ATP Wetten in der Schweiz – wer anbieten darf, was erlaubt ist und wie die Quote entsteht
Ladevorgang...
Eine Wette auf ein ATP-Match lässt sich in der Schweiz nicht einfach beim Anbieter der Wahl platzieren. Das Geldspielgesetz erlaubt Sportwetten nur zwei Veranstaltern, und das Angebot jedes Wettscheins richtet sich nach einer Liste, die die Aufsichtsbehörde Gespa führt. Wer auf Herrentennis setzen will, bekommt hier die Spielregeln, die Quotenmechanik und die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Schweizer Anbietern und den ausländischen Marken, die im Netz ebenfalls auftauchen.
Stand: Oktober 19, 2026 – geprüft gegen die Gespa-Liste zugelassener Sportarten und Wettbewerbe (Fassung 10.09.2026) sowie gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2).
ATP-Turniere im Herrentennis – vom Jahreswechsel bis zu den Finals
Die ATP Tour ist die oberste Turnierserie im professionellen Herrentennis. Sie steht über der ATP Challenger Tour und der ITF Future Tour, und die vier Grand-Slam-Turniere werden vom Weltverband ITF veranstaltet und gehören nicht zur ATP Tour. Der Spielplan beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November mit den ATP Finals, an denen nur die acht besten Spieler der Saison teilnehmen. Seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen, der Rhythmus ist also seit gut einem Dutzend Jahren konstant.
Aufbau der Tour nach Kategorien
Die Tour 2024 umfasste 9 Masters-1000-Turniere, 13 ATP-500-Turniere und 38 ATP-250-Turniere. Im Jahr darauf, 2025, wurde das Mittelfeld gestrafft: 9 Masters-1000, 16 ATP-500 und 30 ATP-250-Turniere. Dallas, Doha und München stiegen in die 500er-Kategorie auf, dafür fielen einige 250er-Veranstaltungen weg. Die Verschiebung zeigt, dass die ATP das Mittelfeld verdichtet, ohne den Rand zu verändern – die Masters bleiben neun, die kleineren 250er werden selektiver besetzt.
Die Saison 2026 startet am 2. Januar 2026; bei den Australian Open 2026 gewann Carlos Alcaraz das Herreneinzel-Finale gegen Novak Đoković mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5. Für Wettende bedeutet das: Schon am 2. Januar steht der erste Wettschein bereit, und die grössten Turniere folgen in dichter Folge durch das Frühjahr.
Was in der Schweiz wettbar ist – die Gespa-Liste
In der Schweiz dürfen nur die Swisslos (unter dem Namen Sporttip) und die Loterie Romande (unter dem Namen Jouez Sport) Sportwetten anbieten. Welche Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten erlaubt sind, regelt eine geschlossene Liste der Gespa (Fassung 10.09.2026). Was nicht auf der Liste steht, ist nicht im Wettprogramm: corner oder card markets fehlen ebenso wie esports, Frauenwettbewerbe stehen nur, wenn die Liste sie ausdrückt, Qualifikationsrunden nur bei explizitem Eintrag. Ein ATP-Turnier kann also im Wettschein stehen – einzelne Märkte innerhalb eines Turniers können aber fehlen, wenn die Gespa sie nicht zugelassen hat.
Die Liste wird regelmässig aktualisiert. Wer auf ein bestimmtes ATP-Turnier wetten will, prüft im Wettprogramm von Sporttip oder Jouez Sport, ob das Turnier überhaupt aufgenommen ist und welche Märkte zur Verfügung stehen. ATP-Masters-1000-Turniere sind in der Regel abgedeckt, ATP-250er können je nach Saison eingeschränkt sein.
Belag und Form als wichtigste Preisfaktoren
Die Quote auf einen Spieler hängt im Tennis stärker vom Belag und von der aktuellen Form ab als vom Namen der beiden Kontrahenten. Ein Spieler, der auf Sand seine besten Ergebnisse holt, kann auf Hartplatz zu einer ganz anderen Quote führen, obwohl die Weltranglistenposition ähnlich bleibt. Die Buchmacher kalkulieren die Quote aus Head-to-Head-Daten auf dem jeweiligen Belag, aus den letzten Resultaten und aus der Spielweise des Gegners – ein Serve-and-Volley-Spieler auf Sand ist ein anderes Risiko als auf Rasen.
Für Wettende heisst das: Wer die Quote liest, liest zuerst den Belag und die jüngste Formkurve, nicht den Ranglistenplatz. Eine Quote von 1.50 auf einen Top-10-Spieler sagt wenig, wenn er auf Sand noch nie ein Match auf diesem Niveau gewonnen hat.
Anbieter im Vergleich – die zwei Schweizer Veranstalter und die ausländischen Marken
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung unter dem BGS, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung unter dem BGS, Aufsicht Gespa | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| Rabona | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Fezbet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz |
| PowBet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz |
| HornetBet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz |
| BetFury | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz |
Die ausländischen Marken erscheinen im Wettvergleich internationaler Seiten, nicht in einem Schweizer Wettprogramm. Sie haben keine Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht und keinen Schweizer Rekursweg – die Sperrliste der Gespa kann ihre Domains via DNS blockieren, und die Blockaden werden innerhalb von Stunden ersetzt. Wer dort spielt, spielt ausserhalb des Schweizer Schutzes.
Swisslos Sporttip – der Veranstalter der Deutschschweiz
Die Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel) veranstaltet ihre Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Die Rechtsgrundlage ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Ein Online-Konto bei Swisslos steht nur Personen offen, die im Swisslos-Vertragsgebiet wohnen: den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie dem Kanton Tessin und dem Fürstentum Liechtenstein.
Die Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz (für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey, Sporthilfe). Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024 – ein Rückgang, der mit dem Wettverhalten und mit der Anzahl grosser Events zusammenhängt.
Für Wettende, die in der Deutschschweiz oder im Tessin wohnen, ist Sporttip die einzige legale Adresse. Das Sportwettenangebot umfasst ATP-Turniere, die auf der Gespa-Liste stehen, mit Einzel-, Kombinations- und Systemwetten sowie Livewetten. Sporttip hat einen konkreten Mindesteinsatz (CHF 1) und Höchsteinsätze (CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 pro Systemwette), die das Risiko begrenzen – und das ist ein wesentlicher Unterschied zu ausländischen Plattformen, die oft höhere Limits erlauben. Das gilt in beide Richtungen: Wer hoch setzen will, findet bei Sporttip eine Decke, und wer kleine Beträge setzen will, kann ab einem Franken spielen.
Loterie Romande Jouez Sport – der Veranstalter der Westschweiz
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie hat 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende; die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen – anders als bei Sporttip sind die Angebote aber sprachlich französisch ausgerichtet.
Das Produkt Jouez Sport folgt denselben Regeln wie Sporttip: ATP-Turniere auf der Gespa-Liste, dieselben Wettarten, dasselbe Schutzregime. Ein Online-Konto bei Loterie Romande braucht ebenfalls Wohnsitz im Vertragsgebiet und ein Mindestalter von 18 Jahren.
Ausländische Marken – ausserhalb des Schweizer Schutzes
Die ausländischen Anbieter (Rabona, Jackbit, Sportuna, Fezbet, Boomerang Bet, PowBet, HornetBet, BetFury) haben keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung, das Angebot solcher Marken richtet sich nach den Regeln anderer Gerichtsbarkeiten. Sie sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, kennen keinen Schweizer Rekursweg und können jederzeit auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden. Wer dort spielt, tut das auf eigenes Risiko – die Einzahlung, die Auszahlung und die Streitbeilegung folgen den Regeln des Anbieters, nicht den Schweizer Standards.
Wer in der Schweiz wohnt und auf ATP-Tennis wetten will, hat damit zwei legale Wege: Sporttip und Jouez Sport, je nach Wohnsitzkanton. Alles andere ist eine andere Entscheidung als die nach dem besten Wettangebot – es ist die Entscheidung, das Schweizer Schutzregime zu verlassen.
Grundlagen und Einordnung der ATP Tour
Wer auf ATP-Tennis wettet, muss die Struktur der Tour verstehen. Die Hierarchie der Turniere (Masters 1000, ATP 500, ATP 250) bestimmt, wie viele Punkte ein Sieg bringt, wie viele Spieler teilnehmen und wie hoch das Preisgeld ist. Daraus ergibt sich auch, wie ein Buchmacher die Quote kalkuliert: In einem Masters-1000-Feld ist die Varianz grösser als in einem 250er-Feld, in dem die Setzliste dichter ist und Überraschungen seltener kommen.

Warum Belag und Form wichtiger sind als der Name
Eine Quote von 1.85 auf einen Spieler sagt allein wenig. Wer die Tennis-Szene verfolgt, weiss, dass Beläge die Spielweise verändern: Sand verlangsamt den Ball und verlängert die Ballwechsel, Hartplatz begünstigt Aufschlag-Spieler, Rasen ist die kürzeste Saison und am stärksten vom Aufschlag abhängig. Ein Spieler, der auf Sand eine 70 %-Siegesquote hat, kann auf Hartplatz bei 50 % liegen – ohne dass sich an seiner Weltranglistenposition viel ändert.
Die Formkurve ist der zweite Faktor. Eine Verletzungspause, ein Trainerwechsel, eine private Situation – all das fliesst in die Quote ein, oft früher, als es in den Medien auftaucht. Wer regelmässig auf Tennis wettet, achtet auf die letzten 10 bis 20 Resultate auf dem jeweiligen Belag, nicht auf den Head-to-Head-Rekord aus der vorigen Saison.
Die Marge im Quotenschlüssel
Die Quote eines Buchmachers ist nie «fair» im mathematischen Sinn. Sie enthält eine Marge, die der Anbieter auf jedem Markt einbehält. Bei einem ausgeglichenen Zweiermarkt (Quote 1.90 auf beide Spieler) ergibt sich der Auszahlungsschlüssel so:
Payout Share = 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂) = 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (0’526 + 0’526) = 1 ÷ 1’053 ≈ 0’950.
Die Marge ist 100 % − 95.0 % = 5.0 %. Bei einem Spiel mit drei möglichen Ausgängen (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg – das gibt es im Tennis nicht) oder bei exotischen Märkten (Satzwetten, Über/Unter) liegt die Marge oft höher, typisch zwischen 5 % und 8 %, je nach Markt und Anbieter. Die konkreten Quoten schwanken mit dem Spiel, mit dem Anbieter und mit dem Zeitpunkt – die Marge ist die Konstante, die in jedem Markt eingepreist ist.
Das heisst für Wettende: Eine hohe Quote ist kein Geschenk, sondern spiegelt die Wahrscheinlichkeit aus Sicht des Anbieters. Wenn die implizite Wahrscheinlichkeit aller Ausgänge zusammen über 100 % liegt, ist die Marge die Differenz. Wer das nicht beachtet, zahlt auf lange Sicht den Buchmacher, nicht den Gegner.
Was sich von Fussball und anderen Sportarten unterscheidet
Im Tennis gibt es kein Unentschieden – jeder Match hat einen Sieger. Das vereinfacht die Siegerwette, eröffnet aber gleichzeitig komplexere Märkte: Satzwetten (Wette auf den Sieger eines bestimmten Satzes), Handicap (ein Spieler beginnt mit einem virtuellen Rückstand), Über/Unter (Anzahl Games in einem Satz oder Match). Jeder dieser Märkte hat eine eigene Marge, oft höher als die einfache Siegerwette. Wer auf Tennis wettet, vergleicht nicht nur die Quote auf den Match-Sieger, sondern auch die Marge des Markts, auf dem er spielt.
Ausserdem gibt es im Tennis keine Nachspielzeit, aber die reguläre Spieldauer ist variabel. Ein Tiebreak im dritten Satz kann das Match kurz machen, ein Satz ohne Tiebreak kann es lang machen. Die Wettart Livewetten erfordert deshalb eine andere Aufmerksamkeit als im Fussball, wo die Uhr relativ gleichmässig tickt.
Rechtslage – was die Schweizer Bewilligung bedeutet
Die Schweiz reguliert Glücksspiele seit 2019 im Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft 1. Januar 2019). Sportwetten sind Grossspiele nach Art. 3 lit. c und e BGS und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) beaufsichtigt – nicht von der ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos (Produkt Sporttip) und Loterie Romande (Produkt Jouez Sport). Eine Liste weiterer lizenzierter Buchmacher gibt es nicht, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa publiziert nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.
Vertragsgebiet und Online-Konto
Wer ein Online-Konto bei Swisslos eröffnen will, muss im Swisslos-Vertragsgebiet wohnen (Deutschschweizer Kantone, Tessin und Liechtenstein), mindestens 18 Jahre alt sein und es darf keine Spielsperre bestehen. Jede Person darf sich nur einmal registrieren, und die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Bei Loterie Romande gelten die Westschweizer Kantone als Vertragsgebiet, die Bedingungen sind gleich.
Wer also im Aargau wohnt, hat nur Swisslos als legalen Anbieter; wer im Wallis wohnt, hat nur Loterie Romande. Eine Wahl zwischen den beiden gibt es nur, wer umzieht.
Was die Gespa-Liste erlaubt
Die Gespa führt eine geschlossene Liste zugelassener Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS, Fassung 10.09.2026). Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind verboten; ATP-Turniere können enthalten sein, müssen aber explizit aufgeführt werden. Frauenwettbewerbe stehen nur, wenn die Liste sie nennt; Qualifikationsrunden nur bei explizitem Eintrag; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind nie wettbar. Corner- oder Kartenmärkte fehlen, ein Esports-Bereich existiert nicht.
Events mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Livewetten sind erlaubt, vor und während des Spiels, wenn der Anbieter eine entsprechende Bewilligung hat; das BGS enthält keine spezifische Einschränkung für einzelne Live-Märkte. Cash-Out ist nicht gesetzlich geregelt, sondern Sache des Anbieters: Bei Sporttip gibt es vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, nur online, und nicht für jeden Markt garantiert.
Werbung, Boni und Gratiswetten
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen gerichtet werden (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht erlaubtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte die Gespa 24 Einwilligungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Die genauen Bonusbedingungen stehen in den Spielregeln jedes Anbieters.
Was heisst das in der Praxis? Wer mit einem Schweizer Anbieter wettet, bekommt keine aggressiven Bonusangebote, dafür aber klare Regeln. Wer auf eine ausländische Plattform ausweicht, findet dort oft grosse Bonusaktionen – ohne Schweizer Schutz, ohne Schweizer Aufsicht und mit Risiken, die das BGS gerade verhindern will.
Spielerschutz – Verlustlimiten, Spielsperre und Ausschluss
Spielerschutz ist im BGS nicht optional. Sportwetten sind ab 18 Jahren zugänglich; Minderjährige werden online nicht zugelassen (Art. 72 BGS). Pro Person gibt es ein Konto mit verifizierter Identität (Art. 47–52 VGS). Die Verlustlimiten setzen die Spielenden selbst, nicht der Staat: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden – statutengemäss; Swisslos und Loterie Romande wenden 72 Stunden in ihren eigenen Bedingungen an.
Verlustlimiten konkret
Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen. Die Obergrenze pro 30 Tage liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige (die ohnehin nicht teilnehmen dürften) wäre die Grenze CHF 1’000. Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage. Eine Senkung der Limite greift sofort; eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Damit soll verhindert werden, dass eine Verlustspirale durch spontane Erhöhung der Limits verschärft wird.
Die Schweiz kennt keinen statutarischen festen Einzahlungs-Cap – die Limits sind Selbstregulierung mit gesetzlichem Mindestrahmen. Wer bei Sporttip oder Jouez Sport spielt, sollte sich beim ersten Login Zeit nehmen, die Limits bewusst zu setzen – sie sind später nur mit Wartezeit nach oben anpassbar.
Spielsperre und Sperrregister
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das Sperrregister ist geteilt; wer sich bei einem Schweizer Anbieter sperren lässt, ist bei allen anderen gesperrt.
Das BGS regelt die Spielsperre in Art. 80–82: gesperrt werden können überschuldete oder spielsüchtige Personen, und es gibt eine Selbstausschluss-Möglichkeit. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Spieler haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Testkäufe der Gespa 2025
Die Gespa führt regelmässig Testkäufe durch. Im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Das bedeutet nicht, dass Online-Sperren wirkungslos sind – aber es relativiert die Vorstellung, der stationäre Vertrieb sei streng geschützt. Wer am Schalter spielt, sollte das Alter kontrolliert wissen; der Online-Kanal verlangt die Verifikation ohnehin beim ersten Login.
Steuern auf Gewinne
Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen (die ESTV nennt ausdrücklich Sportwetten) sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich; ein typischer Wettgewinn liegt weit darunter, also ohne Einkommensteuer und ohne Verrechnungssteuer. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann.
Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis (namentlich Thurgau) behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen. Wer dort spielt und gewinnt, deklariert den Gewinn im Kanton seiner Steuerpflicht – Details klären Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz – wer behauptet, er zahle eine Wettsteuer, zahlt sie auf einer ausländischen Plattform, nicht in der Schweiz.
Wettarten und Quote – wie das Wettangebot strukturiert ist
Das Schweizer Wettangebot folgt der Gespa-Liste, und die Wettarten sind klar definiert. Bei Sporttip sind die zentralen Formen die Einzelwette, die Kombinationswette, die Systemwette und die Livewette; dazu kommen Spezialfunktionen wie Cash-Out, Quotenboost und Kombiboost.
Einzel-, Kombinations- und Systemwetten
Die Einzelwette ist die einfachste Form: ein Match, ein Ausgang, eine Quote. Der Gewinn errechnet sich aus Einsatz mal Quote, bei einem kombinierten Wettschein aus Einsatz mal Gesamtquote (dem Produkt der Einzelquoten). Der Gewinn wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Die Kombinationswette vervielfacht die Quoten, aber auch das Risiko: Nur wenn alle Voraussagen eintreffen, wird die Wette gewonnen. Bei Sporttip gilt: voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Wer versucht, manuell zwei Ausgänge desselben Matches zu kombinieren, riskiert, dass Swisslos die Wette als ungültig wertet und nur den Einsatz zurückerstattet.
Die Systemwette erlaubt es, mehrere Kombinationen aus einem Pool von Voraussagen zu bilden – selbst wenn einzelne Voraussagen falsch sind, können andere Kombinationen gewinnen. Der Höchsteinsatz pro Systemwette liegt bei CHF 10’000 – höher als bei Einzel- und Kombiwetten.
Livewetten und Cash-Out
Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen (im Fussball etwa Elfmeter, Rote Karte, VAR-Entscheidung) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Im Tennis gibt es keine spielentscheidenden Momente dieses Formats; das Risiko liegt eher in der Spielunterbrechung und der Wette auf das nächste Game.
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie für jeden Markt. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.
Boosts – Quotenboost und Kombiboost
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost – wer vorzeitig aussteigt, verliert den Boost und nimmt den Cash-Out-Betrag.
Der Kombiboost gilt online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Auf den ersten Blick klingt «100 % Bonus bei fünfzehn Voraussagen» gross – die Rechnung zeigt, dass fünfzehn richtige Tipps in einer Kombiwette ohnehin selten sind und die Marge jedes einzelnen Markts die implizite Wahrscheinlichkeit drückt.
Marge im Quotenschlüssel – die Rechnung
Die Marge eines Markts ist der Anteil, den der Buchmacher von jedem Franken Einsatz einbehält. Für einen ausgeglichenen Zweiermarkt (etwa Quote 1.90 / 1.90) ergibt sich:
Payout Share = 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (0’526 + 0’526) = 1 ÷ 1’053 ≈ 0’950.
Die Marge ist 100 % − 95.0 % = 5.0 % – bei einem engen Match zwischen zwei ausgeglichenen Spielern. Bei einem klaren Favoriten (etwa 1.30 / 3.50) liegt die Marge höher, oft bei 6 % bis 8 %, weil der Buchmacher auf der Favoritenseite weniger Puffer hat. Bei exotischen Märkten (Über/Unter, Handicap, Satzwetten) ist die Marge ebenfalls tendenziell höher, typisch 6 % bis 10 %.
Das ist die Bandbreite, mit der ein Wettender rechnen muss: 5 % bis 10 %, je nach Markt und Konstellation. Über eine Saison mit 200 Wetten summiert sich das zu einem erheblichen Betrag – wer bei 5 % Marge spielt, verliert im Schnitt 5 Rappen pro Franken Einsatz, wer bei 10 % Marge spielt, 10 Rappen.
Was passiert bei Spielabbruch oder Verschiebung
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Im Tennis gibt es keine Verlängerung; ein Match wird im dritten Satz Tiebreak entschieden, ein Match-Rückzug oder eine Aufgabe zählt als Niederlage des zurückziehenden Spielers – die Wette gilt als verloren, sofern die Regeln nichts anderes vorsehen.
Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, wird die Wette in der Regel rückerstattet. Das gilt für Prematch- und Livewetten gleichermassen, soweit das Wettprogramm keine Sonderregelung enthält. Wer eine Livewette auf ein Game platziert und das Match dann wegen Regens unterbrochen und nicht fortgesetzt wird, bekommt den Einsatz zurück – Details regelt die Gespa-Liste und das Wettprogramm des Anbieters.
Häufige Fragen zu ATP Wetten in der Schweiz
Auf welche ATP-Turniere kann in der Schweiz gewettet werden?
Welche ATP-Turniere im Wettprogramm stehen, regelt die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Fassung 10.09.2026). Die grossen Masters-1000-Turniere und die ATP Finals sind in der Regel enthalten; ATP-250-Turniere können je nach Saison eingeschränkt sein. Das aktuelle Wettprogramm von Sporttip oder Jouez Sport zeigt, welche Events und Märkte konkret verfügbar sind.
Wie entsteht die Quote bei einem Tennismatch, und welchen Einfluss hat der Belag?
Die Quote setzt sich aus der Wahrscheinlichkeitseinschätzung des Anbieters plus einer Marge zusammen. Belag und aktuelle Form prägen die Einschätzung stärker als der Name: Ein Spieler kann auf Sand 70 % seiner Matches gewinnen, auf Hartplatz nur 50 %, ohne dass sich an der Weltrangliste viel ändert. Die implizite Wahrscheinlichkeit ergibt sich aus 1/Quote – bei Quote 1.85 implizit etwa 54 %, bei Quote 2.50 etwa 40 %.
Wie wird eine Wette behandelt, wenn ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird?
Eine abgesagte Wette wird in der Regel rückerstattet, wenn sie nicht innerhalb von 48 Stunden nachgeholt wird. Die genauen Bedingungen stehen im Wettprogramm des Anbieters; bei Kombiwetten kann eine teilweise Rückerstattung erfolgen, wenn nur eine Voraussage betroffen ist. Cash-Out-Wetten folgen den Regeln des Cash-Out-Angebots zum Zeitpunkt des Abbruchs.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?
Der Gewinn einer Einzelwette ist Einsatz mal Quote; bei Quote 2.10 und Einsatz CHF 50 ergibt sich ein Bruttogewinn von CHF 105 (Reingewinn CHF 55). Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote; bei vier Voraussagen mit 1.50, 1.80, 2.00 und 2.50 ergibt sich eine Gesamtquote von 13.50 und ein Bruttogewinn von 13.50 × Einsatz. Der Betrag wird auf zwei Nachkommastellen gerundet, dann auf 5 Rappen abgerundet.
Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den beiden Schweizer Veranstaltern?
Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen (Obergrenze CHF 9’999 pro 30 Tage). Eine Erhöhung greift erst nach 72 Stunden. Der Zugang kann produktbezogen für 1 bis 180 Tage gesperrt werden; eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Liechtenstein. Loterie Romande folgt den gesetzlichen Vorgaben in ihren eigenen Bedingungen.
Sind Gewinne steuerfrei, und was bedeutet «je nach Kanton» beim Steuerfreibetrag?
Gewinne aus Schweizer bewilligten Sportwetten sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt ab 2026 bei CHF 1’071’000, der kantonale Freibetrag unterscheidet sich – daher «je nach Kanton». Über dem Freibetrag werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen. Ausländische Gewinne sind im Kanton Thurgau unabhängig vom Betrag voll steuerbar; in anderen Kantonen variiert die Praxis.
Tennis – europacupwetten
Inhalt erstellt vom Team «europacupwetten»
