Schachwetten in der Schweiz – wer sie anbieten darf und was sie kosten
Ladevorgang...
Wer in der Schweiz auf Schach wetten will, hat strukturell weniger Auswahl als in jedem anderen Sportmarkt: Nur zwei Veranstalterinnen besitzen die nötige Bewilligung, und das Schachprogramm hängt davon ab, ob die Gespa den Wettkampf und die Wettart zulässt. Zuerst lohnt sich der Blick auf den Spielplan, der bestimmt, welche Partien überhaupt als Ereignis verfügbar werden. Dann folgen das zugelassene Wettprogramm, die Quotenmarge, die Bewilligungslage, der Spielerschutz und schliesslich der Vergleich der Anbieter. Eine Tabelle am Anfang der Übersicht sortiert die zehn im Folgenden besprochenen Marken nach Bewilligungsstatus. Stand der Daten: Oktober 19, 2026, geprüft gegen die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten (Fassung vom 10. September 2026) und gegen die Spielregeln von Sporttip, Stand 14. Oktober 2026.
Schachwetten im Spielplan: Kandidatenturnier, WM und Turnierkalender
Welche Schachturniere für Wetten in Frage kommen
Der Spielplan des Profischachs ist dünn im Vergleich zu Fussball oder Tennis, und genau das prägt das Wettangebot. Zwei Termine im Jahreslauf ziehen das meisten Volumen auf sich: das Kandidatenturnier, das den Herausforderer für den nächsten WM-Kampf ermittelt, und der WM-Zweikampf selbst, der als Best-of-14 über klassische Bedenkzeit ausgetragen wird. Wer zwischen diesen Polen wetten will, muss die Termine früh kennen, denn das Wettprogramm wird in der Schweiz nur dann geöffnet, wenn die Gespa den Wettkampf und die Wettart auf ihrer Liste führt.
Die Schachweltmeisterschaft 2024 ist der jüngste abgeschlossene Zyklus. Sie wurde vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur ausgetragen und im Modus Best of 14 klassische Partien gespielt; für den Titel waren mindestens 7½ Punkte nötig. Dommaraju Gukesh gewann mit 7½:6½ gegen Ding Liren, 3 Siege zu 2 Niederlagen bei 9 Remispartien, ohne dass der Tiebreak nötig wurde. Bei Gleichstand nach 14 Partien hätte die Entscheidung über Schnellschachpartien, einen Schnellschach-Minimatch, Blitzpartien und schliesslich Blitz mit plötzlichem Tod fallen sollen. Die Struktur dieses Formats — 14 lange Partien, hohe Remisquote — ist der Grund, warum die Quoten auf Sieg, Remis und Niederlage in einem anderen Verhältnis stehen als in jedem anderen Sport.

Historisch rahmen zwei Daten den Titel: Die FIDE vergibt den Weltmeistertitel seit 1948; der erste Zweikampf um die Krone wurde 1886 zwischen Wilhelm Steinitz und Johannes Hermann Zukertort ausgetragen, Steinitz siegte 12,5:7,5. 1948 und 2007 wurde die WM als Turnier statt als Zweikampf gespielt, sonst als Duell. Für die Wettplanung heisst das: ein Kandidatenturnier-Zyklus steht in der Regel alle zwei Jahre an, ein WM-Kampf in der Mitte dazwischen, Qualifikationsturniere und Grand-Prix-Serien füllen die Lücken. Wer auf eine einzelne Partie setzen will, braucht entweder einen Wettkampf mit Live-Übertragung oder eine Vorschau, die Brettstellungen verlässlich einordnet.
Warum die Remisquote das Wettbild prägt
Das Brett hat 64 Felder und 32 Figuren zu Beginn, 16 pro Seite: König, Dame, zwei Türme, zwei Springer, zwei Läufer und acht Bauern. Im Mittelspiel stehen sich die Figuren gegenüber. Im Schach erzielt Weiss im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte, bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %. Eine Drei-Wege-Wette auf Sieg Weiss, Remis oder Sieg Schwarz muss diese 43 % einpreisen — und genau deshalb notiert das Remis auf Meisterniveau in der Regel mit der niedrigsten Quote, oft zwischen 2.30 und 2.80, wenn Weiss und Schwarz ausgeglichen sind.

Die Remisregeln selbst geben dem Markt sein Profil. Eine Partie endet remis durch Patt, wenn der Spieler am Zug keinen legalen Zug hat und nicht im Schach steht; durch Einigung; durch dreifache Stellungswiederholung auf Antrag; durch die 50-Züge-Regel auf Antrag; automatisch bei fünffacher Stellungswiederholung und nach 75 Zügen ohne Bauernzug und ohne Schlagfall; sowie bei toter Stellung, in der kein Spieler mehr mattsetzen kann. Drei-Wege-Quoten können diese Endstände nicht trennen, eine Wette auf «Sieg vorzeitig» versus «Sieg in beliebiger Partiephase» oder Handicap-Wetten, in denen Schwarz virtuell vorgegebene Züge Vorsprung erhält, sind in Schweizer Wettprogrammen aber nur dann verfügbar, wenn sie die Gespa-Liste führt.
Welche Wettarten überhaupt verfügbar sind
Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten ist die einzige Grundlage, auf der ein bewilligter Schweizer Anbieter ein Schachprogramm anbieten darf. Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden, und was auf der Liste steht, kann angeboten werden, muss aber nicht. Die Liste ist eine geschlossene Auswahl, kein Rahmen, und sie wird vom Regulator laufend aktualisiert, Fassung 10. September 2026. Wer wissen will, ob Schach als Sport, ob die Schach-WM als Wettbewerb und ob eine Wettart wie «Sieger der Partie» oder «Sieger des Matches» für Schach überhaupt zulässig ist, liest dort nach. Die zweite, oft übersehene Bedingung: Wettkämpfe mit überwiegend Minderjährigen sind vom Wetten ausgeschlossen. Schach trifft das in aller Regel nicht, weil die Profischach-Events Erwachsenen-Turniere sind, aber bei Jugendserien würde die Liste leer bleiben.
Wettanbieter Schach Schweiz: die zehn im Vergleich
Einordnung der Anbieter nach Bewilligungsstatus
Bevor die einzelnen Marken besprochen werden, sortiert die folgende Tabelle die zehn hier behandelten Anbieterinnen nach ihrer Stellung im Schweizer Recht. Die Spalten sind absichtlich knapp gehalten, weil die entscheidende Trennlinie die Bewilligung ist und alles andere sich daraus ableitet: welche Märkte überhaupt verfügbar sind, welche Schutzmechanismen greifen, wie eine Streitigkeit endet.
| Anbieterin | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalterin / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Grossspiel-Bewilligung (BGS, SR 935.51) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Grossspiel-Bewilligung (BGS, SR 935.51) | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne |
| Donbet | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt |
| AmunRa | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt |
| Betscore | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt |
| Gamdom | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt |
| MyStake | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt |
Die Tabelle liest sich nüchtern. Acht von zehn Marken haben in der Schweiz keine Bewilligung; eine ausländische Lizenz, gleich aus welchem Land, hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Die folgenden Kapitel arbeiten diese Trennung weiter aus — die zwei bewilligten Anbieterinnen, dann die acht ausländischen Marken ohne Schweizer Schutz.
Schach Quoten, Wettmärkte und Marge: wie Preise im Schach zustande kommen
Wie Quoten auf Sieg, Remis und Niederlage entstehen
Eine Drei-Wege-Wette auf Schach listet drei Quoten: Sieg Weiss, Remis, Sieg Schwarz. Die Buchmacherin bewertet die Wahrscheinlichkeit jedes Ausgangs aus ihrer Sicht und rechnet sie in Quoten um. Ein fiktives Beispiel: Schachweltmeisterschaft, Spieler A und Spieler B ausgeglichen, Hauslinie schätzt 35 % Sieg Weiss, 43 % Remis, 22 % Sieg Schwarz. Rohe Wahrscheinlichkeits-Quoten wären 2.86, 2.33, 4.55 — die Werte, bei denen 1/Quote in Summe genau 1 ergibt. Was auf dem Wettschein steht, ist mehr. Es enthält die Marge der Buchmacherin.
In der Spielregel der beiden Schweizer Anbieterinnen ist die Marge nicht als Zahl ausgewiesen, sie steckt implizit in jeder Quote. Eine Quote von 2.70 auf Sieg Weiss, 2.50 auf Remis und 4.20 auf Sieg Schwarz würde rechnerisch eine Auszahlungsquote von rund 92 % bedeuten und eine Marge von etwa 8 % — typisch für Fussball-1X2, im Schach eher am oberen Rand. Die Marge ist das, was die Buchmacherin im Schnitt von jeder eingesetzten Einheit behält, bevor überhaupt ein Ergebnis feststeht. Wer das auf dem Wettschein prüfen will, summiert die Kehrwerte der Quoten für alle Ausgänge eines Marktes und subtrahiert die Summe von 1. Das Ergebnis ist die Marge. Die Faustregel: Marge über 6 % bei einem Drei-Wege-Markt ist hoch, unter 4 % ist eng, alles über 10 % drückt die Auszahlungsquote spürbar.
Eine Marge als Rechenbeispiel
Ein illustratives Zwei-Wege-Markt-Beispiel zeigt die Mechanik, ohne ein konkretes Wettangebot zu behaupten. Angenommen, eine Buchmacherin quotiert beide Ausgänge mit 1.90 gegen 1.90 — ein ausgeglichen wirkender Markt, wie er bei Livewetten auf Schachpartien nach Figurengewinn häufiger auftaucht. Die Auszahlungsquote errechnet sich als 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = 1 ÷ 1,0526 = 0,9500, also 95,00 %. Die Marge ist 1 − 0,9500 = 0,0500, also 5,00 %. Auf lange Sicht behält die Anbieterin von jedem Franken Einsatz fünf Rappen. Wird der gleiche Markt mit 1.85 gegen 1.85 quotiert, sinkt die Auszahlungsquote auf 92,5 % und die Marge steigt auf 7,5 %.
Die Marge ist nicht die Wettsteuer — in der Schweiz gibt es keine Wettsteuer auf den Einsatz — und sie ist auch nicht der Reingewinn, den die Anbieterin erwirtschaftet, denn sie trägt selbst Kosten. Sie ist aber das einzige Mass, mit dem sich die Preise verschiedener Buchmacherinnen für ein und denselben Markt objektiv vergleichen lassen, und im Schach, wo die Remisquote hoch und die Auswahl an Wetten klein ist, fällt der Margenvergleich besonders ins Gewicht. Wer die Differenz zwischen 1.90/1.90 und 1.85/1.85 nicht sieht, verliert auf Dauer 2,5 Prozentpunkte Auszahlungsquote pro Wette.
Warum Livewetten auf Schach andere Margen haben
Livewetten sind erlaubt, vor Spielbeginn und live, sofern die Anbieterin eine entsprechende Bewilligung hält. Bei Sporttip gilt: Die Wette ist unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen kann die Anbieterin Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist ein wichtiger Punkt, weil Live-Schach eine Besonderheit hat: Sobald eine Figur verloren geht und der Verlust unabwendbar ist, ist die Partie de facto entschieden — und genau dann sind die Wettquoten auf den Ausgang am ungenauesten. Eine Buchmacherin, die in dieser Phase die Märkte schliesst oder mit Quote 1.00 abrechnet, schützt sich, und der Wettende kann daraus keinen Vorteil ziehen. Auf der anderen Seite heisst das: in der Endphase, wenn die Partie noch läuft, sind Live-Quoten oft eng, weil das Ergebnis faktisch feststeht.
Bewilligung und Recht: Schachwetten in der Schweiz
Wer in der Schweiz Sportwetten anbieten darf
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat in Kraft seit 1. Januar 2021) beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung besteht aus einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei beschränkt: Swisslos, Produkt Sporttip, und Loterie Romande, Produkt Jouez Sport. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacherinnen existiert nicht, weil es keine weiteren gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domänen.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet von Swisslos umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande führt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Wer ein Online-Konto eröffnen will, braucht Wohnsitz im Vertragsgebiet der jeweiligen Anbieterin; in der Praxis wird die Adresse gegen Datenbanken geprüft und die Identität aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen. Personen, auf denen eine Spielsperre liegt, dürfen sich nicht registrieren, und jede Person darf sich nur einmal registrieren.
Welche Schach-Wetten die Gespa-Liste führt
Was gewettet werden darf, steht in der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, Fassung 10. September 2026. Die Liste ist eine geschlossene Auswahl, kein Rahmen — was nicht draufsteht, ist nicht erlaubt. Qualifikationsrunden sind nur dann verfügbar, wenn die Liste sie ausdrücklich nennt, Frauenwettbewerbe ebenso, und Rangwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Eckball- und Kartenmärkte, wie sie im Fussball üblich sind, fehlen, und ein Esports-Bereich ist in der Liste nicht enthalten. Livewetten sind erlaubt, sofern die Anbieterin eine entsprechende Entscheidung hat; das BGS schränkt einzelne Live-Märkte nicht ein. Cash-Out ist nicht gesetzlich geregelt, sondern eine Eigenschaft jeder Anbieterin; bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Virtuelle Sportwetten sind in der Liste nicht etabliert; über Esports enthält die Liste keinen Eintrag.
Werbung, Boni und ausländische Anbieterinnen
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); im Jahr 2025 hat sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Promotionscodes, Bonushöhen und Bedingungen stehen allein in den Spielregeln der jeweiligen Anbieterin. Ausländische Lizenzen, gleich aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land, haben in der Schweiz keine Kraft. Das Anbieten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat, im kommerziellen Betrieb bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen die Anbieterin eingezogen werden, und es besteht weder ein Schutzrahmen noch eine Fair-Play-Kontrolle. Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domänen, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS); Ende 2025 standen 671 Domänen auf der Liste, blockierte Adressen werden innert Stunden ersetzt.
Steuern auf Wettgewinnen
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen, zu denen Sportwetten gehören, sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und werden erst darüber besteuert — die bundesrechtliche Schwelle liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); die kantonale Schwelle unterscheidet sich und ist «je nach Kanton» zu lesen, nie als eine kantonale Einzelgrösse. Über der Schwelle behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Ein typischer Wettender gewinnt weit darunter, also keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz. Für die konkrete Höhe und die Frage, ob ein Gewinn deklariert werden muss, ist die Auskunft eines Steuerberaters oder der kantonalen Steuerverwaltung der einzige Weg, der eine verbindliche Antwort liefert.
Spielerschutz: Limiten, Spielsperre und Kontrolle
Verlustlimiten vor der ersten Wette
Wer bei Sporttip eine Wette platzieren will, muss vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden — die Frist, die Anbieterinnen in ihren Bedingungen anwenden, ist länger als die 24-Stunden-Frist, die das BGS als Untergrenze vorsieht. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die Schweiz kennt keinen gesetzlich fixen Einzahlungsdeckel; die Limite ist eine Selbstbindung, die der Anbieter technisch durchsetzt. Sie hilft, weil sie das Konto vor ungeplanten Verlusten schützt, und sie kostet nichts, wenn sie konsequent gesetzt wird. Was die Limite nicht leistet: Sie schützt nicht vor Verlusten bei ausländischen Anbietern, die das Schweizer Limitensystem nicht anwenden.
Spielsperre und das schweizweite Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer aus Überschuldung oder Spielsucht gesperrt ist, kann sich nicht selbst entsperren; eine freiwillige Sperre lässt sich frühestens nach drei Monaten aufheben, mit Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS, Art. 84 VGS). Die Anbieterin bietet ausserdem eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten an (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Für Schachwetten, die sich über Stunden hinziehen und deren Livequoten sich ständig verschieben, ist die Spielsperre ein besonders scharfes Instrument: Wer sich während einer laufenden Partie für eine Sperre entscheidet, schliesst sich vom laufenden Wettangebot aus, ohne offene Wetten zu verlieren — die bleiben bestehen, werden aber nicht mehr stornierbar.
Minderjährige, KYC und ein Testkauf mit unangenehmem Ergebnis
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Die Online-Registrierung verlangt 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, und die Identität wird gegen Adressdatenbanken geprüft. Die Gespa hat im Jahr 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt: Bei 200 Versuchen wurde in 47,5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft — ein Resultat, das jeder Vorstellung widerspricht, der Verkaufsschutz sei streng, und das zeigt, warum die Online-Registrierung mit Ausweisprüfung der einzige verlässliche Filter ist. Wer also auf Nummer sicher gehen will, spielt online, nicht am Schalter.
Die zwei bewilligten Anbieterinnen im Detail
Swisslos Sporttip
Swisslos ist die grössere der beiden Veranstalterinnen, gemessen am Reingewinn: Für 2025 verteilte Swisslos CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, aus den Sportwetten allein CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Die Reingewinne fliessen in gemeinnützige Zwecke der Kantone (Art. 125 BGS) — Fussball, Eishockey, Sporthilfe, Swiss Olympic — und das ist der Grund, warum die Schweizer Lösung trotz kleinerem Markt überhaupt funktioniert. Wer bei Sporttip spielt, spielt also nicht gegen einen gewinnorientierten Anbieter, sondern gegen die Anbieterin, deren Ertrag in öffentliche Mittel fliesst.
Die Einsatzlimiten sind eng, verglichen mit ausländischen Anbietern: Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000, für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limite jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Das ist im Schweizer Modell Absicht, nicht Restriktion: Es verhindert, dass eine einzelne Person mit einer übergrossen Wette den Markt bewegt, und es zwingt grosse Engagements auf mehrere Wetten zu verteilen. Wer einen Einsatz von CHF 5’000 platzieren will, braucht fünf einzelne Tickets, was den Überblick nicht erschwert, aber den Schutz erhöht.
Das Bonus- und Boost-Instrumentarium ist eng definiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz, beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Die Spielregeln definieren Cash-Out als Verkaufsoption für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Wetten werden über das Internet und über 2’350 Verkaufsstellen in den Swisslos-Kantonen angenommen, im Westschweizer Vertragsgebiet über die Loterie Romande. Auszahlung und Gewinn sind auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers beschränkt (Art. 50 Abs. 2 VGS); anonym oder in Kryptowährungen auszahlen lassen geht nicht, und Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Für Schachwetten gilt: Ist die Partie in der Gespa-Liste und das Ereignis auf dem Wettprogramm, ist sie verfügbar, mit Drei-Wege-Quoten auf Weiss, Remis und Schwarz und, wo zugelassen, mit Sieger- und Handicap-Wetten. Wer das exakte Angebot sehen will, schaut ins Wettprogramm der Anbieterin.
Das Urteil fällt nüchtern aus. Sporttip ist die richtige Adresse für Schweizer Schachwettende, die einen bewilligten Anbieter suchen, und die Kombination aus enger Einsatzlimite, Selbstlimit und Spielsperre ist im internationalen Vergleich ungewöhnlich streng. Die kleinen Maximaleinsätze sind das grösste Hindernis für High-Roller, aber genau die Zielgruppe, die in der Schweiz offiziell nicht bedient wird, soll das Angebot auch nicht haben. Wer mit kleinen Einsätzen spielt, ein gemeinnützig finanziertes Modell schätzt und auf den Spielerschutz Wert legt, ist hier richtig.
Loterie Romande Jouez Sport
Die Loterie Romande bedient die Westschweiz. Sechs Kantone gehören zum Vertragsgebiet: Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Hauptadresse ist Lausanne, Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, das Netz umfasst 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz. Wer in Genf wohnt, kann sich nicht bei Sporttip registrieren und umgekehrt — die Wohnsitzprüfung beim Anbieterwechsel ist eine Hürde, die das System bewusst eingebaut hat, damit eine Person nicht gleichzeitig zwei Konten führt.
Die Spielregeln von Jouez Sport sind in Struktur und Schutzrahmen mit Sporttip vergleichbar: Verlustlimiten, freiwillige Einzahlungslimiten, Spielsperre, KYC mit Ausweisprüfung, keine Kreditvergabe an Spielende, Auszahlung nur auf ein Konto im eigenen Namen. Cash-Out ist verfügbar, aber, wie bei Sporttip, nicht garantiert und nur als vollständiges Cash-Out. Die Wettarten und die Quotenstruktur folgen dem Gespa-Rahmen. Im Schachprogramm heisst das: Drei-Wege-Wetten auf Sieg Weiss, Remis, Sieg Schwarz sind verfügbar, wenn das Ereignis auf der Gespa-Liste steht; Livewetten, wo angeboten, mit Quote 1.00 nach Ereigniseintritt.
Die Reingewinne fliessen wie bei Swisslos in die kantonalen Fonds und in gemeinnützige Zwecke, und das Spendenmodell unterscheidet sich nicht. Was sich unterscheidet, ist die Sprache: Jouez Sport wird auf Französisch betrieben, und die Verkaufsstellenpräsenz in ländlichen Westschweizer Kantonen ist dichter als in vergleichbaren Deutschschweizer Gebieten, was den Schalterverkauf für ältere Wettende zur echten Alternative macht. Wer kein Online-Konto will, kann am Schalter spielen, mit derselben Limitenstruktur und derselben Spielsperre-Möglichkeit, die das System kennt.
Das Urteil: Für Wettende in der Romandie gibt es keine zweite bewilligte Adresse, und die Spielregeln sind mit Sporttip deckungsgleich. Wer die Anbieterin wechseln will, muss umziehen — und das ist Absicht. Der einzige operative Unterschied ist die Quotenstruktur im Einzelfall, die sich von Markt zu Markt und von Partie zu Partie unterscheidet. Wer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis auf einer konkreten Schachpartie sucht, vergleicht die Quoten beider Anbieterinnen, falls das Ereignis bei beiden verfügbar ist, was eher die Ausnahme als die Regel ist, weil die meisten Schachpartien nur bei einer der beiden Anbieterinnen auf dem Wettprogramm stehen.
Die acht ausländischen Anbieterinnen im Vergleich
Die folgenden Marken haben in der Schweiz keine Bewilligung, womit sie nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen sind und kein Schweizer Rechtsweg bei Streit besteht. Ihre Domänen können auf der Gespa-Sperrliste landen, was eine DNS-Blockierung durch Schweizer Telekomanbieter auslöst. Wer dort spielt, tut das auf eigenes Risiko, ohne den Schutzrahmen, den das BGS vorsieht. Die folgenden Absätze beschreiben, was die Marken über ihre eigenen Bedingungen aussagen, und ordnen ein, was das für einen Schweizer Wettenden konkret heisst.
Donbet
Donbet ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung, und das ist der Punkt, der für Schweizer Wettende zählt; die Lizenzangaben nennt Donbet in den eigenen AGB. Die Plattform ist international ausgerichtet, das Schachprogramm, sofern vorhanden, ist nicht durch die Gespa-Liste reguliert, und die Spielregeln am Ort der Lizenz sind nicht die Spielregeln am Wohnsitz. Schutzmechanismen, die das BGS vorsieht — die Spielsperre, der Eintrag im schweizweiten Register, die Verlustlimite vor der ersten Wette — greifen hier nicht. Wer bei Donbet spielt, fällt ausserhalb des Schutzrahmens, den die Schweizer Lösung bietet, und kann sich im Streitfall nur an die ausländische Lizenzbehörde wenden, sofern die Marke an einem regulatorischen Ort registriert ist. Das Urteil: Für Wettende mit Wohnsitz in der Schweiz ist Donbet die falsche Adresse, weil weder das Spielangebot noch die Schutzmechanismen dem BGS folgen.
Sportuna
Sportuna gehört in dieselbe Kategorie wie Donbet: keine Schweizer Bewilligung, ausgewiesene Lizenz nicht feststellbar, kein Anschluss an die Schweizer Spielsperre, kein Schweizer Rechtsweg. Das Schachprogramm ist nicht in die Gespa-Liste eingebettet, was die Frage aufwirft, ob das Schachangebot der Marke in der Schweiz überhaupt legal genutzt werden kann. Die Antwort steht im BGS: nicht erlaubt. Das Urteil: Für Schweizer Wettende nicht die richtige Plattform. Die Marke mag im Ausland funktionieren, aber der Spielerschutz endet an der Schweizer Grenze, und das ist hier der entscheidende Punkt, nicht die Quote.
AmunRa
AmunRa, eine Marke, die mit antikem Thema spielt, fällt in dieselbe Kategorie: keine Schweizer Bewilligung, ausländische Lizenz mit keiner Kraft in der Schweiz, kein Anschluss an das schweizweite Sperrregister. Die Spielregeln sind die der Lizenzbehörde des Lizenzorts, nicht die des BGS. Das heisst: keine Pflicht zur Spielsperre im Schweizer Register, keine Pflicht zur Verlustlimite vor der ersten Wette, keine Pflicht zur Auszahlung auf ein Konto im Namen des Spielenden. Wer in der Schweiz wohnt und bei AmunRa spielt, hat im Streitfall den Rechtsweg des Lizenzorts, nicht den der Schweiz. Das Urteil: Wer in der Schweiz wohnt, sollte AmunRa meiden, weil das Schutzversprechen, das die Marke auf der eigenen Seite macht, an der Schweizer Grenze halt macht.
myBet
myBet ist eine Marke mit längerer Geschichte, in der Schweiz aber ohne Bewilligung. Die ausgewiesene Lizenz ist nicht feststellbar, was bedeutet: ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz. Das Schachprogramm unterliegt nicht der Gespa-Regulierung, und die Spielregeln am Ort der Lizenz weichen vom BGS ab. Das Urteil: Für Schweizer Wettende nicht die richtige Plattform, da die Schweizer Standards im Konfliktfall nicht greifen.
Betscore
Betscore ist eine weitere Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die Marke mag im Ausland reguliert sein, in der Schweiz gilt sie als unbewilligt, und ihre Domäne kann auf der Gespa-Sperrliste stehen. Das Angebot unterliegt nicht der Gespa-Regulierung, und bei Konflikten fehlt die Schweizer Rechtsinstanz. Das Urteil: Für Schweizer Wettende nicht die richtige Adresse, da der Schutzrahmen des BGS fehlt. Wer dort spielt, akzeptiert die Regeln des Lizenzorts, nicht die der Schweiz.
Gamdom
Gamdom ist eine Plattform, die mit Kryptowährungen arbeitet und in der Schweiz keine Bewilligung hat. Ausländische Lizenz, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS), kein Anschluss an die Schweizer Spielsperre, keine Pflicht zur Schweizer Verlustlimite. Das Schachprogramm, soweit vorhanden, folgt nicht der Gespa-Liste. Hinzu kommt ein zusätzliches Problem: Krypto-Auszahlungen sind in der Schweiz für bewilligte Anbieterinnen nicht erlaubt (Art. 50 Abs. 2 VGS), bei einer ausländischen Marke ohne diese Bindung sind sie aber ein Feature, das die Marke bewirbt. Wer in der Schweiz wohnt, sollte genau prüfen, ob eine Krypto-Auszahlung auf ein Schweizer Konto überhaupt möglich ist, ohne gegen das Geldspielgesetz zu verstossen. Das Urteil: Für Schweizer Wettende nicht empfehlenswert, aus den bekannten Gründen und wegen der Krypto-Komponente zusätzlich.
MyStake
MyStake gehört in dieselbe Kategorie wie die anderen Marken ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft; Spielsperre und Verlustlimite nach Schweizer Recht fehlen. Das Angebot unterliegt nicht der Gespa-Regulierung. Das Urteil: Für Schweizer Wettende nicht die richtige Plattform, weil der Schutz des BGS hier nicht greift. Die Marke mag im Ausland funktionieren, in der Schweiz ist sie offiziell nicht zugelassen.
Jackbit
Jackbit ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung. Ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz, kein Anschluss an die Schweizer Spielsperre, keine Schweizer Verlustlimite, keine Pflicht zur Auszahlung auf ein Konto im Namen des Spielenden. Das Angebot unterliegt nicht der Gespa-Regulierung, und Konflikte werden nicht vor Schweizer Behörden verhandelt. Das Urteil: Für Schweizer Wettende nicht die richtige Adresse. Die Marke mag im Lizenzort reguliert sein, in der Schweiz zählt das nicht.
Vergleich der zugelassenen Anbieterinnen
Wettprogramm, Limiten und Auszahlungsregeln
Der folgende Vergleich arbeitet die zwei bewilligten Anbieterinnen heraus. Die acht ausländischen Marken sind oben in der Einordnungstabelle aufgeführt und werden im vorhergehenden Kapitel im Detail besprochen.
| Merkmal | Swisslos Sporttip | Loterie Romande Jouez Sport |
|---|---|---|
| Vertragsgebiet | Deutschschweizer Kantone, Tessin, Liechtenstein | Westschweizer Kantone (FR, GE, JU, NE, VD, VS) |
| Mindesteinsatz Einzel-/Kombiwette | CHF 1 | CHF 1 |
| Höchsteinsatz Einzel-/Kombiwette | CHF 1’000 | CHF 1’000 |
| Höchsteinsatz Systemwette | CHF 10’000 | CHF 10’000 |
| Verlustlimite | 1, 7 und 30 Tage, Obergrenze CHF 9’999 (unter 21: CHF 1’000) | 1, 7 und 30 Tage, Obergrenze CHF 9’999 (unter 21: CHF 1’000) |
| Spielsperre | 1 bis 180 Tage selbst, unbefristet über Register | 1 bis 180 Tage selbst, unbefristet über Register |
| Cash-Out | vollständig, nicht garantiert | vollständig, nicht garantiert |
| Livewetten | erlaubt mit Quote 1.00 nach Ereigniseintritt | erlaubt mit Quote 1.00 nach Ereigniseintritt |
| Reingewinn 2025 | CHF 562 Mio. gesamt, CHF 109 Mio. aus Sportwetten | nicht beziffert in der Markenpublikation |
| Sprachen | Deutsch, Französisch, Italienisch | Französisch |
Die Tabelle zeigt zwei Anbieterinnen, die in Schutz und Spielregeln praktisch identisch sind, und sich im Vertragsgebiet, in der Sprache und in der Grösse des Spendenmodells unterscheiden. Die Einsatzlimiten sind eng und identisch, der Schutzrahmen ist identisch, und die Cash-Out-Logik folgt demselben Muster. Wer im Vertragsgebiet beider Anbieterinnen wohnt, was in der Schweiz niemand kann, hätte die Wahl; alle anderen haben genau eine bewilligte Adresse.
Welche Anbieterin für welchen Leser
Die Frage, welche Anbieterin «besser» ist, lässt sich nicht beantworten, ohne die Wohnsitzfrage zu stellen. Wer in Genf wohnt, spielt bei Jouez Sport, wer in Zürich wohnt, spielt bei Sporttip. Wer in Liechtenstein wohnt, spielt bei Sporttip. Wer in einem Kanton wohnt, der nicht zum Vertragsgebiet gehört, kann sich online nirgends registrieren und ist auf die Schalter der Verkaufsstellen angewiesen, sofern die Anbieterin im Kanton eine Verkaufsstelle hat. Das System ist bewusst eng, und genau das ist sein Schutz.
Innerhalb des Vertragsgebiets ist die Wahl meistens einfach. Wer ein Schach-Wettprogramm mit einer bestimmten Partie sucht, prüft das Wettprogramm der zuständigen Anbieterin. Wer zwischen den Anbietern wechseln will, muss umziehen. Wer mit kleinen Einsätzen spielt, schätzt den CHF-1-Mindesteinsatz und die Selbstlimit. Wer ein High-Roller-Profil hat, wird mit der CHF-1’000-Limite nicht glücklich, und genau das ist die Stossrichtung des Modells. Wer einen Bonus sucht, wird ihn im Schweizer Modell kaum finden, weil Boni der Zustimmung der Gespa bedürfen und die Anbieterinnen eher zurückhaltend damit umgehen. Wer einen Bonus sucht, ist mit dem Schweizer Modell ohnehin falsch bedient.
Häufige Fragen
Darf in der Schweiz auf Schach gewettet werden, und bei wem?
Ja, Schachwetten sind in der Schweiz erlaubt, aber nur bei einer der beiden bewilligten Veranstalterinnen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip in der Deutschschweiz, in Ticino und in Liechtenstein, oder Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen. Beide Anbieterinnen halten eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem BGS. Wer auf Schach wetten will, braucht ein Online-Konto bei einer der beiden Anbieterinnen und Wohnsitz im entsprechenden Vertragsgebiet. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft.
Wie lässt sich prüfen, ob Schachturniere in der Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten stehen?
Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten ist die einzige Quelle. Sie wird vom Regulator laugend aktualisiert, Fassung 10. September 2026, und enthält den Schach-Weltverband, die Schach-WM und ausgewählte Wettbewerbe als zulässige Ereignisse. Wer ein Turnier, eine Wettart oder eine Kombination sucht, die nicht auf der Liste steht, kann darauf nicht legal bei einer bewilligten Schweizer Anbieterin wetten. Die Liste ist eine geschlossene Auswahl, nicht ein Rahmen, und was nicht draufsteht, ist nicht erlaubt.
Warum ist die Remisquote für Schachwetten und Quoten so wichtig?
Weil sie das Drei-Wege-Verhältnis prägt. Im Schach liegt die Remisquote bei Meistern bei etwa 43 %, und diese Wahrscheinlichkeit schlägt sich in der niedrigsten Quote der drei Ausgänge nieder. Eine Drei-Wege-Wette auf Sieg Weiss, Remis oder Sieg Schwarz muss die Remiswahrscheinlichkeit einpreisen, und genau deshalb ist das Remis auf ausgeglichenem Niveau in der Regel zwischen 2.30 und 2.80 quotiert. Wer die Remisquote nicht versteht, versteht die Quote nicht, und wer die Quote nicht versteht, kann die Marge nicht einschätzen.
Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?
Der Gewinn bei einer Einzelwette ist Einsatz mal Quote, abzüglich des Einsatzes ergibt sich der Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Beine zu einer Gesamtquote, der Nettogewinn ist Einsatz mal Gesamtquote minus Einsatz. Die Marge ist das, was die Buchmacherin im Durchschnitt behält, und sie errechnet sich aus den Quoten aller Ausgänge eines Marktes: Auszahlungsquote ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Quoten, die Marge ist 1 minus Auszahlungsquote. Auf 1.90 gegen 1.90 ergibt das eine Marge von 5 %.
Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und was bewirkt die Spielsperre?
Wer bei Sporttip oder Jouez Sport eine Wette platzieren will, muss vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, Obergrenze CHF 9’999, für unter 21-Jährige CHF 1’000; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine selbstgewählte Spielsperre ist für 1 bis 180 Tage möglich, ohne Aufhebung vor Fristablauf, eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt für Casinos und für Liechtenstein mit. Die Spielsperre schützt vor Verlusten, weil gesperrte Personen keine Wetten platzieren und keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne haben.
Was fehlt Wettenden bei Auslandsseiten ohne Schweizer Bewilligung an Schutz?
Es fehlt der gesamte Schutzrahmen des BGS. Es gibt keine Spielsperre im Schweizer Register, keine Pflicht zur Verlustlimite vor der ersten Wette, keine Pflicht zur Auszahlung auf ein Konto im Namen des Spielenden, keine Anbindung an die Gespa-Aufsicht und keine Schweizer Rechtsinstanz im Streitfall. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft; die Anbieterin kann auf der Gespa-Sperrliste landen, was eine DNS-Blockierung durch Schweizer Telekomanbieter auslöst. Wer dort spielt, tut das auf eigenes Risiko und kann im Verfahren gegen die Anbieterin Einsätze und Gewinne verlieren.
Sportarten – europacupwetten
Inhalt erstellt vom Team «europacupwetten»
