Wettvorhersagen gratis: was Prognosen leisten können und was sie nicht können

Updated Oktober 2026
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Ein Stapel leerer Karteikarten und ein Kugelschreiber liegen auf einem aufgeräumten Schreibtisch am Fenster.

Eine Wettvorhersage ist keine Prophezeiung, sondern eine begründete Einschätzung. Sie kann die Wahrscheinlichkeit eines Spielausgangs verschieben, sie kann einen Wert in einer Quote sichtbar machen, sie kann die Diskussion ordnen, und sie kann einen Blickwinkel eröffnen, den die eigene Wahrnehmung übersieht. Sie legt den Ausgang eines Spiels nicht fest. Wer gratis angebotene Vorhersagen verstehen will, lernt am meisten über den Bauplan, aus dem sie entstehen: über Formkurven, direkte Duelle, Verletzungen, Heimvorteil, Taktiken, Wetter und über die Quote, die der Markt dem Spiel gibt. Erst aus dem Verhältnis von eigener Wahrscheinlichkeit zur Marktquote entsteht die Frage, ob ein Tipp einen Wert hat oder nicht.

Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300'000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1'000'000.

Stand: Oktober 19, 2026, geprüft anhand der Spielregeln und Teilnahmebedingungen Sporttip (Version 4.2) sowie der Online-Teilnahmebedingungen Swisslos (gültig ab 13. Januar 2025) und des Reglements Jouez Sport (17. Ausgabe, September 2024).

Was eine Wettvorhersage leisten kann und was nicht

Eine Vorhersage versucht, einem Spielausgang eine Wahrscheinlichkeit zuzuordnen. Aus ihr lässt sich eine Empfehlung ableiten, eine Begründung und ein Risikomass. Was sie nicht leistet, ist die Vorwegnahme des Ergebnisses. Drei Punkte sind auseinanderzuhalten.

Ein Handball liegt am Rand des Torraums in einer leeren Sporthalle, Licht fällt durch Oberlichter auf den Hallenboden.
Bei Sporttip beträgt der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000 und für eine Systemwette CHF 10'000.

Form, Statistik und Ausgangslage

Eine Prognose ruht aufbauen auf drei Säulen. Die Form zeigt, wie eine Mannschaft oder ein Sportler in den letzten Spielen aufgetreten ist, wie viele Tore sie geschossen und kassiert hat, wie hoch der Ballbesitz war, wie sie gegen ähnliche Gegner gespielt hat. Die Statistik liefert längerfristige Werte, die Verteilung der Heim- und Auswärtsergebnisse, die durchschnittliche Anzahl Tore pro Spiel, die Torwahrscheinlichkeit pro Schuss, die Wahrscheinlichkeit eines Elfmeters in einer bestimmten Spielsituation. Die Ausgangslage beschreibt das heutige Spiel: Aufstellung, Verletzungen, Sperren, Wetter, Platz, Anlass. Eine seriöse Prognose macht kenntlich, welche dieser Bausteine sie gewichtet und wie sie das Ergebnis kombiniert.

Eine Bundesliga-Vorhersage etwa fusst auf den letzten fünf Heimspielen, auf dem direkten Vergleich der letzten zwei Jahre, auf dem Ausfall zweier Stammspieler und auf einer Heimquotequote der Heimmannschaft, die in dieser Konstellation höher liegt als üblich. Eine Champions League-Vorhersage berücksichtigt zusätzlich den Rhythmus der englischen Wochen, den Reisekostenaufschlag bei Auswärtsspielen und die Tendenz mancher Trainer, in der Gruppenphase stärker zu rotieren.

Ein Torpfosten mit Netz in Nahaufnahme, Regentropfen perlen am Gewebe, dahinter liegt Rasen im Dunst.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019.

Quote und implizite Wahrscheinlichkeit

Jede Quote enthält eine Wahrscheinlichkeitsannahme. Eine Quote von 2.00 bedeutet eine implizite Wahrscheinlichkeit von 50 %, eine Quote von 4.00 entspricht 25 %, eine Quote von 1.25 steht für 80 %. Wer eine Vorhersage mit 60 %iger Wahrscheinlichkeit für den Heimsieg erstellt und der Markt eine Quote von 2.00 anbietet, sieht einen Span im Wert. Wer eine Quote von 1.67 bekommt, sieht keinen Span, denn 60 % unter 67 % implizieren Span drin, aber Span werden nicht ausgezahlt, die Buchmacher-Marge wird abgezogen. Eine Value-Wette liegt genau dann vor, wenn die eigene Wahrscheinlichkeit über der impliziten Wahrscheinlichkeit liegt und die Marge nicht alles auffrisst.

Warum kein Tipp sicher ist

Jede Vorhersage ist eine Schätzung. Die geschätzte Wahrscheinlichkeit weicht von der wahren Wahrscheinlichkeit ab. Ein Spiel kann durch eine frühe Rote Karte kippen, durch einen Elfmeter in der Nachspielzeit, durch eine taktische Umstellung, durch einen Torwartfehler, durch Wind, durch einen Platzverweis, der in der 89. Minute entscheidet. Wer gratis Vorhersagen nutzt, gewinnt Erkenntnis über den Bauplan, nicht Sicherheit über den Ausgang. Eine 70-%-Prognose bedeutet, dass das Ereignis in sieben von zehn Fällen eintritt — in drei von zehn nicht.

Wie eine Value-Wette entsteht

Eine Value-Wette ist kein Tipp, sondern ein Preis. Sie liegt vor, wenn die eigene Wahrscheinlichkeit für einen Ausgang grösser ist als die Wahrscheinlichkeit, die der Markt in der Quote ausdrückt. Der Unterschied entscheidet, ob die Wette langfristig profitabel sein kann oder nicht.

Eigene Wahrscheinlichkeit schätzen

Eine Methode besteht darin, die Wahrscheinlichkeit aus Vergleichswerten abzuleiten. Wer ein Bundesliga-Spiel zwischen einem Tabellenfünften und einem Tabellenzwölften analysiert, kann die Wahrscheinlichkeit für Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg aus den historischen Heim- und Auswärtsquoten beider Mannschaften sowie aus der aktuellen Formkurve schätzen. Eine andere Methode nutzt ein statistisches Modell: xG-Werte, Torchancen, Ballbesitz in gefährlichen Zonen. Wieder andere arbeiten mit Intuition aus langjähriger Beobachtung. Was zählt, ist die ehrliche Kalibrierung: schätzt man ein 50/50-Spiel, dann sollen zehn ähnliche Spiele tatsächlich fünfmal in die eine und fünfmal in die andere Richtung ausgehen.

Mit der Buchmacher-Marge rechnen

Die Buchmacher-Marge ist der Anteil, den der Anbieter von jeder platzierten Einheit einbehält. Sie liegt in der Schweiz bei den Grossspiel-Spitzenwetten typischerweise zwischen 4 % und 8 %, in beliebten Märkten auch darunter, in Nischenmärkten deutlich darüber. Eine Rechnung verdeutlicht das Prinzip.

Für einen fiktiven Zwei-Wege-Markt mit Quoten 1.90 / 1.90 gilt: Die Auszahlungsquote des Marktes beträgt 1 ÷ (1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90) ≈ 1 ÷ 1.0526 ≈ 0.95, also rund 95 %. Die Marge liegt entsprechend bei rund 5 %. Bei einem Preis von 1.85 / 1.85 sinkt die Auszahlungsquote auf etwa 92 %, die Marge steigt auf rund 8 %. Wer ein Spiel bei 1.90 / 1.90 analysiert und dem Heimteam eine reale Chance von 53 % gibt, sieht eine implizite Wahrscheinlichkeit von 52.6 % und damit einen knappen Wert. Wer dem Heimteam 55 % gibt, sieht einen deutlicheren Wert. Wer dem Heimteam 51 % gibt, sieht trotz 53 % impliziter Wahrscheinlichkeit keinen Wert, weil die Marge zuschlägt.

Wann der Wert verschwindet

Der Wert verschwindet, wenn die Quote fällt. Sinkt die Heimquote von 1.90 auf 1.80, während die eigene Schätzung stabil bei 53 % bleibt, schrumpft der Span oder dreht sich. Wert entsteht auch dann nicht, wenn die Vorhersicht formelhaft korrekt ist, aber das Modell der eigenen Wahrscheinlichkeit nicht kalibriert ist. Wer dem Favoriten systematisch zu hohe Chancen gibt, verliert langfristig trotz formaler Value-Logik. Wert entsteht im Zusammenspiel von Schätzung und Quote, nicht in einer Schätzung allein.

Kostenlose Vorhersagen, Tippseiten und die Rolle der Quoten

Kostenlose Vorhersagen sind im Netz breit gestreut. Sie reichen von etablierten Fussball-Vorhersage-Seiten über Sportwetten-Blogs bis zu Telegram-Kanälen und Tippspiel-Apps. Sie sind gratis, weil sie Werbinnern, weil sie Datenverkehr generieren, weil sie Affiliate-Links setzen oder weil sie eine Spielgemeinschaft pflegen. Ihre Qualität schwankt stark. Wer sie nutzt, prüft sie am Bauplan.

Bauplan seriöser Vorhersagen

Eine seriöse kostenlose Vorhersage zeigt das Datum des Spiels, die Ligenangabe, die Marktart (1X2, Über/Unter, Handicap, beide Teams treffen), die Quote zum Zeitpunkt der Vorhersage und die Begründung. Die Begründung nennt die Bausteine, die in die Schätzung eingeflossen sind, und macht sie nachvollziehbar. Sie sagt auch, was gegen den Tipp spricht, und sie sagt, wann die Vorhersage ungültig wird, etwa bei Regen oder bei Ausfall eines Spielers. Fehlt die Begründung, ist die Vorhersage nur eine Behauptung.

Vorhersage-Apps und Prognose-Werkzeuge

Vorhersage-Apps greifen häufig auf statistische Modelle zurück und kombinieren Formdaten, Heimvorteil, Verletzungen und Wetter zu einer Wahrscheinlichkeitsverteilung. Sie zeigen oft einen prozentualen Tipp pro Ball und schlagen eine Quote vor. Manche dieser Apps sind Spielversionen, in denen der Spieler gegen andere Spieler tippt und um Punkte spielt; andere sind Werbeplattformen, die mit Affiliate-Links verbunden sind. Wer eine Prognose-App in der Schweiz nutzt, sollte wissen, dass die App selbst keine Bewilligung hat, Wetten zu vermitteln — die Bewilligungspflicht betrifft den Veranstalter, nicht das Werkzeug.

Warum kein Tipp sicher ist — Kostenlose Vorhersagen, Tippseiten und die Rolle der Quoten

Der Hinweis wiederholt sich, weil er zentral ist. Ein Tipp ist eine Schätzung. Eine Schätzung weicht von der Realität ab. Auch die beste Vorhersage, gestützt auf xG-Modelle, Spielsimulationen und Heimstatistik, irrt sich in einer Minderheit der Fälle. Wer gratis Vorhersagen liest, gewinnt eine Sicht auf das Spiel, nicht eine Garantie. Wer die gratis Vorhersage als Grundlage einer Wette nimmt, trägt das Risiko selbst.

Vorhersagen lesen: Quotenbewegung, Märkte, Form

Eine Vorhersage ist nur so gut wie ihre Einordnung. Wer die Quote versteht, die Bewegung der Quote beobachtet und das Spiel im richtigen Markt verortet, kann aus einer Vorhersage mehr machen als eine Ja-Nein-Entscheidung.

Quotenbewegung lesen

Eine Quote bewegt sich, wenn neues Geld flies gesetzt, ohne dass sich an der Ausgangslage viel geändert hat. Das passiert, wenn viel Geld auf eine Seite fliesst, wenn eine prominente Quelle einen Tipp veröffentlicht, wenn ein Schlüsselspieler ausfällt oder wenn eine Verletzungsmeldung durchsickert. Eine fallende Heimquote bei gleichbleibender Information deutet auf einen grossen Marktprofiter; eine fallende Quote nach einer Verletzung des Heimtorwarts deutet auf eine reale Wertverschiebung. Wer Quoten beobachtet, sieht die Markterwartung und kann seine Vorhersage dagegen prüfen.

Märkte und ihre Logik

Der 1X2-Markt (Heimsieg, Unentschieden, Auswiss) ist der bekannteste, aber nicht immer der sinnvollste. Bei erwartet knappen Spielen liefern Über/Unter-Märkte (Anzahl Tore über oder unter einer Schwelle) oft klarere Bilder, bei erwartet einseitigen Spielen Handicap-Märkte (fiktiver Rückstand oder Vorsprung) bessere Quoten. Märkte auf «beide Teams treffen» filtern auf torreiche Spiele. Die Auswahl des Marktes gehört zur Vorhersage; eine Bundesliga-Prognose auf den Auswärtssieg kann im Handicap-Markt sinnvoll sein, im 1X2-Markt aber zu riskant.

Formkurve und Kontext

Die Form zeigt, wie ein Team in den letzten Wochen gespielt hat. Sie sagt wenig über das heutige Spiel, wenn die Ausgangslage eine andere ist. Eine Mannschaft, die fünf Spiele in Folge gewonnen hat, kann gegen einen tief stehenden Gegner, der den Rhythmus bricht, plötzlich harmlos wirken. Eine Mannschaft, die drei Spiele verloren hat, kann nach einer Trainingsumstellung und der Rückkehr eines Schlüsselspielers wieder auf ihr Niveau kommen. Wer gratis Vorhersagen liest, achtet darauf, ob die Formkurve die zum aktuellen Spiel passt oder ob sie bloss eine Zahl ist.

Verlässlichkeit von Vorhersagen: was sich messen lässt

Die Verlässlichkeit einer Vorhersage lässt sich nur rückblickend prüfen. Eine kostenlose Vorhersage, die über eine Saison hinweg dokumentiert wird, zeigt, wie oft sie richtig lag und wie hoch die Trefferquote war. Wer gratis Vorhersagen vergleicht, achtet auf drei Grössen: Trefferquote über alle Tipps, Trefferquote bei den Tipps mit hoher Sicherheit, durchschnittlicher Wert der Tipps (Quote getroffen vs. implizite Wahrscheinlichkeit).

Was sich nicht messen lässt

Eine Vorhersage lässt sich nicht an einem Spiel messen. Wer einen Tipp liest und das Spiel verloren geht, kann nicht schliessen, ob die Vorhersage schlecht war; wer das Spiel gewinnt, kann nicht schliessen, dass die Vorhersage gut war. Eine Vorhersage bewährt sich über Hunderte von Tipps. Wer eine kostenlose Vorhersage als isolierte Aussage bewertet, missdeutet sie. Wer eine Vorhersage über eine Saison hinweg verfolgt, sieht ein Muster.

Hinweise zur Trefferquote

Eine Trefferquote von 55 % bei Quoten um 2.00 ist profitabel, eine Trefferquote von 50 % bei Quoten um 2.00 verliert langfristig durch die Marge. Eine Trefferquote von 45 % bei Quoten um 3.50 verliert langfristig durch die implizite Wahrscheinlichkeit. Trefferquoten allein sagen wenig; sie müssen im Verhältnis zur durchschnittlichen Quote stehen. Wer gratis Vorhersagen liest, prüft beides: Wie oft wurde getippt? Wie hoch war die durchschnittliche Quote? Wie viele Tipps lagen bei niedrigen Quoten, wie viele bei hohen?

Wettvorhersagen, Apps und die Schweiz

Vorhersage-Apps sind in der Schweiz verbreitet. Sie reichen von statistischen Werkzeugen über Tippspiel-Apps bis zu Wett-Apps der beiden bewilligten Veranstalter. Sie unterscheiden sich in Zweck und Status.

Bewilligte Wett-Apps

Swisslos betreibt die Sporttip App für iOS und Android, Loterie Romande die Jouez-Sport-Plattform. Beide Apps sind die offiziellen Eingangskanäle der beiden bewilligten Veranstalter. Sie verlangen eine Registrierung mit Ausweis und Adresse; sie prüfen die Identität gegen Adressdatenbanken; sie setzen die Verlustlimiten, die das Geldspielgesetz verlangt. Wer in der Schweiz wettet, nutzt diese Apps, wenn er bei einem bewilligten Veranstalter spielen will.

Prognose-Apps ohne Schweizer Bewilligung

Daneben existieren zahlreiche Prognose-Apps, die keine Bewilligung haben, in der Schweiz Wetten zu vermitteln, weil sie keine Wetten vermitteln, sondern Tipps anbieten. Solche Apps sind keine Wettanbieter und brauchen keine Bewilligung; sie können jedoch Affiliate-Links zu nicht bewilligten Anbietern enthalten, und genau dort beginnt das Problem. Wer einer Prognose-App folgt und über einen verlinkten Anbieter wettet, wettet möglicherweise bei einem ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung.

DNS-Sperre und ihre Reichweite

Die Gespa führt eine Sperrliste mit Domains ausländischer Anbieter, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren. Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste. Die Sperre ersetzt keine Bewilligung; sie verhindert nur den Zugang über die gesperrten Domains. Anbieter reagieren mit Domain-Hopping, also mit schnellem Wechsel auf neue Domains. Eine Prognose-App, die einen ausländischen Anbieter bewirbt, kann durchaus auf eine gesperrte Domain verweisen und über eine neue, ungesperrte Adresse erreichbar sein. Die Sperre ist eine Verteidigungslinie, keine Schutzgarantie.

Legaler Rahmen: Wetten in der Schweiz

Die Schweiz kennt nur zwei bewilligte Veranstalter für Sportwetten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Diese Beschränkung ist im Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) verankert und wird von der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht, überwacht.

Bewilligung und Aufsicht

Eine Bewilligung umfasst eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel. Sie wird von der Gespa ausgestellt und gilt nur in der Schweiz. Die Aufsicht ist interkantonal; das Geldspielkonkordat ist am 1. Januar 2021 in Kraft getreten. Die ESBK (Eidgenössische Spielbankenkommission) überwacht nur die Spielbanken, nicht die Sportwetten. Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, der eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder Deutschland vorweist, wettet bei einem Anbieter, dessen Lizenz in der Schweiz keine Kraft hat.

Werbung und Boni

Werbung für Sportwetten darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht Minderjährige oder gesperrte Personen ansprechen (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten und Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte die Gespa 24 solcher Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Die Bedingungen einzelner Boni stehen in den Spielregeln der beiden Veranstalter, nicht in einer allgemeinen Werbelinie.

Strafbarkeit und Spielerschutz

Wer in der Schweiz ohne Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spieler wird nicht bestraft, aber seine Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Schutzmassnahmen, wie sie das Gesetz vorsieht, gelten nur bei den bewilligten Veranstaltern: Identitätsprüfung, Verlustlimiten, Spielsperre, Zugang zum Sperrregister. Bei einem ausländischen Anbieter gibt es diese Mechanismen nicht, jedenfalls nicht in der Schweiz.

Verantwortung beim Wetten: Limiten, Sperren, Hilfen

Sportwetten sind ein Unterhaltungsprodukt. Sie können Spass machen, sie können anregen, sie können einen Anlass zum Mitfiebern bieten. Sie können aber auch Schaden anrichten, wenn sie unkontrolliert ausgeübt werden. Die Schweiz hat ein dichtes Netz an Schutzmechanismen, das nur bei den bewilligten Veranstaltern greift.

Verlustlimiten

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Wettende Verlustlimiten für einen, sieben und dreissig Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999 pro Tag, Woche oder Monat, bei unter 21-Jährigen bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage gesetzt werden. Die Limiten sind Selbstbindungen; sie schützen den Wettenden vor sich selbst, wenn die Selbstkontrolle nachlässt. Bei Loterie Romande gelten vergleichbare Regeln.

Spielsperre

Wer sich selbst sperren will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, einschliesslich Online-Casinos, sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Spielsperre ist die stärkste Form der Selbstkontrolle. Wer eine Spielsperre in Betracht zieht, sollte sie nutzen, bevor der Leidensdruck gross wird. Eine freiwillige Spielsperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden; eine Fachstelle ist einzubeziehen.

Hilfe bei Problemen

Wer Anzeichen einer Spielsucht bei sich erkennt, findet in der Schweiz mehrere Anlaufstellen. Die Fachstelle Sucht Schweiz bietet Beratung und Information, die kantonalen Suchtpräventionsstellen sind regional erreichbar, die Gespa führt eine Liste mit anerkannten Hilfsangeboten. Wer professionelle Hilfe sucht, sollte nicht zögern, sie in Anspruch zu nehmen.

Mobile Wetten und Apps in der Schweiz

Die beiden bewilligten Veranstalter bieten ihre Wettangebote online an. Swisslos betreibt das Internetportal für Sporttip und die Sporttip App; Loterie Romande betreibt jeux.loro.ch und die Jouez-Sport-Plattform. Die Apps sind die mobilen Eingangskanäle der bewilligten Anbieter; sie sind nicht zu verwechseln mit Prognose-Apps, die Tipps anbieten, ohne selbst Wetten zu vermitteln.

Sporttip App

Die Sporttip App steht für iOS und Android zur Verfügung. Sie ermöglicht die Platzierung von Einzelwetten, Kombiwetten und Systemwetten sowie die Nutzung von Livewetten. In der App zusammengestellte Wetten können per QR-Code an einer Sporttip-Verkaufsstelle gespielt werden. Die App setzt die Sporttip-Spielregeln vollständig um, einschliesslich der Cash-Out-Funktion und der Kombiboost-Bedingungen. Wer die App nutzt, hat die gleichen Limiten, die gleichen Auszahlungsmodalitäten und den gleichen Schutz wie auf der Website.

Jouez Sport

Die Jouez-Sport-Plattform ist das Pendant für die Westschweiz. Sie ist über die Website jeux.loro.ch erreichbar und bietet die Wettfunktionen von Loterie Romande. Wer in der Westschweiz wohnt, kann ein Jouez-Sport-Konto eröffnen, sofern er in einem der sechs Westschweizer Kantone wohnhaft ist. Die Plattform verlangt dieselben Schutzmechanismen wie Sporttip: Identitätsnachweis, Verlustlimiten, Zugang zum Sperrregister.

Ausländische Apps

Daneben existieren zahlreiche Wett-Apps ausländischer Anbieter, die in der Schweiz nicht bewilligt sind. Sie lassen sich technisch aus der Schweiz nutzen, solange ihre Domain nicht auf der Sperrliste steht. Sie unterliegen nicht dem Schweizer Schutzrahmen, sie zahlen Gewinne nach ihren eigenen Regeln aus, und sie sind im Streitfall nur über die Gerichte ihres Sitzlandes erreichbar. Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, tut dies auf eigenes Risiko.

Die beiden Schweizer Veranstalter im Überblick

Die folgende Gegenüberstellung zeigt, was die beiden bewilligten Veranstalter unterscheidet und wo sie sich gleichen.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / Bewilligungsbasis
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Produkt Sporttip; bewilligt von der Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) Société de la Loterie de la Suisse Romande; Produkt Jouez Sport; bewilligt von der Gespa
Wettigo ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
1xBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
BetAlright ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
BetFury ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
bet365 ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
Rainbet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
Gamdom ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
N1 Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen

Die Tabelle zeigt, dass die Struktur des Schweizer Markts eine geschlossene ist: zwei Veranstalter mit Bewilligung, eine Reihe ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Wer in der Schweiz wettet, hat die Wahl zwischen der bewilligten und der nicht bewilligten Seite; was er wählt, prägt seinen Schutz.

Swisslos Sporttip

Swisslos, die interkantonale Landeslotterie mit Sitz an der Steinengraben 41 in 4001 Basel, ist einer der beiden bewilligten Sportwettenveranstalter der Schweiz. Die Genossenschaft betreibt Sporttip als Sportwettenmarke und führt Lotterien sowie Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) durch. Die Aufsicht liegt bei der Gespa in Bern. Der Geschäftsbericht 2025 wurde am 13. Februar 2026 in Basel veröffentlicht.

Das Vertragsgebiet umfasst die deutschsprachigen Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto bei Sporttip ist nur für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in diesem Vertragsgebiet möglich. Wer in einem Westschweizer Kanton wohnt, ist auf Loterie Romande verwiesen; wer im Ausland wohnt, hat keinen Zugang zum bewilligten Angebot.

Die Spielregeln Sporttip (Version 4.2) regeln das Wettgeschäft im Detail. Livewetten gelten unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder VAR-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Der Gewinn einer Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, ist die Einzelwette ungültig und wird zurückbezahlt; in Kombinationen erhält die Voraussage Quote 1.00.

Die Mindest- und Höchsteinsätze liegen bei CHF 1 (Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten) und CHF 1’000 (Höchsteinsatz für Einzel- oder Kombinationswette) bzw. CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Personen unter 18 Jahren sind ausgeschlossen; Teilnehmende an einem Wettereignis dürfen auf dieses nicht wetten.

Der Kombiboost erhöht den Nettogewinn einer Online-Wette (Prematch, Live, Systemwette) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von mindestens 1.50; der Bonus beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Quoten- und Profitboosts gelten nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; sie sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Cash-Out ist für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out; der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Gewinn und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Die Online-Teilnahme verlangt Volljährigkeit, Wohnsitz im Vertragsgebiet und eine einmalige Registrierung; die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer eine Spielsperre hat, kann sich nicht registrieren; wer sich registriert, kann eine Spielsperre von 1 bis 180 Tagen oder eine unbefristete Sperre setzen, die im Sperrregister eingetragen wird und auch für Casinos gilt.

Der Schweizer Leser, der in einem deutschsprachigen Kanton wohnt und Sportwetten bei einem bewilligten Veranstalter platzieren will, hat mit Sporttip den einzigen Anbieter in seinem Vertragsgebiet. Wer hingegen in der Westschweiz wohnt, ist auf Loterie Romande verwiesen; Wer im Ausland wohnt, hat im bewilligten Markt keinen Zugang. Wer die Schutzmechanismen des Schweizer Rechts in Anspruch nehmen will, muss bei einem bewilligten Veranstalter spielen; wer das nicht tut, verzichtet sich nicht aus freien Stücken, sondern wählt bewusst die nicht bewilligte Seite.

Loterie Romande Jouez Sport

Loterie Romande mit Sitz in Lausanne, Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, ist der zweite bewilligte Sportwettenveranstalter der Schweiz. Die Genossenschaft betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und beschäftigt 221 Mitarbeitende in 2’350 Verkaufsstellen. Wie Swisslos führt Loterie Romande ihre Wetten gestützt auf das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51) durch; die Aufsicht liegt bei der Gespa.

Das Reglement Jouez Sport (17. Ausgabe, September 2024) regelt das Wettangebot. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette und die Gesamtquote einer Kombiwette müssen mindestens 1.10 betragen und 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000; für alle Gewinne eines Multiples zusammen liegt die Grenze bei CHF 1’000’000. Diese Gewinnobergrenzen liegen unter dem, was Sporttip für vergleichbare Konstellationen bietet, und sie fallen ins Gewicht, wenn ein Multipler mehrere hohe Quoten kombiniert.

Loterie Romande führt ebenfalls Verlustlimiten, Spielsperren und eine Identitätsprüfung bei der Online-Registrierung. Die Westschweizer Kantone sind der Verbreitungsraum; ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz in einem der sechs Kantone möglich. Wer aus einem deutschsprachigen Kanton in den Westschweizer Markt möchte, hat keinen Zugang; wer aus dem Wallis ins Sporttip-Gebiet wechseln will, ebenfalls nicht. Die Zwei-Veranstalter-Struktur spiegelt die föderale Gliederung der Schweiz.

Für den Westschweizer Leser ist Jouez Sport die einzige bewilligte Adresse. Die Gewinnobergrenzen sind enger als bei Sporttip, und die kombinierbaren Voraussagen sind auf zehn begrenzt. Wer mit höheren Gewinnen rechnet oder umfangreichere Multipler bauen will, ist bei Sporttip besser aufgehoben, sofern er im Vertragsgebiet wohnt. Wer ein einfaches, klar strukturiertes Angebot aus der Romandie nutzen will, findet es bei Jouez Sport.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Neben den beiden bewilligten Veranstaltern existiert eine Reihe ausländischer Anbieter, die in der Schweiz nicht bewilligt sind. Sie alle werben um Schweizer Kunden, sie alle bieten Quoten, Märkte und Bonusaktionen an, sie alle haben keine Bewilligung der Gespa. Sie sind nach dem BGS in der Schweiz nicht zugelassen, ihre Domains können auf der Sperrliste stehen, und ihre Lizenzen aus Curaçao, Malta, Deutschland oder anderen Ländern haben in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS).

Wettigo

Wettigo ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Plattform wirbt mit einem breiten Sportangebot und diversen Bonusaktionen. Wer hier wettet, nutzt einen Dienst, der in der Schweiz weder bewilligt noch eingebunden ist: es fehlen Schweizer Verlustlimiten, der Zugang zum Sperrregister, eine Schweizer Rekursstelle und die automatische Auszahlung über Schweizer Finanzinstitute. Die Quote mag im Einzelfall attraktiv sein, am fehlenden Schutz ändert dies jedoch nichts.

1xBet

1xBet ist ein international tätiger Wettanbieter mit Lizenz aus Curaçao. Die Plattform wirbt aggressiv, bietet ein grosses Wettprogramm und ein Bonusprogramm, das sich an internationale Kunden richtet. In der Schweiz ist 1xBet nicht bewilligt; die Domain kann auf der Sperrliste stehen. Wer bei 1xBet wettet, nimmt das Risiko einer Auszahlung nach ausländischem Recht und den Verlust des Schweizer Schutzes in Kauf.

BetAlright

BetAlright operiert ohne Schweizer Zulassung. Das Angebot umfasst Sportwetten, Casino-Spiele und Krypto-Transaktionen. Da eine behördliche Erlaubnis für die Schweiz fehlt und die Identität des Betreibers oft unklar bleibt — häufig sitzen Domain-Inhaber in Offshore-Jurisdiktionen —, bleibt der Schutz ausländischer Gerichte der einzige Rechtsweg. Schweizer Schutzmechanismen greifen hier nicht.

BetFury

BetFury kombiniert Sportwetten mit Krypto-Casino und ist auf Krypto-Nutzer ausgerichtet. In der Schweiz fehlt die Bewilligung; die Plattform fällt unter dieselbe Kategorie wie die anderen nicht bewilligten Anbieter. Krypto-Auszahlungen mögen für manche Nutzer bequem sein, sie sind aber kein Ersatz für Schweizer Schutzmechanismen.

bet365

bet365 ist ein international bekannter britischer Wettanbieter. In der Schweiz ist bet365 nicht bewilligt; die Domain steht auf der Gespa-Sperrliste. Der Anbieter ist seriös im Sinne fairer Quoten und pünktlicher Auszahlung im internationalen Geschäft, ändert aber nichts daran, dass seine Lizenz in der Schweiz keine Kraft hat. Wer bet365 nutzt, hat den Schutz: die britische Selbstkontrolle, nicht den Schweizer Schutzrahmen.

Rainbet

Rainbet bietet ein Sortiment an Sport- und Casinospielen an. Auch hier liegt keine Schweizer Konzession vor, weshalb die gewohnten Schweizer Schutzstandards vollständig entfallen.

Gamdom

Gamdom kombiniert Sportwetten mit Krypto-Casino und Chat-Funktion. In der Schweiz fehlt die Bewilligung. Der Anbieter fällt in die Kategorie der nicht bewilligten Plattformen.

N1 Bet

N1 Bet präsentiert sich mit Sportwetten und Bonusprogrammen. Da eine behördliche Erlaubnis für die Schweiz fehlt, unterliegt die Plattform keinem Schweizer Schutz, was für alle unbewilligten Anbieter dieser Übersicht gilt.

Für Leser, die in der Schweiz wohnen und einen bewilligten Anbieter suchen, sind die acht ausländischen Anbieter keine Alternative; sie sind eine bewusste Wahl gegen den Schweizer Schutzrahmen. Wer den Schutz will, wählt Swisslos oder Loterie Romande. Wer aus anderen Gründen einen ausländischen Anbieter vorzieht, sollte sich bewusst sein, was er aufgibt.

Wie eine Vorhersage zur Wette wird

Eine Vorhersage wird zur Wette, wenn der Wettende einen Einsatz auf einen Ausgang platziert. Die Kette vom Tipp zur Wette umfasst mehrere Schritte, und jeder Schritt hat eigene Risiken.

Markt und Quote wählen

Wer eine Vorhersage liest, wählt zuerst den Markt. Eine Bundesliga-Vorhersage auf den Heimsieg im 1X2-Markt ist eine andere Wette als die Vorhersage auf mehr als 2.5 Tore. Die Quote ergibt sich aus dem Markt und der Plattform. Der Wettende vergleicht die Quote mit der eigenen Wahrscheinlichkeitsschätzung und entscheidet, ob der Wert ausreicht. Liegt die Quote deutlich über der impliziten Wahrscheinlichkeit, ist die Wette formal eine Value-Verbildung; liegt sie darunter, ist sie keine Value-Verbildung, auch wenn der Ausgang tatsächlich eintritt.

Einsatz festlegen

Der Einsatz ergibt sich aus dem Budget, das der Wettende für Wetten bereitstellt, und aus der Strategie. Wer flach wettet (gleicher Einsatz pro Tipp), setzt einen festen Betrag; wer progressiv wettet (Einsatz variiert nach Überzeugung), passt die Grösse an die Konfidenz an. Beide Strategien haben Vor- und Nachteile. Flach wetten bedeutet, sie verteilt das Risiko gleichmässig; progressiv wetten bedeutet, sie konzentriert das Risiko auf die Tipps mit der höchsten Überzeugung. Wer keine klare Strategie hat, sollte flach wetten, weil die Progression das Risiko bei einer Pechsträhne vervielfacht.

Wette platzieren

Die Platzierung erfolgt über die Plattform des Veranstalters: bei Sporttip über das Internetportal von Swisslos oder die Sporttip App, bei Loterie Romande über jeux.loro.ch. Die Wette wird mit Einsatz, Quote und Voraussage angezeigt; der potenzielle Gewinn ergibt sich aus Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal Gesamtquote). Vor der Bestätigung sollte der Wettende die Angaben prüfen: Ist die richtige Mannschaft ausgewählt? Ist die richtige Wettmarke übereinstimmend? Ist der Einsatz im Limit? Wer prüft, vermeidet Fehlwetten.

Cash-Out als vorzeitiger Ausstieg

Cash-Out ermöglicht den vorzeitigen Ausstieg aus einer Wette. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Gewinn, hängt vom Stand des Spiels ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden. Sporttip bietet Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out. Cash-Out ist eine Möglichkeit, eine Wette vorzeitig zu beenden, nicht ein Weg, Verluste zu vermeiden; wer Cash-Out nutzt, realisiert einen kleineren Gewinn oder einen kleineren Verlust als bei einem natürlichen Ausgang.

Steuern auf Wettgewinne in der Schweiz

Wettgewinne aus bewilligten Grossspielen sind in der Schweiz bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Die Schwelle wird von der ESTV festgelegt: ab 1. Januar 2026 liegt der Bundessteuerfreibetrag bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Die kantonalen Schwellen unterscheiden sich, weshalb der Hinweis «je nach Kanton» zutrifft. Wer einen typischen Wettgewinn erzielt, liegt weit unter dem Bundessteuerfreibetrag; er ist einkommensteuerfrei und zahlt keine Verrechnungssteuer.

Für Gewinne aus ausländischen Grossspielen gilt die Verrechnungssteuer nicht; die kantonale Steuerpraxis ist jedoch unterschiedlich. Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen unabhängig vom Betrag. Andere Kantone können eine ähnliche Praxis haben oder nicht. Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, sollte die Steuerfrage mit dem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung klären.

Grenzen kostenloser Vorhersagen

Eine kostenlose Vorhersage ist ein Bauplan, kein Versprechen. Sie kann die Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs schätzen, sie kann einen Wert in einer Quote zeigen, sie kann die Diskussion ordnen. Sie legt den Ausgang nicht fest.

Wer gratis Vorhersagen liest, sollte wissen

Eine gratis Vorhersage steht und hintertorts, weil sie gratis ist, was ihre Motivation und ihre Qualität bestimmt. Wer sie nutzt, gewinnt eine Sicht, kein Versprechen. Wer sie als Ersatz für eigenes Denken nimmt, verliert die Möglichkeit, die Vorhersage zu prüfen und zu kalibrieren. Wer gratis Vorhersage als Grundlage einer Wette nimmt, trägt das Risiko selbst.

Was eine Vorhersage nicht kann

Eine Vorhersage kann das Wetter der nächsten Stunde nicht vorhersagen, den Ausfall eines Schlüsselspielers in der 30. Minute nicht antizipieren, eine taktische Umstellung des Trainers nicht vorwegnehmen. Sie ist eine Schätzung, die von der Realität abweicht. Wer das vergisst, missdeutet die Vorhersage.

Häufig gestellte Fragen

Wie verlässlich sind kostenlose Vorhersagen, und woran lässt sich die Qualität einer Prognose messen?

Die Verlässlichkeit einer Vorhersage lässt sich erst im Nachhinein über eine ausreichend grosse Stichprobe beurteilen. Eine einzelne Vorhersage kann richtig oder falsch sein, ohne dass sie etwas über die Qualität des Modells aussagt. Wer eine kostenlose Vorhersage über eine Saison hinweg verfolgt und Trefferquote, durchschnittliche Quote und Span zur impliziten Wahrscheinlichkeit prüft, sieht das Muster. Ohne diese Daten ist jede Aussage «am einfach» und damit wenig belastbar.

Warum legt eine Vorhersage den Ausgang eines Spiels nicht fest?

Eine Vorhersage ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage, kein Renditeversprechen. Sie schätzt, nicht vorbestimmt. Ein Spiel kann durch eine Rote Karte, einen Elfmeter in der Nachspielzeit, eine taktische Umstellung oder einen Platzverweis entscheidend kippen; jeder dieser Faktoren ist ausserhalb der Vorhersage. Die Vorhersage ordnet einen: Ausgang in Wahrscheinlichkeiten ein, sie verschiebt ihn nicht.

Welche Apps zur Vorhersage gibt es, und worauf ist bei der Anmeldung bei zugelassenen Veranstaltern zu achten?

Es gibt Wett-Apps der bewilligten Veranstalter (Sporttip App für iOS und Android, Jouez-Sport-Plattform) und Prognose-Apps, die Tipps anbieten, ohne selbst Wetten zu vermitteln. Bei der Anmeldung bei einem bewilligten Veranstalter verlangt das Gesetz Identitätsnachweis, Wohnsitz im Vertragsgebiet und Volljährigkeit; das Konto wird gegen Adressdatenbanken geprüft. Vor der ersten Wette müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, eine Erhöhung greift erst nach Ablauf der Karenzzeit.

Wie lässt sich eine Vorhersage mit der Quote in einen möglichen Gewinn umrechnen?

Der Gewinn einer Einzelwette ist Einsatz mal Quote. Bei einer Quote von 2.50 und einem Einsatz von CHF 20 ergibt sich ein Gewinn von CHF 50; bei einer Kombination aus drei Voraussagen mit Einzelquoten von 2.00, 3.00 und 1.50 ergibt sich eine Gesamtquote von 9.00, der Gewinn entsprechend das Neunfache des Einsatzes. Bei Sporttip wird der Gewinn zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet; ein allfälliger Cash-Out-Betrag ist tiefer als der potenzielle Gewinn bei natürlichem Ausgang.

Was bedeutet eine Wette bei einem ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung für den Spielerschutz?

Eine Wette bei einem ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung nimmt den Spieler aus dem Schweizer Schutzsystem heraus: keine Schweizer Verlustlimiten, kein Zugang zum schweizweiten Sperrregister, keine Schweizer Rekursstelle, keine Auszahlung nach Schweizer Recht. Die Lizenz des Anbieters hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS); die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen. Im Streitfall ist der Spieler auf ausländische Rechtsbehelfe angewiesen, und die Identität des Anbieters kann schwer feststellbar sein. Einsätze und Gewinne können zudem in einem Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.

Müssen Wettgewinne in der Schweiz versteuert werden, und was gilt beim Steuerfreibetrag «je nach Kanton»?

Wettgewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei; der Bundessteuerfreibetrag liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, der kantonale Schwellenwert kann je nach Kanton abweichen. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen keiner Verrechnungssteuer; die kantonale Steuerpraxis variiert, einzelne Kantone besteuern solche Gewinne als Einkommen unabhängig vom Betrag. Konkrete Auskunft gibt der Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Inhalt erstellt vom Team «europacupwetten»