Gewinn können im Strafverfahren gegen den Anbieter beschlagnahmt werden, und es gibt keine Schweizer Anlaufstelle, die bei Streit mit einem Offshore-Anbieter hilft.

Die Gespa führt eine Sperrliste (Art. 86-93 BGS) mit ausländischen Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS-Sperre blockieren. Die erste Liste erschien am 3. September 2019; Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Anbieter tauchen unter neuen Domains wieder auf – das Phänomen heisst im Gespa-Jargon «Domain-Hopping» – und werden innerhalb von Stunden nachgetragen. Die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home explizit als gesperrte Anbieter und bet365 als auf der Liste.

Wer auf einer Seite ohne Schweizer Bewilligung spielt, spielt ohne Schutz durch das Spielsperrregister, ohne Schweizer Rekurs und ohne die Sicherheit, dass der Anbieter die Gespa-Liste der erlaubten Wetten einhält. Was er bekommt, sind oft höhere Limits, andere Wettmärkte und ein anderes Bonusregime – was er dafür zahlt, ist die fehlende Aufsicht.

Spielerschutz und Budget

Verlustlimiten und ihre Mechanik

Die Verlustlimite ist das wichtigste Instrument, das der Wettende selbst in der Hand hat. Sie wird nicht vom Staat gesetzt, sondern vom Veranstalter verlangt (Art. 87 VGS), und ihre Werte werden vor der ersten Teilnahme festgelegt. Wer bei Sporttip eine Tageslimite von 100 CHF setzt, kann an einem Tag nicht mehr als 100 CHF verlieren – gleichgültig, wie viele Wetten er platziert und wie hoch die Einzelwetten sind. Das System sperrt die nächste Wette, sobald die Limite erreicht ist.

Die Differenz zwischen «Gewinn» und «Verlust» ist dabei entscheidend. Eine Wette zu 10 CHF mit Quote 2.00, die gewinnt, erhöht den Kontostand um 10 CHF – das ist kein Verlust, sondern ein Gewinn. Eine Wette zu 10 CHF, die verliert, reduziert den Verlust-Tageszähler um 10 CHF. Wer den Tag mit 50 CHF Verlust und 30 CHF Gewinn beendet, hat per Saldo 20 CHF verloren – was in die Tageslimite eingerechnet wird.

Für Systemwetten ist diese Mechanik besonders relevant, weil der Verlust eines Systems vollständig gegen die Tageslimite zählt. Ein «3 aus 5» zu 20 CHF Gesamteinsatz, das vollständig verliert, kostet 20 CHF Tageslimite – gleich viel wie vier einzelne 5-CHF-Kombiwetten, die alle verlieren. Der psychologische Effekt ist unterschiedlich, der finanzielle derselbe.

Spielsperre und was sie auslöst

Wer sich selbst sperren lässt, kann für 1 bis 180 Tage nicht mehr teilnehmen – weder online noch in den Verkaufsstellen. Eine vorzeitige Aufhebung ist nicht möglich, und die Sperre gilt veranstalterübergreifend: Wer bei Swisslos gesperrt ist, kann auch nicht bei Loterie Romande spielen, und umgekehrt. Eine unbefristete Sperre wird zentral registriert und gilt auch für Casinos – physische wie Online-Casinos – sowie für Liechtenstein.

Die Aufhebung einer Sperre ist frühestens nach drei Monaten möglich und muss mit einer anerkannten Fachstelle erfolgen. Das Procedere verlangt ein persönliches Gespräch und eine schriftliche Bestätigung, dass die Sperre aufgehoben werden kann. Wer sich also in einer akuten Phase sperren lässt, kommt nicht ohne weiteres zurück.

Einzahlungs- und Auszahlungsmechanik

Das Swisslos-Spielguthaben wird per Online-Zahlung oder Einzahlungsschein aufgeladen, mit einem Mindestbetrag von 20 CHF und einer Obergrenze von 10’000 CHF pro 30-Tage-Periode. Das Wallet-Guthaben darf 9’999 CHF nicht übersteigen – eine zweite Aufladung ist nur möglich, solange diese Grenze nicht überschritten wird. Swisslos akzeptiert PostFinance Pay als Zahlungsart; die Transaktion wird in der PostFinance App bestätigt.

Die Auszahlung von Spielguthaben auf ein Bank- oder Postkonto im eigenen Namen ist zweimal pro Jahr gratis, ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen. Die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist von der Auszahlung ausgeschlossen. Bei Loterie Romande gelten ähnliche Regeln, die in deren Spielregeln festgehalten sind. Was in beiden Fällen nicht existiert, sind anonyme Auszahlungen oder Auszahlungen in Kryptowährungen – das BGS verbietet das ausdrücklich (Art. 50 Abs. 2 VGS).

Strategie und Erwartungshorizont

Warum eine Strategie die Marge nicht aufhebt

Es gibt Wettstrategien, die für sich genommen sinnvoll sind: nur Wetten auf Märkte mit hohem Auszahlungsschlüssel, nur Wetten auf Value-Situationen, in denen die eigene Wahrscheinlichkeitseinschätzung über der impliziten Quote liegt, und nur Wetten in Disziplinen, in denen man sich auskennt. Diese Strategien verbessern die langfristige Bilanz gegenüber dem unkontrollierten Tippen. Sie heben die Marge des Veranstalters nicht auf.

Die Marge ist in jeder Quote eingepreist. Ein Buchmacher, der einen 1X2-Markt mit 1.80 / 3.40 / 4.50 anbietet, hat einen Auszahlungsschlüssel von etwa 94 % – 6 % Marge. Diese 6 % zahlt der Wettende bei jedem Tipp, gleichgültig, ob er gewinnt oder verliert. Eine Strategie, die den Auszahlungsschlüssel um 1 % verschiebt, spart dem Wettenden auf Dauer Geld, hebt aber den Veranstaltervorteil nicht auf.

Bankwetten als strategisches Element

Eine Bankwette ist dann sinnvoll, wenn der Wettende ein Spiel mit hoher Sicherheit identifiziert hat und seine Systemwette um dieses Spiel herum aufbauen will. Aus «3 aus 5» mit Bank wird «2 aus 4» mit Bank – 6 Reihen statt 10, der Einsatz sinkt von 10 auf 6 (bei 1 CHF pro Reihe), und die Trefferquote steigt. Das ist eine legitime Spielmechanik, und sie funktioniert, solange die Bank tatsächlich die Quote 1.01 hält. In den meisten Fällen liegt die Quote einer Bank zwischen 1.20 und 1.50, was bedeutet, dass die «Sicherheit» relativ ist.

Wer eine Bankwette platziert, akzeptiert eine niedrigere Quote auf den vermeintlich sicheren Tipp. Das ist der Preis dafür, dass die Bank in jeder Reihe des Systems als fix richtig gewertet wird. Wer den Trade-off nicht macht, lässt die Bank aus dem System und spielt stattdessen alle Voraussagen frei – mit dem Risiko, dass eine falsche Voraussage das ganze System kippt.

Wann Systemwetten, wann Einzelwetten, wann Kombiwetten

Die Wahl zwischen Einzelwette, Kombiwette und Systemwette hängt von drei Faktoren ab: dem Vertrauen in die einzelnen Voraussagen, der gewünschten Risikostreuung und der verfügbaren Verlustlimite. Wer sehr sicher ist, dass alle Tipps aufgehen, spielt die Kombiwette – sie hat den höchsten Gewinn pro eingesetztem Franken. Wer weniger sicher ist, aber einzelne Tipps für wahrscheinlich hält, spielt das System – es streut das Risiko auf mehrere Reihen. Wer unsicher ist und nur eine Meinung pro Spiel hat, spielt Einzelwetten – sie haben die höchste Trefferquote, aber den niedrigsten Gewinn pro Tipp.

Für die meisten Wettenden mit einem Monatsbudget im niedrigen dreistelligen Bereich ist die Kombiwette die schlechteste Wahl, weil sie alles auf eine Reihe setzt. Das System verlangt mehr Einsatz für weniger Gesamtchance, aber es federt einen Teil des Risikos ab. Die Einzelwette ist ehrlich, aber langweilig – und sie ist die einzige Form, in der der Wettende langfristig gegen die Marge arbeiten kann, wenn er tatsächlich einen Markt identifiziert, in dem der Auszahlungsschlüssel überdurchschnittlich ist.

Was Werbung verschweigt

Werbung für Systemwetten spricht von «Sicherheit», «Risikostreuung» und «mehr Gewinnchancen». Was sie nicht sagt: Eine Systemwette erhöht die Reihenzahl, vervielfacht den Einsatz und behält die Marge des Veranstalters in jeder Reihe. Sie ist ein mathematisches Konstrukt, kein Vorteil gegenüber dem Veranstalter.

Werbung für «boosted odds» spricht von «verbesserten Quoten» und «mehr Gewinn». Was sie nicht sagt: Der Boost gilt nur für bestimmte Wetten, ist pro Wettenden einmal nutzbar, ist in Einsatz und Gewinn limitiert, und verfällt bei Cash-Out. Ein Boost von 20 % auf eine Wette zu Quote 2.00 macht daraus eine Wette zu Quote 2.40 – was immer noch unter dem liegt, was der Markt in einer value-Situation hergeben würde, wenn der Wettende die ursprüngliche Quote 2.00 nicht als value erkannt hätte.

Werbung für «Gratiswetten» spricht von «kostenlosem Tipp» und «Risiko null». Was sie nicht sagt: Bei einer Gratiswette wird der Einsatz in der Regel nicht zurückgezahlt – ein Gewinn ist Netto-Gewinn, der Bruttobetrag steht nicht zur Verfügung. Bei Sporttip sind Gratisspielguthaben aus Promotionen zudem nicht auszahlbar; sie müssen auf dem Wallet bleiben und können für weitere Wetten verwendet werden.

Die Buchmacher im Überblick

Die folgende Übersicht führt die verfügbaren Anbieter auf – die zwei zugelassenen Schweizer Veranstalter zuerst, gefolgt von acht ausländischen Anbietern ohne Schweizer Bewilligung. Wer in der Schweiz spielt, hat zwei Optionen, und wer über die Grenze schaut, schaut auf Anbieter, die hier nicht zugelassen sind.

Swisslos Sporttip — Die Buchmacher im Überblick

Swisslos ist einer der beiden zugelassenen Veranstalter, und Sporttip ist das einzige in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein verfügbare Produkt für Sportwetten. Die Spielregeln Version 4.2 regeln Mindest- und Höchsteinsätze, die Pflicht zur Verlustlimite und die Mechanik von Einzel-, Kombi- und Systemwetten gleichermassen. Der Höchsteinsatz für eine Systemwette liegt mit 10’000 CHF zehnmal über dem einer Einzel- oder Kombinationswette – was zeigt, dass der Veranstalter Systeme als eigene Wettform anerkennt und ihnen mehr finanziellen Spielraum zugesteht.

Wer Sporttip nutzt, bekommt ein vollständig reguliertes Angebot mit Gespa-Aufsicht, Schweizer Spielsperrregister und Schweizer Rekurs im Streitfall. Die Auszahlungsquoten liegen im westeuropäischen Durchschnitt, das Wettprogramm umfasst die gängigen Sportarten und die wichtigsten europäischen Ligen, und Livewetten sind verfügbar. Der Cash-Out ist nur als volle Auszahlung nutzbar, nicht als Teilauszahlung. Das Sporttip-Produkt ist das, was Schweizer Wettende als Standard akzeptieren müssen – nicht, weil es das beste Angebot weltweit ist, sondern weil es das einzige ist, das hier legal ist.

Loterie Romande Jouez Sport — Die Buchmacher im Überblick

Jouez Sport bedient die Westschweiz, und die Spielregeln (17e édition, septembre 2024) regeln das Angebot. Im Vergleich zu Sporttip sind die Maximalgewinne höher (300’000 CHF pro Einzel- oder Kombiwette, 1’000’000 CHF pro Multiple-Gesamtgewinn), aber die Höchsteinsätze niedriger (500 CHF pro Einzel- oder Kombiwette, 7’500 CHF pro Multiple-Gesamt). Das Multiple-Format umfasst 2 bis 10 Voraussagen, mit Mindestquote 1.10 und Maximalquote 100’000 pro Wette. Für die frankophone Wettkultur ist Jouez Sport der Standard, und wer in Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt oder Wallis wohnt, hat keine andere zugelassene Option.

Jouez Sport hat eine andere Tradition als Sporttip – nicht besser oder schlechter, aber mit eigener Mechanik. Wer die Wahl hat, vergleicht nicht «Jouez Sport gegen Sporttip», weil die Adresse durch den Wohnkanton vorgegeben ist. Wer zwischen den Sprachregionen wechselt, kann theoretisch bei beiden ein Konto führen, sofern die Aufenthaltsanforderungen erfüllt sind.

20Bet

20Bet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Es liegt keine überprüfbare Lizenz eines anerkannten Rechtsraums vor, jedenfalls keine, die in der Schweiz Wirkung entfaltet. Wer dort spielt, spielt ohne Gespa-Aufsicht, ohne Schweizer Spielsperrregister und ohne Schweizer Rekurs im Streitfall. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen und ist dann in der Schweiz per DNS-Sperre blockiert.

ZotaBet

ZotaBet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, der ebenfalls über keine für die Schweiz relevante Lizenz verfügt.

X3Bet

X3Bet wird in Drittquellen mit einer Lizenz aus Tobique (Kanada) in Verbindung gebracht. Tobique ist eine kanadische Lizenz, die in der Schweiz keine Wirkung entfaltet (Art. 4 BGS) und auf der Gespa-Sperrliste landen kann. Wer dort spielt, hat keinen Schweizer Schutz – unabhängig davon, was die kanadische Lizenz in Kanada bedeutet.

Funbet

Funbet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, mit derselben Einordnung wie die übrigen Offshore-Brands in dieser Liste. Keine überprüfbare Lizenz, kein Schweizer Schutz.

Bruce Bet

Bruce Bet agiert als ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung.

HornetBet

HornetBet zählt ebenfalls zu den ausländischen Anbietern ohne Schweizer Bewilligung.

BetAlright

BetAlright ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Keine überprüfbare Lizenz, kein Schweizer Schutz, keine Schweizer Aufsicht.

BillyBets

BillyBets ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Keine überprüfbare Lizenz, kein Schweizer Schutz, keine Schweizer Aufsicht.

Wie sich eine konkrete Systemwette rechnet

Eine Systemwette «2 aus 3» mit den Quoten 1.50, 2.00 und 2.50 und einem Reiheneinsatz von 1 CHF ergibt 3 Wettreihen zu je 1 CHF, also 3 CHF Gesamteinsatz. Die drei Reihen haben folgende Gesamtquoten:

Gewinnt der Wettende alle drei Voraussagen, zahlt der Schein 3.00 + 3.75 + 5.00 = 11.75 CHF brutto. Davon sind 3 CHF Einsatz, der Nettogewinn ist 8.75 CHF. Gewinnt er zwei Voraussagen – sagen wir A und C – zahlt der Schein nur die Reihe A mit 3.00 CHF und die Reihe C mit 5.00 CHF, zusammen 8.00 CHF brutto. Davon sind 3 CHF Einsatz, der Nettogewinn ist 5.00 CHF. Gewinnt er nur eine Voraussage, ist der Schein verloren, weil keine Zweierreihe vollständig korrekt ist.

Eine Systemwette «3 aus 5» mit denselben drei Quoten plus zwei weiteren à 1.80 und 2.20 und einem Reiheneinsatz von 1 CHF ergibt 10 Wettreihen zu je 1 CHF, also 10 CHF Gesamteinsatz. Die Reihen haben unterschiedliche Gesamtquoten, weil sie aus jeweils drei der fünf Einzelquoten bestehen. Gewinnt der Wettende alle fünf Voraussagen, gewinnen alle 10 Reihen, und die Auszahlung ist die Summe der 10 Reihenprodukte. Gewinnt er vier Voraussagen, gewinnen die 5 Reihen, die den falschen Tipp nicht enthalten – die Auszahlung ist entsprechend kleiner. Gewinnt er drei Voraussagen, gewinnt genau die Reihe, die diese drei korrekten Tipps enthält. Bei zwei oder weniger richtigen Tipps ist das System verloren.

Der entscheidende Punkt: Die Auszahlung ist nie garantiert. Sie hängt davon ab, welche Tipps korrekt sind und welche nicht. Ein System, bei dem die «wichtigen» Tipps – die mit hohen Quoten – falsch sind und die «sicheren» Tipps – die mit niedrigen Quoten – korrekt, kann weniger auszahlen als ein einfacher Tipp auf die «wichtigen» Spiele. Das ist der Trade-off der Systemwette: mehr Sicherheit durch Streuung, aber weniger Kontrolle über die Auszahlungshöhe.

Häufige Fragen zu Systemwetten in der Schweiz

Was ist eine Systemwette genau, und worin unterscheidet sie sich von einer Kombiwette?

Eine Systemwette ist ein Bündel sich ähnelnder Kombinationen, geschrieben als «X aus Y», wobei Y die Zahl der Voraussagen ist und X die Grösse jeder Kombination. Bei «3 aus 5» entstehen 10 Dreierreihen, jede wird unabhängig ausgewertet. Eine Kombiwette ist ein einzelner Tipp auf alle Voraussagen gemeinsam – sie gewinnt nur, wenn alle Tipps korrekt sind, und sie hat den höchsten Gewinn pro Franken Einsatz, aber das höchste Risiko.

Wie viele Wettreihen ergeben sich bei «3 aus 5», und wie hoch ist der Gesamteinsatz?

Bei «3 aus 5» entstehen 10 Wettreihen. Bei einem Reiheneinsatz von 1 CHF ist der Gesamteinsatz 10 CHF, bei 2 CHF pro Reihe 20 CHF. Die Reihenzahl wächst, wenn Y grösser oder X kleiner wird – «2 aus 5» ergibt 10 Reihen, «4 aus 5» ergibt 5, «3 aus 6» ergibt 20.

Wie berechnet sich der Gewinn, wenn nur ein Teil der Tipps richtig ist?

Jede Reihe wird unabhängig ausgewertet. Eine Reihe gewinnt, wenn alle ihre Voraussagen korrekt sind, und zahlt Einsatz mal Gesamtquote dieser Reihe. Der Gesamtgewinn des Systems ist die Summe der gewonnenen Reihen minus Gesamteinsatz. Bei «3 aus 5» mit drei richtigen Tipps gewinnt nur diejenige Dreierreihe, die genau diese drei korrekten Tipps enthält – alle anderen Reihen sind verloren.

Welche Systemwette ist die beste, oder hängt das von Quoten und Budget ab?

Die «beste» Systemwette gibt es nicht. Sie hängt vom Vertrauen in die Voraussagen, der gewünschten Risikostreuung und der Verlustlimite ab. «2 aus 3» hat 3 Reihen und federt einen falschen Tipp ab. «3 aus 5» hat 10 Reihen und federt zwei falsche Tipps ab, kostet aber mehr Einsatz. Die Wahl ist eine Frage des Budgets und der Einschätzung – nicht eine objektive Optimierung.

Bieten Sporttip und Jouez Sport Systemwetten an, und welcher Höchsteinsatz gilt?

Sporttip erlaubt Systemwetten mit einem Höchsteinsatz von 10’000 CHF pro Schein, der Mindesteinsatz liegt bei 1 CHF pro Reihe. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei 1’000 CHF. Bei Jouez Sport gilt für Multiples ein Höchsteinsatz von 7’500 CHF pro Schein, der Mindesteinsatz online bei 2 CHF pro Multiple. Der Höchstgewinn pro Multiple liegt bei 1’000’000 CHF. Beide Anbieter verlangen vor der ersten Teilnahme die Festlegung von Verlustlimiten.

Was bedeutet eine Bankwette, und was passiert bei abgesagten Spielen?

Eine Bankwette ist eine Voraussage, die als fix richtig in jede Reihe des Systems übernommen wird. Sie reduziert die Reihenzahl, weil die übrigen Voraussagen kombiniert werden, ohne die Bank. Wird ein Spiel abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nachgeholt, wird es bei Sporttip mit Quote 1.00 gewertet – die Reihen, die dieses Spiel enthalten, fallen entsprechend, und das System wird mit den verbliebenen Voraussagen ausgewertet. Der Schein wird nicht storniert, sondern reduziert.

Inhalt erstellt vom Team «europacupwetten»