Wo die besten Wettquoten der Schweiz wirklich liegen

Updated Oktober 2026
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Ein Taschenrechner und ein Bleistift liegen auf einem Holztisch, daneben steht ein halb gefülltes Glas Wasser.

Wer hierzulande auf der Suche nach den höchsten Quoten ist, landet unweigerlich bei einer kleinen, klar umrissenen Frage des Rechts. Die Schweiz kennt keinen freien Wettmarkt: Nur zwei Veranstalterinnen haben eine Bewilligung der Gespa, Sporttip der Swisslos und Jouez Sport der Loterie Romande. Jede Quote, die ein Spieler aus einem anderen Land aufruft, gehört zu einem Angebot, das in der Schweiz weder bewilligt ist noch unter deren Schutz fällt. Wer die Quoten vergleicht, vergleicht also nicht einfach Zahlen, sondern bewilligte Zahlen gegen solche, die der Markt hier gar nicht führen darf. Wer die Quoten korrekt einordnen will, muss die Mechanik hinter Quote und Marge verstehen und wissen, was eine hohe Zahl für den Gewinn tatsächlich bedeutet.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Aktualisiert am Oktober 19, 2026, geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2) sowie das Reglement Jouez Sport (17. Auflage, September 2024), mit Verweis auf die Geldspielaufsicht Gespa.

Wettmärkte und Quotenmechanik im Überblick

Wie eine Quote entsteht und was die Marge darüber sagt

Eine Quote ist im Kern eine Wahrscheinlichkeit in umgekehrter Form. Wer für ein Ereignis die Quote 2.00 sieht, drückt die Einschätzung der Veranstalterin aus, dass dieses Ereignis mit etwa 50 % eintritt, denn der Kehrwert von 2.00 ist 0.5. Eine Quote 1.50 entspricht rund 67 %, eine Quote 4.00 rund 25 %. Diese Übersetzung ist simpel, erklärt aber nur die halbe Wahrheit. Sie gilt exakt nur in einem Markt ohne Marge, also in einem fiktiven Markt, in dem die Veranstalterin auf jedes mögliche Ergebnis genau jenen Betrag auszahlt, den sie eingenommen hat. In der Realität nimmt die Veranstalterin auf jedem Markt einen kleinen Anteil jedes Einsatzes heraus, die Marge. Genau deshalb addieren sich die Kehrwerte der einzelnen Quoten eines Marktes nicht zu 100 %, sondern zu weniger, und genau deshalb zahlt der gleiche Markt mit identischen Wahrscheinlichkeiten bei einer Veranstalterin mit tieferer Marge höhere Quoten als bei einer mit höherer.

Ein Torpfosten mit Netz steht im Gegenlicht auf einem leeren Fussballplatz, über dem Rasen liegt Nebel.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50.

Eine faire Rechnung veranschaulicht das. Angenommen, ein Zweiwege-Markt, etwa ein Tennis-Match ohne Unentschieden, wird mit den Quoten 1.90 und 1.90 angeboten. Dann ergeben die Kehrwerte 1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90, also rund 0.5263 + 0.5263, zusammen rund 1.0526. Der Markt schüttet also etwa 95.07 % der Einsätze als Gewinne aus, was einer Marge von rund 4.93 % entspricht. Bei den gleichen Wahrscheinlichkeiten, aber Quoten von 1.85 und 1.85, wäre die Auszahlung 92.51 % und die Marge 7.49 %. Die Differenz von etwa 2.5 Prozentpunkten Marge schlägt sich in einer um etwa 5 % höheren Auszahlungsquote bei der ersten Variante nieder, ohne dass sich an den Wahrscheinlichkeiten selbst irgendetwas geändert hätte. Wer Quoten vergleicht, vergleicht also Marge und nicht Wahrheit.

Die Konsequenz für den Wettenden: Eine «bessere» Quote ist nie eine Aussage über das Ereignis, sondern eine Aussage über den Anbieter. Eine Veranstalterin, die in einem 1X2-Markt mit 1.95/3.40/3.80 arbeitet, ist tendenziell näher an einer fairen Linie als eine, die das gleiche Spiel mit 1.85/3.20/3.50 listet, aber wie nah sie tatsächlich liegt, hängt vom Markt ab. Bei asiatischen Handicaps oder Torwetten liegen die Margen erfahrungsgemäss höher als im klassischen 1X2, weil dort weniger Spielraum zwischen den Quoten besteht. Wer Quoten lesen will, muss wissen, welcher Markt vor ihm liegt.

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette

Bei einer Einzelwette wird der Einsatz mit einer einzigen Quote multipliziert. Eine Wette von CHF 10 auf Quote 2.50 bringt im Erfolgsfall CHF 25 zurück, der Nettogewinn beträgt CHF 15. Bei einer Kombiwette werden die Einzelquoten multipliziert, die so entstehende Gesamtquote mit dem Einsatz. Vier Voraussagen mit den Einzelquoten 1.80, 2.10, 1.95 und 2.40 ergeben eine Gesamtquote von etwa 17.30, bei einem Einsatz von CHF 5 also einen Bruttogewinn von rund CHF 86.50 und einen Nettogewinn von rund CHF 81.50. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet, weshalb aus CHF 86.50 in der Auszahlung CHF 86.50 wird. Bei einer Systemwette werden mehrere Kombinationen aus einem Pool von Voraussagen gespielt, was Gewinnchancen auch dann sichert, wenn nicht alle Voraussagen treffen, allerdings zum Preis eines höheren Gesamteinsatzes, da jede Kombination einzeln gesetzt wird.

Was die Marge angeht, gilt eine einfache Regel: Die Marge einer Kombiwette ist deutlich höher als diejenige einer Einzelwette. Werden aus jedem Bein etwa 5 % Marge übernommen, was bei den beiden bewilligten Schweizer Veranstalterinnen für gut sortierte Fussballmärkte realistisch ist, so liegt die Marge einer Kombiwette mit vier Beinen in der Grössenordnung von etwa 18 bis 20 %. Eine «bessere Gesamtquote» durch Hinzufügen weiterer Beine ist also fast immer eine Kombination aus höherer Auszahlung im Erfolgsfall und drastisch tieferer Wahrscheinlichkeit, dass alle Beine gleichzeitig treffen. Genau diese Asymmetrie ist es, die Kombiwetten für die Veranstalterinnen strukturell profitabel macht.

Cash-Out, Bet Builder und Livewetten

Cash-Out erlaubt es, eine laufende Wette vor dem Ende des Ereignisses an die Veranstalterin zurückzuverkaufen. Bei Sporttip ist Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten möglich, sowohl vor Spielbeginn als auch live, allerdings nur online und nur als vollständiges Cash-Out, nicht als Teilauszahlung. Der ausgezahlte Betrag liegt unter dem maximalen möglichen Gewinn, wenn die Wette ausläuft, und Swisslos behält sich vor, Cash-Out nicht für jeden Markt anzubieten. Wer Cash-Out nutzt, schliesst also einen Handel mit der Veranstalterin ab, der meistens einen kleinen Verlust gegenüber dem «Aussitzen» bedeutet, dafür aber den Vorteil bietet, dass das Ergebnis nicht mehr zählt.

Der Bet Builder kombiniert mehrere Voraussagen aus einem einzigen Sportereignis zu einer Wette, etwa «Heimsieg, über 2.5 Tore und beide Teams treffen» aus einem Fussballspiel. Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung ausschliesslich über diese Funktion kombiniert. Wer eine solche Kombination versehentlich auf anderem Weg platziert, riskiert, dass die ganze Kombinationswette für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet wird. Der Bet Builder ist also nicht nur ein Komfortmerkmal, sondern Voraussetzung, damit solche Wetten überhaupt angenommen werden.

Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Entscheidend ist der Zeitpunkt der Wettabgabe. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen, also etwa bei einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einer Videoschiedsrichter-Entscheidung, kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das gilt einer der häufigsten Reibungsflächen bei Livewetten und ist ein Grund, weshalb die Plattformen bei solchen Ereignissen oft nur mit Verzögerung oder gar nicht annehmen.

Quotenboosts und Kombiboost

Quotenboosts bei Sporttip sind Erhöhungen einzelner Quoten für ein bestimmtes Ereignis oder einen bestimmten Markt. Sie gelten nur online, nur für Prematch-Einzelwetten auf eine einzige Voraussage und sind pro Wettendem nur einmal nutzbar. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer einen Quotenboost nutzt, sollte also darauf achten, dass die Wette ohne vorzeitigen Verkauf ausläuft, sonst geht der Boost-Vorteil verloren.

Der Sporttip-Kombiboost ist eine andere Mechanik. Er gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Der Boost ist in Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert, was bei sehr hohen Quoten den Effekt nach oben abflacht. Eine Kombiwette aus vier Bein zu je 1.80 mit Einsatz CHF 10 bringt im Erfolgsfall ohne Boost etwa CHF 105.60 zurück, mit Boost CHF 110.88, also rund CHF 5 zusätzlich. Bei fünfzehn Beinen mit Gesamtquote 300 und Einsatz CHF 5 ergibt sich ein Nettogewinn ohne Boost von rund CHF 1’495, mit Boost von rund CHF 2’990. Die Mechanik ist also linear zum Nettogewinn skaliert, was den Boost gerade bei langen Kombis finanziell interessant macht, aber die statistische Eintrittswahrscheinlichkeit solcher Kombis nicht verändert.

Die beiden Schweizer Veranstalterinnen im direkten Vergleich

Wettgebot, Verbreitung und Bewilligung

Sporttip wird durch die Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel veranstaltet, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, die Interkantonale Landeslotterie also. Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer in der Westschweiz wohnt, kann dort kein Online-Konto eröffnen, sondern fällt in den Zuständigkeitsbereich der zweiten Veranstalterin.

Jouez Sport wird durch die Loterie Romande, die Société de la Loterie de la Suisse Romande, mit Sitz Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne veranstaltet. Das Vertragsgebiet umfasst die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Loterie Romande betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende.

Beide Veranstalterinnen verfügen über eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), die Aufsicht führt die Gespa. Das ist der entscheidende Unterschied zu jedem ausländischen Anbieter, dessen Lizenz in der Schweiz keine Wirkung entfaltet. Eine ausländische Lizenz aus Malta, Curaçao, Deutschland oder anderswo begründet keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Schweizer Ausschlussregister und keinen Schutz durch die Schweizer Rechtsmittel.

Veranstalterin Produkt Vertragsgebiet Bewilligung Veranstalter-Bewilligung
Swisslos Sporttip Deutschschweiz, Tessin, Liechtenstein Gespa, BGS SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Westschweiz (FR, GE, JU, NE, VD, VS) Gespa, BGS Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne

Einsatzlimits und Gewinngrenzen

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos behält sich vor, die Limiten jederzeit zu ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3 und für Multiples ebenfalls bei CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500, ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Die Gewinngrenzen unterscheiden sich ebenfalls. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Das Reglement legt für Einzel- und Kombiwetten eine Mindestquote von 1.10 und eine Obergrenze von 100’000 fest. Bei Sporttip liegt die einzige explizite Quote-Obergrenze in den Spielregeln nicht in einer einzelnen Zahl, sondern in der Obergrenze für die Auszahlung pro Einzel- oder Kombiwette, die Swisslos intern begrenzt. Wer auf der Suche nach wirklich hohen Gewinnen ist, hat mit Jouez Sport in der Theorie mehr Spielraum, allerdings bei deutlich tieferen Einsatzlimits pro Wette.

Was das praktisch heisst: Ein Hochbeispiel mit mehreren Beinen und sehr hoher Gesamtquote liegt bei Sporttip typischerweise unterhalb des maximal möglichen Gewinns, weil Swisslos die Auszahlung pro Wettschein intern begrenzt und ein Hochbeispiel an der Quote-Obergrenze gekappt wird. Bei einem Hochbeispiel mit Quote über 100’000 wird es bei Jouez Sport gar nicht angenommen.

Mindestquoten, Boost-Bedingungen und Sonderregeln

Jouez Sport setzt bei allen Wetten eine Mindestquote von 1.10 voraus. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Bei Sporttip verlangt der Kombiboost eine Mindestquote von 1.50 pro Voraussage und mindestens vier Voraussagen, ist also restriktiver als die allgemeine Annahmebedingung. Quotenboosts und Profitboosts sind bei Sporttip nur einmal pro Wettendem nutzbar und bei Cash-Out verfällt der Boost, was den Effekt bei risikoreichen Wetten reduziert.

Beide Veranstalterinnen kennen den Mechanismus, dass abgesagte Ereignisse nicht einfach storniert werden, sondern in den Wettschein eingreifen. Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00. Bei einem abgebrochenen Spiel, etwa einem Fussballspiel mit Abbruch in der ersten Halbzeit, hängt die Behandlung vom Regelwerk ab. Wer hier auf der sicheren Seite sein will, liest die offiziellen Spielregeln Version 4.2 vor der Wettabgabe, weil die genauen Fristen und Modalitäten sich ändern können.

Konsequenz für den Vergleich

Wer in der Schweiz wettet, hat faktisch die Wahl zwischen zwei Veranstalterinnen mit unterschiedlichen Verbreitungsgebieten. Wer in der Deutschschweiz oder im Tessin wohnt, kann nur bei Sporttip ein Online-Konto eröffnen, wer in der Romandie wohnt, nur bei Jouez Sport. Ein direkter Quotenvergleich «derselben» Begegnung ist also nur online möglich, wenn ein identisches Ereignis auf beiden Plattformen angeboten wird, etwa ein Champions-League-Spiel oder ein Spiel der Schweizer Nationalmannschaft. Bei sportartenspezifischen Wetten, etwa auf die Schweizer Unihockey-Meisterschaft oder auf lokale Eishockey-Ligen, ist das Angebot oft nur bei einer der beiden Veranstalterinnen verfügbar, weil das Wettprogramm vom Verbreitungsgebiet abhängt.

Quotenvergleich in der Praxis

Was «beste Quote» im bewilligten Markt bedeutet

Wer Quoten vergleicht, sollte drei Dinge beachten: den Markt, die Veranstalterin und den Zeitpunkt der Quotierung. Im 1X2-Markt eines Champions-League-Spiels können die Quoten für einen Heimsieg zwischen 1.85 und 2.10 schwanken, je nachdem, welche Veranstalterin den Markt führt und wie tief die Marge ist. Bei einem asiatischen Handicap liegt die Marge erfahrungsgemäss höher, weshalb die Quoten dichter beieinanderliegen und der scheinbare Vorteil einer hohen Quote statistisch oft durch die Marge aufgefressen wird. Bei Over/Under-Wetten auf 2.5 Tore liegen die Quoten oft nahe bei 1.85/1.95, weil die Marge dort besonders eng kalkuliert wird.

Eine «beste Quote» existiert also nie absolut, sondern nur relativ zu einem Markt und einem Zeitpunkt. Wer eine Quote von 2.20 auf einen Heimsieg sieht, sollte prüfen, ob die gleiche Veranstalterin auf dem gleichen Spiel nicht auch das Over 2.5 zu 1.95 anbietet, und ob die Konkurrenz auf dem 1X2-Markt nicht 2.30 anzeigt. Das entscheidende Kriterium ist die Auszahlungsquote über alle Beine des Marktes hinweg, nicht die einzelne Zahl. Wer nur eine Zahl vergleicht, vergleicht oft das Falsche.

Quotierungsfenster und Inplay-Volatilität

Quoten sind keine statischen Zahlen, sondern verändern sich mit dem Spielverlauf, mit Wetten anderer Spielender und mit Informationen, die zwischen Annahmeschluss und Spielbeginn bekannt werden. Bei Sporttip beginnt die Quotierung typischerweise einige Tage vor Spielbeginn und verändert sich bis kurz vor Anpfiff in mehreren Schritten. Je näher der Anpfiff rückt, desto volatiler wird die Quote, weil die Veranstalterin auf neue Informationen reagieren und das Wettvolumen ausgleichen muss.

Bei Livewetten ist die Volatilität naturgemäss am höchsten. Ein Tor in der 30. Minute kann die Quote für den Heimsieg innerhalb weniger Sekunden von 2.10 auf 3.50 treiben, weil die implizierte Wahrscheinlichkeit für einen Heimsieg nach einem Rückstand sinkt. Wer auf eine hohe Quote bei einem Live-Markt wartet, sollte sich bewusst sein, dass die Quote nicht aus Grosszügigkeit der Veranstalterin hoch ist, sondern aus der statistischen Wahrscheinlichkeit. Hohe Live-Quoten bedeuten selten ein Geschenk, sondern meistens ein unwahrscheinliches Ereignis.

Die Rechtslage für Schweizer Wettquoten

Warum nur zwei Veranstalterinnen bewilligt sind

Das Schweizer Geldspielgesetz unterscheidet zwischen Geldspielen, die keine besondere Bewilligung brauchen, und Grossspielen, die einer Bewilligungspflicht unterliegen. Online-Sportwetten sind Grossspiele und brauchen sowohl eine Veranstalterbewilligung als auch eine Spielbewilligung. Die Kantone haben den Kreis der bewilligten Veranstalterinnen auf zwei begrenzt: Swisslos und Loterie Romande. Eine dritte Veranstalterin mit Sitz in der Schweiz gibt es nicht, eine ausländische Veranstalterin kann in der Schweiz keine Bewilligung erhalten, die Wirkung entfaltet.

Eine Steinbrücke führt im Frühnebel über einen Fluss, auf dem Fussweg ist niemand zu sehen.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019.

Diese Konstruktion ist die direkte Folge des Geldspielkonkordats von 2021, das die interkantonale Aufsicht in der Gespa gebündelt hat. Sie bedeutet, dass die Wahl «unter Schweizer Bewilligung» eine Wahl zwischen genau zwei Produkten ist, mit den jeweils eigenen Verbreitungsgebieten. Wer eine breitere Auswahl an Wettmärkten oder höhere Limits sucht, stösst hier an eine harte Grenze, die sich aus dem Gesetz ergibt und nicht aus einem Mangel an Wettbewerb.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Eine ausländische Lizenz, gleich aus welchem Land sie stammt, hat in der Schweiz keine Wirkung. Das gilt auch für Lizenzen aus der Europäischen Union, die im Rahmen anderer Produkte wie Wertpapierdienstleistungen anerkannt werden, im Geldspielrecht aber ausdrücklich ausgenommen sind. Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, hat in der Schweiz keine Bewilligungsgrundlage, keine Anbindung an das Ausschlussregister und keine Schweizer Rechtsmittel. Stakes und Gewinne können in einem Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, der Spieler selbst wird nicht bestraft.

Die Gespa führt eine Sperrliste mit Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS-Sperre blockieren. Die Liste umfasste Ende 2025 671 Domains. Wird eine Domain blockiert, tauchen innerhalb von Stunden Ersatzdomains auf, ein Phänomen, das die Gespa als Domain-Hopping bezeichnet. Die Sperrlist ist kein vollständiger Schutz, weil sie auf Domain-Ebene arbeitet und nicht auf Zahlungsebene, aber sie erhöht die Hürde für ausländische Anbieter spürbar.

Werbliche der Heimbehörden

Die Werbung für bewilligte Schweizer Sportwetten unterliegt dem Restriktionsregime des Geldspielgesetzes: Sie darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 bestraft. Was das praktisch heisst: Wer in der Schweiz für Sporttip oder Jouez Sport wirbt, hält sich an diese Regeln. Werbung für ausländische Anbieter, die sich an Schweizer Spieler richtet, ist verboten, weshalb solche Werbung meist über Offshore-Kanäle läuft.

Die Konsequenz für den Spieler: Wer im Schweizer Fernsehen, in Schweizer Tageszeitungen oder auf legalen Schweizer Plattformen auf einen Wettanbieter stösst, kann davon ausgehen, dass es sich um einen der beiden bewilligten Anbieter handelt. Wer auf Sozialen Medien, in Foren oder über Affiliate-Links auf einen Anbieter stösst, sollte prüfen, ob dieser bewilligt ist, und wenn nicht, davon ausgehen, dass die Werbung gegen das Geldspielgesetz verstösst.

Verantwortungsvolles Wetten und Schutzmechanismen

Verlustlimiten und Einzahlungslimiten

Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen, mit einer Obergrenze von CHF 9’999 und einer Sondergrenze von CHF 1’000 für unter 21-Jährige. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage gesetzt werden. Diese Limite sind nicht staatlich vorgeschrieben, sondern Operator-Anwendungen an die gesetzliche Pflicht, eine oder mehrere Maximalwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste zu verlangen. Das Geldspielgesetz sieht eine Erhöhungssperre von 24 Stunden vor, Swisslos und Loterie Romande wenden 72 Stunden an, also konservativer als das Minimum.

Die Konsequenz für den Spieler: Wer mehr als CHF 9’999 pro Monat setzen will, kann das bei Sporttip nicht, weil die Obergrenze für die Verlustlimite 30 Tage genau bei diesem Wert liegt. Wer unter 21 ist, hat die Sondergrenze von CHF 1’000, also ein Zehntel des Erwachsenenlimits. Diese Limite sind nicht verhandelbar, sie sind die Regel.

Spielsperre und Zugangssperre

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Spielsperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, wobei eine Fachstelle involviert ist.

Bei Jouez Sport gelten vergleichbare Regeln, weil das Geldspielgesetz für alle bewilligten Veranstalterinnen die gleichen Mechanismen vorsieht. Wer sich bei einer der beiden Veranstalterinnen sperren lässt, ist automatisch auch bei der anderen gesperrt, weil das Register schweizweit geführt wird. Diese Sperre gilt auch für Casino-Spiele, weil das Register alle Formen von Geldspielen abdeckt.

Was hohe Quoten tatsächlich kosten

Hohe Quoten reduzieren das Verlustrisiko nicht, sie erhöhen nur den möglichen Gewinn im Erfolgsfall. Wer auf eine Quote 5.00 statt 3.00 setzt, gewinnt bei einem Treffer mehr, verliert aber bei einem Fehlschlag genau gleich viel, nämlich den Einsatz. Die einzige Möglichkeit, das Verlustrisiko zu reduzieren, ist eine tiefere Marge, die sich in höheren Quoten niederschlägt, oder eine bessere eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, die sich in einem höheren erwarteten Wert niederschlägt. Beides ist unabhängig von der absoluten Höhe der Quote.

Die Konsequenz: Wer die Quote 10.00 auf einen Heimsieg sieht, sollte sich fragen, ob die Veranstalterin diese Quote aus Grosszügigkeit setzt oder aus der Einschätzung, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Heimsieg etwa 10 % beträgt. In den allermeisten Fällen ist es das letztere. Eine «beste» Quote ist also kein Geschenk, sondern das Resultat einer bestimmten Wahrscheinlichkeitsschätzung und einer bestimmten Margenpolitik. Wer Quoten vergleicht, vergleicht diese zwei Grössen, nicht die einzelne Zahl.

Kontrolle im Alltag

Die wirksamste Kontrolle im Alltag ist nicht die Quote, sondern die Verlustlimite. Wer eine tägliche Limite von CHF 50 setzt, kann an einem Tag maximal CHF 50 verlieren, egal wie die Quoten aussehen. Wer eine wöchentliche Limite von CHF 200 setzt, begrenzt den Verlust auf CHF 200 pro Woche. Wer eine monatliche Limite von CHF 500 setzt, begrenzt den Verlust auf CHF 500 pro Monat. Diese Limite sind das einzige Instrument, das die Veranstalterin tatsächlich durchsetzt, weil eine Wettabgabe über der Limite technisch nicht möglich ist.

Eine zweite Kontrolle ist die Spielsperre, weil sie den Zugang zum Produkt für eine definierte Zeit vollständig unterbindet. Eine dritte Kontrolle ist die Einzahlungslimite, weil sie den Zufluss von Geld auf das Spielkonto begrenzt und damit auch die Höhe der möglichen Einsätze.

Anbieter im Überblick

Swisslos Sporttip

Swisslos betreibt mit Sporttip das einzige bewilligte Sportwettenangebot für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein. Die Bewilligung umfasst sowohl die Veranstalter- als auch die Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, die Aufsicht führt die Gespa. Sporttip deckt ein breites Wettprogramm ab, von Fussball über Eishockey und Tennis bis hin zu Schweizer Sportarten, und bietet Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten nur online und nur als vollständiges Cash-Out.

Die Mindestquote pro Voraussage beim Kombiboost liegt bei 1.50, was tiefer ist als bei vielen ausländischen Anbietern, die Mindestquoten von 1.80 oder 2.00 verlangen. Das macht den Boost auch für Kombinationen mit moderaten Favoriten-Quoten attraktiv. Die maximalen Gewinne sind nicht in einer einzelnen Zahl beziffert, sondern folgen aus den internen Auszahlungsgrenzen und der Obergrenze für die Quote pro Voraussage. Sporttip ist die richtige Wahl für Spieler, die im deutschsprachigen Vertragsgebiet wohnen und ein breites Wettprogramm mit Cash-Out-Funktion suchen.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande betreibt mit Jouez Sport das bewilligte Angebot für die Westschweiz. Die Spielregeln in der 17. Auflage von September 2024 regeln Einsatzlimits, Gewinngrenzen und Wettmechanik. Mit einem Höchstgewinn von CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen liegt Jouez Sport nominell höher als Sporttip, allerdings bei einem tieferen maximalen Einsatz von CHF 500 pro Wette.

Die Mindestquote pro Einzelwette oder Gesamtquote einer Kombiwette beträgt 1.10, was sehr tief ist und Kombinationen mit starken Favoriten-Quoten ermöglicht, ohne dass die Wette wegen Unterschreitung der Mindestquote abgelehnt wird. Jouez Sport ist die richtige Wahl für Spieler in der Westschweiz, die moderate Einsätze mit moderatem Risiko suchen und von den nominal höheren Gewinngrenzen profitieren wollen.

BC.Game, BetFury, Cloudbet, Playzilla, Roobet, Betovo, AmunRa, Bettilt

Diese acht Anbieter sind ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung. Eine Lizenz aus einem anderen Land entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Wer bei einem dieser Anbieter wettet, hat in der Schweiz keine Anbindung an das Ausschlussregister, keine Schweizer Rechtsmittel und keine Aufsicht durch die Gespa. Die Domains dieser Anbieter können auf der Sperrlist der Gespa landen, was den Zugriff aus der Schweiz erschwert, aber nicht verhindert.

Da diese Anbieter in der Schweiz über keine Bewilligung verfügen, unterliegen sie nicht der Aufsicht der Gespa und bieten keine Gewähr für den Spielerschutz nach Schweizer Geldspielgesetz. Quotenvergleiche mit diesen Plattformen sind daher nicht aussagekräftig, da die regulatorischen Bedingungen, die für Schweizer Veranstalterinnen gelten, dort keine Anwendung finden.

Häufige Fragen

Welcher Wettanbieter hat in der Schweiz die besten Quoten?

In der Schweiz gibt es nur zwei bewilligte Anbieter: Sporttip der Swisslos für die Deutschschweiz und das Tessin, Jouez Sport der Loterie Romande für die Westschweiz. Ein direkter Quotenvergleich ist nur für Spieler möglich, die in beiden Vertragsgebieten ein Konto eröffnen können, was bei Online-Konten ausgeschlossen ist. Wer die «besten Quoten» sucht, sollte die Quotierung der gleichen Veranstalterin über mehrere Märkte hinweg vergleichen, nicht zwischen zwei Plattformen.

Wie funktionieren Quoten bei Sportwetten und was bedeuten sie?

Eine Quote ist die umgekehrte Wahrscheinlichkeit: Eine Quote 2.00 entspricht etwa 50 % Wahrscheinlichkeit, eine Quote 4.00 etwa 25 %. Der Kehrwert der Quote ist die implizite Wahrscheinlichkeit. Bei einem Markt mit zwei möglichen Ergebnissen und identischen Wahrscheinlichkeiten sollten die Kehrwerte der Quoten zusammen 100 % ergeben, wenn keine Marge eingepreist ist. In der Realität ist die Summe grösser als 100 %, und der Überschuss ist die Marge der Veranstalterin.

Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet?

Der Gewinn einer Einzelwette ist der Einsatz multipliziert mit der Quote, der Nettogewinn ist der Einsatz multipliziert mit der Quote minus 1, also Einsatz mal (Quote minus 1). Bei einer Kombiwette werden die Einzelquoten zur Gesamtquote multipliziert, der Gewinn ist der Einsatz mal die Gesamtquote. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Jouez Sport setzt bei allen Wetten eine Mindestquote von 1.10 voraus.

Wie entstehen die Quoten und was ist die Marge des Anbieters?

Die Veranstalterin schätzt die Wahrscheinlichkeit jedes möglichen Ergebnisses, kalkuliert einen Margenaufschlag und leitet daraus die Quote ab. Bei einem Zweiwege-Markt mit Wahrscheinlichkeiten von 60 % und 40 % und einer Marge von 5 % würden sich Quoten von etwa 1.65 und 2.55 ergeben. Die Marge ist der Anteil der Einsätze, den die Veranstalterin unabhängig vom Ausgang einbehält. Im Beispiel fliesst etwa 95 % der Einsätze als Gewinne zurück, 5 % bleiben bei der Veranstalterin.

Wie wirkt sich die Gesamtquote bei Kombiwetten auf den Gewinn aus?

Bei einer Kombiwette werden die Einzelquoten multipliziert, die Gesamtquote ist das Produkt. Der Gewinn ist der Einsatz mal die Gesamtquote. Allerdings steigt die Marge einer Kombiwette mit jedem zusätzlichen Bein deutlich an, weil die Margen der Einzelmärkte multiplikativ übertragen werden. Aus diesem Grund sind Kombiwetten statistisch deutlich schlechter als die Multiplikation der einzelnen Wahrscheinlichkeiten erwarten liesse, auch wenn die ausgeschriebene Gesamtquote nominell hoch ist.

Welche Höchstgewinne gelten bei Jouez Sport für Einzel- und Kombiwetten?

Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000. Für alle Gewinne eines Multiples zusammen liegt die Obergrenze bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, Die Wettquote muss dabei zwischen 1.10 und 100’000 liegen. Wer eine Wette mit Gesamtquote über 100’000 platzieren will, kann das bei Jouez Sport nicht.

Inhalt erstellt vom Team «europacupwetten»