Livewetten in der Schweiz: Was 2026 wirklich erlaubt ist

Updated Oktober 2026
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Ladevorgang...

Ein Fussball liegt im Netz eines Tores, Flutlicht und kalte Abendluft liegen über dem leeren Platz

Eine Livewette ist kein zweiter Versuch, eine verlorene Vorhersage zu korrigieren. Sie ist eine eigene Wette, deren Quote sich mit jeder Spielszene bewegt und deren Annahme an Regeln gebunden ist, die viele Wettende unterschätzen. Wer in der Schweiz live wetten will, hat zwei Veranstalter zur Auswahl, ein klar definiertes Schutznetz und eine ganze Reihe ausländischer Marken, die hier zwar sichtbar sind, aber keine Bewilligung haben.

Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von.

Stand: Oktober 19, 2026 – geprüft gegen die Gespa-Liste bewilligter Sportarten und Wettbewerbe (Stand 10.09.2026), das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) und die Spielregeln Sporttip Version 4.2 sowie das Règlement Jouez Sport 17e édition.

Wie eine Livewette entsteht – und warum sie kein zweiter Versuch ist

Eine Livewette unterscheidet sich von einer Prematch-Wette nicht durch die Quote allein, sondern durch den Moment der Abgabe. Sobald der Ball rollt, das Spiel läuft oder die erste Runde begonnen hat, übernimmt ein Algorithmus, der auf den Spielstand, die Spielzeit, die Torschüsse, die Ballbesitzphasen und die Wettmärkte reagiert. Innerhalb von Sekunden können sich Quoten auf das gleiche Ereignis um mehrere Prozentpunkte verschieben. Das Tempo gehört zum Konzept.

Eine Stoppuhr und ein Smartphone mit dunklem Display liegen nebeneinander auf einem Holztisch, weiches Fensterlicht
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer (etwa Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit.

Was viele nicht wissen: Livewetten sind im Vergleich zu Prematch-Wetten tendenziell schlechter für Auszahlenquote, weil der Algorithmus die Marge des Buchmachers über den ganzen Spielverlauf mitnimmt. Der Auszahlungsschlüssel eines typischen 1X2-Marktes vor dem Spiel liegt bei Schweizer Veranstaltern meist zwischen 92 % und 95 %, bei Livewetten derselben Märkte häufig zwischen 88 % und 93 %. Das heisst nicht, dass live wetten falsch ist – es heisst, dass die Marge pro Wette höher ausfällt und das bei einer Wette, die der Spielverlauf ohnehin unsicherer macht.

Der wichtigste Mechanismus, der jede Livewette begleitet, ist die Annahmeregelung an spielentscheidenden Situationen. Wird eine Wette platziert, nachdem das Ereignis, auf das gewettet wird, bereits eingetreten ist – ein Tor nach dem Pfiff, eine Rote Karte nach dem Platzverweis, ein Punkt nach dem Spielstand – zählt die Wette mit Quote 1.00. Der Einsatz wird zurückerstattet, mehr nicht. Swisslos behält sich zudem vor, Wetten in spielentscheidenden Situationen wie einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einer Videoschiedsrichter-Entscheidung mit Quote 1.00 zu werten. Wer live wettet, muss also schneller sein als das System, nicht nur schneller als die anderen Wettenden.

Quotenschlüssel und Marge live

Der Quotenschlüssel eines Marktes ist die Summe der Kehrwerte aller angebotenen Quoten, von 1 abgezogen. Was übrig bleibt, ist die Marge des Buchmachers – jener Anteil jedes eingesetzten Frankens, der im Buchhaus bleibt. Bei einem Fussball-1X2-Markt vor dem Spiel mit Quoten 2.10 / 3.40 / 3.50 ergibt sich ein Auszahlungsschlüssel von etwa 92,3 %, also eine Marge von rund 7,7 %. Bei Livewetten derselben Begegnung, bei denen die Quoten je nach Spielstand oft enger beieinanderliegen, kann der Auszahlungsschlüssel auf 88 % bis 91 % sinken. Das ist Mechanik, kein Zufall: Der Algorithmus preist die Unsicherheit des Spielstands ein und nimmt gleichzeitig die Marge mit.

Ein Feldweg führt durch eine Alpwiese mit Holzzaun, im Hintergrund hängen Wolken über einem felsigen Gipfel
Jouez Sport ist an Verkaufsstellen der Loterie Romande mit Wetterfassungsterminal zugänglich; teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren.

Eine Faustregel: Wer Livewetten mit derselben Ernsthaftigkeit angeht wie Prematch-Wetten, achtet auf zwei Dinge – den Auszahlungsschlüssel des Marktes, in den er einsteigt, und den Moment, in dem der Algorithmus Wetten mit Quote 1.00 wertet. Beides gehört zusammen.

Wenn die Quote einfriert

Eine Wette kann mitten im Spiel storniert werden, wenn der Markt vom Buchmacher vorübergehend ausgesetzt wird – nach einem Tor, bei einer Verletzung, während einer VARBeleuchtung. Der Wettschein bleibt offen, die Quote wird in der Regel wiederhergestellt, sobald das Spiel weitergeht. Wer in dieser Phase auf «Wette trotzdem angenommen» spekuliert, irrt: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, unabhängig davon, was der Bildschirm zeigt.

Cash-Out: vorzeitig abrechnen lassen – mit welchem Preis

Cash-Out ist das vorzeitige Auswerten einer Wette durch den Buchmacher, noch während das Spiel läuft. Der angebotene Betrag ist tiefer als der mögliche Wettgewinn, wenn man die Wette bis zum Schluss laufen lässt. Warum? Weil der Buchmacher mit dem Cash-Out das Risiko verkauft, die Wette zu verlieren – und sich diese Versicherung mit einem Abschlag bezahlen lässt.

Bei Sporttip ist Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out. Eine Teilauszahlung gibt es nicht. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und Swisslos garantiert Cash-Out nicht für jeden Markt. Das bedeutet: Wer eine Livewette platziert und mitten im Spiel aussteigen will, bekommt einen Betrag angeboten, der von Sekunde zu Sekunde anders aussehen kann, und es gibt keine Garantie, dass der Markt überhaupt zur Verfügung steht.

Der Cash-Out-Betrag hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. In der Praxis zeigt sich das so: Eine Wette auf einen Heimsieg zum Zeitpunkt der 60. Minute, als das 1:0 steht, kann mit Cash-Out etwa 70 % bis 80 % des möglichen Gewinns ausbezahlt werden. Steht es 1:1, kann derselbe Cash-Out bei 40 % oder weniger liegen. Wer Cash-Out als Disziplinierungsinstrument benutzt – «nimm den Gewinn mit, bevor es kippt» – zahlt dafür einen Preis, den man auf dem Wettschein nicht sieht.

Was Cash-Out nicht ist

Cash-Out ist kein Bonus und kein Werbegeschenk. Es ist eine Risikoabsicherung des Buchmachers, die er dem Wettenden verkauft. Wer Cash-Out regelmässig benutzt, hat am Ende des Monats weniger auf dem Spielkonto, als die Quoten versprochen haben – das ist die Marge des Buchmachers, die sich über jeden Cash-Out neu realisiert.

Kombiboost, Quotenboost, Profitboost

Swisslos bietet drei Mechanismen, die auf den ersten Blick nach Bonus aussehen, es aber nicht sind: Der Kombiboost erhöht den Nettogewinn einer Kombinationswette um 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen mit einer Mindestquote von je 1.50. Quotenboosts und Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz, gelten nur online für Prematch-Einzelwetten und sind pro Wettenden nur einmal nutzbar. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Die Marge des Buchmachers sitzt in jedem Boost, weil der Boost auf einer Quote aufsetzt, die der Buchmacher selbst festlegt. Wer einen Quotenboost von 1.80 auf 5.00 sieht, vergleicht ihn am besten mit der Quote eines konkurrierenden Marktes ohne Boost – der Unterschied ist oft kleiner, als die Zahl suggeriert.

Was passiert, wenn das Spiel verschoben wird

Wird ein Sportereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt – oder im Rahmen eines Turniers nachgeplant –, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Das gilt auch für Livewetten, die noch offen sind, wenn das Ereignis ausfällt. Wer mitten im Spiel eine Livewette platziert hat und das Spiel wird danach abgebrochen, bekommt den Einsatz zurück, nicht den möglichen Gewinn.

Schweizer Bewilligung: zwei Veranstalter, klar abgegrenzte Gebiete

In der Schweiz dürfen Sportwetten nur zwei Veranstalter anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide haben eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung unter dem Geldspielgesetz, beide werden von der Gespa beaufsichtigt. Das ist die ganze Liste – es gibt keine weiteren bewilligten Buchmacher, und es wird keine weiteren geben, solange die interkantonale Vereinbarung die Zahl der Veranstalter auf zwei beschränkt.

Wer in welchem Kanton spielen darf

Swisslos betreibt Sporttip in den deutschsprachigen Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer in einem Kanton wohnt, der nicht zum eigenen Vertragsgebiet gehört, kann beim anderen Veranstalter kein Online-Konto eröffnen.

Die Aufteilung hat Folgen für das, was angeboten wird. Beide Veranstalter bedienen den Schweizer Markt mit einem Wettprogramm, das auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten fusst. Die Liste ist geschlossen – was nicht draufsteht, darf nicht angeboten werden. Eckball- und Kartenmärkte fehlen ebenso wie ein eigener Esports-Bereich. Qualifikationsrunden sind nur dann wettrechtlich zugänglich, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie gelistet sind. Rangierungswetten sind nur erlaubt, wenn die Platzierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet – nie auf Trainingsläufe.

Was auf der Gespa-Liste steht – und was nicht

Die Liste ist die Grundlage des gesamten Wettprogramms beider Veranstalter. Wer nachschauen will, ob eine bestimmte Wette in der Schweiz angeboten werden darf, sieht dort nach. Das ist der einzige Ort, an dem die Frage rechtsverbindlich beantwortet wird. Der Algorithmus eines Veranstalters, der einen Markt anbietet, der nicht auf der Liste steht, verstösst gegen die Bewilligung – das kommt in der Praxis selten vor, aber es kommt vor.

Was nicht auf der Liste steht: Wetten auf Wetter, Politik, TV-Shows, Trainingsläufe, reine Unterhaltungsformate. Auch Esports ist nicht in der Gespa-Liste enthalten und darf von einem bewilligten Veranstalter nicht angeboten werden. Wer auf solche Märkte wettet, ist nicht bei einem Schweizer Veranstalter.

Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung

Sportuna, PowBet, 1Bet, BillyBets, GG.BET, Betclic, Gamdom und Bruce Bet tauchen in Werbung, Vergleichsportalen und auf Webseiten auf, die auch in der Schweiz sichtbar sind. Keine dieser Marken hat eine Schweizer Bewilligung. Eine Lizenz aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Kraft – das ergibt sich aus dem Geldspielgesetz.

Wer bei einer solchen Marke wettet, hat keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister, keinen Schweizer Rechtsschutz und keinen Schweizer Datenschutz. Gewinne ausländischer Anbieter unterliegen der kantonalen Steuerpraxis – der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen unabhängig vom Betrag. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt – das nennt die Gespa Domain-Hopping.

Was die Sperrliste konkret heisst

Die Gespa-Sperrliste umfasste Ende 2025 671 Domains. Wer eine ausländische Wettseite öffnet, kann auf eine blockierte Seite stossen, fünf Minuten später auf eine andere Domain derselben Marke. Das ist kein Schutz, der sicher ist – es ist eine Hürde, die das Angebot verteuert. Wer trotz Sperrliste spielt, spielt ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Ausschlussregister und ohne Schweizer Rechtsschutz.

Die rechtliche Lage für den Wettenden selbst: Wer spielt, wird nicht bestraft – das Bundesamt für Justiz stellt klar, dass der Spieler in der Regel nicht verfolgt wird. Was passieren kann: Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schweizer Stelle, die bei einer ausstehenden Auszahlung hilft. Das ist der Preis, den eine ausländische Marke im Vergleich zu einem Schweizer Veranstalter nicht auf den ersten Blick zeigt.

Was eine ausländische Lizenz wert ist

Eine Lizenz aus einem anderen Land bedeutet, dass der Anbieter in diesem Land einer Aufsicht untersteht. Was sie in der Schweiz bedeutet: nichts. Wer dort spielt, hat keinen Schweizer Anspruch auf die dortige Aufsicht. Es gibt keinen Anteil an der Aufsicht, der in die Schweiz «mitgenommen» wird.

Was auf einer Sportwette lastet: Verlustlimiten und Schutz

Wer bei Swisslos Sporttip online spielen will, muss vor der ersten Wettabgabe Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, bei unter 21-Jährigen bei CHF 1’000. Eine Senkung des Limits gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – das ist eine Schutzregel, die verhindert, dass ein Spieler in einer emotionalen Phase sein Limit hochsetzt und dann verliert.

Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Wer sein eigenes Limit festlegt, hat ein Werkzeug, das der Algorithmus eines Buchmachers respektiert – das ist einer der wenigen Berührungspunkte, an denen der Wettende dem System eine Bremse vorschreibt.

Selbstsperre und Sperrregister

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das ist die zweite Schutzebene: Wer sich sperrt, wird von allen Schweizer Veranstaltern abgewiesen, einschliesslich der Casinos.

Das Sperrregister funktioniert auf zwei Ebenen. Die freiwillige Selbstsperre für eine bestimmte Frist ist die eine. Die andere ist die Pflichtsperre: Wer als verschuldet oder spielsüchtig erkannt wird, wird von einer Fachstelle eingetragen, mit Kündigung des Spielkontos und Rückzahlung des eingezahlten Guthabens. Beide Spuren führen zur gleichen Konsequenz: Der Zugang zum Schweizer Glücksspielmarkt wird entzogen.

Warum das Wett-Tempo schadet

Eine Livewette ist in der Regel innert zwei Minuten platziert. Wer mehrere Livewetten kurz nacheinander spielt, durchbricht sein eigenes Verlustlimit oft schneller, als er es bemerkt. Die Verlustlimite ist ein Werkzeug gegen genau dieses Tempo: Wer sein Tageslimit auf CHF 50 setzt, hat nach fünf Wetten à CHF 10 ausgespielt – ob er fünfmal gewonnen oder fünfmal verloren hat, spielt keine Rolle, die Limite zählt den Umsatz, nicht den Saldo.

Der Algorithmus hilft nicht: Die Quotenbewegung ist so schnell, dass der Wettende in der Regel erst nach der Wette merkt, dass er sie platziert hat. Wer Livewetten als Disziplinierungsinstrument benutzt – «nur eine pro Spiel» –, hat den ersten Schritt gemacht. Wer eine externe Sperre setzt und das Limit auf das technische Minimum drückt, hat den zweiten getan.

Wo es Hilfe gibt

Wer merkt, dass Wetten das eigene Leben steuern, kann sich an die Fachstellen der Kantone wenden oder die Sperrlinie selbst setzen. Beide Wege führen zum gleichen Schutz – der eine braucht einen Arzt, die andere nur das Spielkonto. Beide funktionieren.

Anbieter im Überblick: zwei Schweizer, acht ohne

Die folgende Gegenüberstellung zeigt die zehn Anbieter, die im Schweizer Markt auftauchen – die zwei Schweizer Veranstalter zuerst, danach die acht ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung, die in der Werbung sichtbar sind. Bewertet wird nach denselben Kriterien: Bewilligung, Veranstalter, Spielprogramm.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / ausgewiesene Lizenz
Sporttip (Swisslos) Bewilligung SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft (Basel), bewilligt unter BGS
Jouez Sport (Loterie Romande) Bewilligung Société de la Loterie de la Suisse Romande (Lausanne), bewilligt unter BGS
Sportuna keine ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Bewilligung
PowBet keine ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Bewilligung
1Bet keine ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Bewilligung
BillyBets keine ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Bewilligung
GG.BET keine ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Bewilligung
Betclic keine ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Bewilligung
Gamdom keine ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Bewilligung
Bruce Bet keine ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Bewilligung

Was die Tabelle zeigt: Die Schweizer Bewilligung ist nicht ein Vorteil, den eine Marke «auch» hat – sie ist die Voraussetzung, um in der Schweiz Sportwetten anzubieten. Wer keine hat, bietet sie hier nicht an, auch wenn die Werbung anderes suggeriert.

Sporttip (Swisslos)

Swisslos mit Sitz in Basel veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen. Sporttip ist das Sportwettenprodukt, verfügbar online über Swisslos und die Sporttip App für iOS und Android. In der App zusammengestellte Wetten lassen sich per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle spielen. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern.

Was Swisslos von einem ausländischen Anbieter unterscheidet: das Schweizer Sperrregister, die Schweizer Aufsicht, die Auszahlung auf ein Schweizer Bank- oder Postkonto, die geschlossene Gespa-Liste der erlaubten Märkte und der Ausschluss von Minderjährigen bereits ab 18. Wer in der Deutschschweiz wohnt, hat mit Sporttip die einzige bewilligte Online-Wettplattform seines Kantons. Der Algorithmus ist auf den Schweizer Markt zugeschnitten, das Wettprogramm auf das, was die Gespa erlaubt, das Cash-Out ist vollständig und nicht garantiert, der Kombiboost ist auf 5 % bis 100 % auf den Nettogewinn gestaffelt.

Der Sitz in Basel und die interkantonale Trägerschaft bedeuten, dass Swisslos keine ausländische Lizenz braucht und keine ausländische Lizenz bekommt. Das ist keine Schwäche – es ist die Form, die das Schweizer Geldspielrecht vorschreibt.

Jouez Sport (Loterie Romande)

Die Loterie Romande mit Sitz in Lausanne betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Jouez Sport ist an den Verkaufsstellen mit Wetterfassungsterminal zugänglich; teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren. In den Verkaufsstellen gibt es nur Prematch-Wetten – Livewetten bietet die Internet-Spielplattform der Loterie Romande.

Diese Aufteilung ist im Alltag vieler Wettenden nicht sichtbar, hat aber Folgen: Wer an einer Verkaufsstelle spielt, kann dort keine Livewette platzieren. Wer live wetten will, muss das Online-Konto nutzen, das nur für Bewohner der Westschweizer Kantone zugänglich ist. Die Loterie Romande ist mit ihren 2’350 Verkaufsstellen eine der dichtesten Vertriebsstrukturen für Sportwetten in der Schweiz – was die Reichweite, aber nicht das Live-Angebot betrifft.

Wer im Vertragsgebiet der Loterie Romande wohnt, hat mit Jouez Sport die einzige bewilligte Online-Wettplattform seines Kantons. Wer im Vertragsgebiet von Swisslos wohnt, hat dort kein Konto – und umgekehrt. Die Aufteilung ist hart.

Sportuna

Sportuna ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die Lizenz, die sie ausweist, hat in der Schweiz keine Kraft. Wer dort spielt, hat keinen Zugang zum Schweizer Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutz und keine Schweizer Aufsicht. Die Seite kann auf der Gespa-Sperrliste landen und per DNS blockiert werden – das ist eine mögliche, aber nicht garantierte Folge.

Für wen Sportuna in Frage kommt: für Spieler, die bewusst eine ausländische Marke wählen, das Risiko kennen und die Folgen tragen wollen. Das ist eine bewusste Entscheidung, die der Wettende selbst treffen muss – nicht der Algorithmus.

PowBet

PowBet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung, mit denselben rechtlichen Folgen wie Sportuna. Die Lizenz, die sie ausweist, hat in der Schweiz keine Kraft. Wer dort spielt, hat keinen Zugang zum Schweizer Sperrregister und keine Schweizer Aufsicht. Gewinne fallen unter die kantonale Steuerpraxis für ausländische Grossspiele.

1Bet

GG.BET wird international für Esports-Wetten beworben, hat in der Schweiz aber keine Bewilligung. Wer dort spielt, hat keinen Zugang zum Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht und keinen Schweizer Rechtsschutz. Die Lizenz, die sie ausweist, hat in der Schweiz keine Kraft.

BillyBets

BillyBets ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Wer dort spielt, spielt ohne Schweizer Schutz – kein Sperrregister, keine Aufsicht, keine Auszahlungspflicht gegenüber einem Schweizer Konto.

GG.BET

GG.BET wird international für Esports-Wetten beworben, hat in der Schweiz aber keine Bewilligung.

Betclic

Betclic ist eine ausländische Marke mit langer Historie in Europa, in der Schweiz jedoch ohne Bewilligung. Die Marke untersteht hier keiner Aufsicht.

Gamdom

Gamdom wird international als Plattform für Krypto-Wetten beworben, in der Schweiz jedoch ohne Bewilligung. Die Marke untersteht hier keiner Aufsicht und hat keine Auszahlungspflicht gegenüber Schweizer Konten. Krypto-Auszahlungen sind im bewilligten Schweizer Markt nicht zulässig.

Bruce Bet

Bruce Bet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung, mit denselben rechtlichen Folgen wie die anderen Marken ohne Bewilligung in dieser Liste. Wer dort spielt, spielt ohne Schweizer Schutz.

Wettmechanik im Detail: Quote, Einsatz, Auszahlung

Eine Wette ist eine Multiplikation: Einsatz mal Quote ergibt den Bruttogewinn, der Einsatz wird davon abgezogen, was den Nettogewinn ergibt. Bei einer Wette von CHF 10 auf eine Quote von 2.50 liegt der Bruttogewinn bei CHF 25, der Nettogewinn bei CHF 15. Bei einer Kombinationswette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einer Gesamtquote – wer drei Wetten mit Quoten 1.80, 2.20 und 1.95 kombiniert, hat eine Gesamtquote von rund 7.72.

Beispielrechnung: Was eine Wette zahlt

Bei einem Einsatz von CHF 10 zu einer Quote von 2.50 ergibt sich ein Bruttogewinn von 25 Franken (10 × 2.50), der Nettogewinn – also das, was nach Abzug des Einsatzes übrig bleibt – liegt bei 15 Franken (10 × 1.50). Auf einem Schweizer Wettschein wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet – aus 25.00 wird 25.00, aus 25.04 wird 25.00, aus 25.06 wird 25.05.

Die Rechnung im Kopf: Wer eine Quote von 2.50 sieht, sieht das 2,5-Fache seines Einsatzes als Bruttogewinn – mehr nicht. Was die Quote nicht zeigt: die Wahrscheinlichkeit, dass das Ereignis eintrifft, die Marge des Buchmachers und die Tatsache, dass die Quote nach oben und unten bewegt, sobald das Spiel läuft.

Gewinngrenzen und Verfall

Wer bei Sporttip eine Wette platziert und gewinnt, hat 26 Wochen Zeit, den Gewinn geltend zu machen – danach verfällt er zugunsten des Swisslos-Zwecks. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Wer in dieser Frist nicht reagiert, verliert den Anspruch – ohne weitere Mahnung.

Wer als Wettkämpfer nicht wetten darf

Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt – Spieler, Schiedsrichter, Trainer –, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Das gilt unabhängig von der Quote und unabhängig davon, ob das Ereignis weltweit oder nur regional sichtbar ist. Verstösse sind keine Lappalie: Die Veranstalter können das Wettkonto schliessen und Gewinne einziehen.

Reguläre Spielzeit: was dazugehört und was nicht

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Für Fussball heisst das: 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf «Heimsieg» wettet und das Spiel geht in die Verlängerung, gewinnt nur, wenn die reguläre Spielzeit mit einem Heimsieg endet – das Elfmeterschiessen zählt nicht.

Diese Aufteilung ist im Wettprogramm oft nicht auf den ersten Blick sichtbar. Wer auf ein Spiel wettet, das in der regulären Spielzeit unentschieden steht und in die Verlängerung geht, hat die Wette auf «Sieg A» oder «Sieg B» verloren, auch wenn A am Ende das Spiel gewinnt. Wer auf «Endstand einschliesslich Verlängerung» wettet, hat die Wette offen, bis die Verlängerung entschieden ist. Die Quote ist höher, weil das Risiko für den Veranstalter grösser ist.

Abhängige Ereignisse

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Wer auf «Heimsieg» und «über 2.5 Tore» im selben Spiel setzen will, ohne die Bet-Builder-Funktion zu benutzen, bekommt die Kombination nicht angenommen – oder, wenn sie irrtümlich angenommen wurde, kann Swisslos die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist eine Mechanik, die das System schützt, nicht den Wettenden: Eine Kombination aus «Heimsieg» und «das Heimteam schiesst das erste Tor» ist im selben Spiel keine unabhängige Wette.

Einzahlung, Auszahlung, Wallet

Bei Swisslos lässt sich Spielguthaben per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen. Der Mindestbetrag liegt bei CHF 20, in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Swisslos-Spielkontos an; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.

Die Auszahlung: Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus, ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar – das ist ein wichtiger Unterschied, den viele übersehen.

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto überwiesen. Was nicht geht: Auszahlungen auf ein Konto, das nicht auf den eigenen Namen lautet, Auszahlungen in Kryptowährungen, Auszahlungen an Dritte.

Warum das Konto auf den eigenen Namen lauten muss

Das Geldspielgesetz schreibt vor, dass Gewinne und Guthaben nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt werden. Das ist keine Schikane, sondern Anti-Geldwäsche-Recht. Wer ein Konto auf den Namen eines Familienmitglieds nutzt, bekommt keine Auszahlung – und riskiert die Schliessung des eigenen Kontos.

Steuern: was vom Gewinn übrig bleibt

Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und werden erst darüber besteuert. Der Bundeshaushalt sieht ab 1. Januar 2026 einen Freibetrag von CHF 1’071’000 vor (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag ist je nach Kanton anders – der Einfachheit halber schreibt das Geldspielrecht «je nach Kanton», nicht eine einzelne Zahl. Wer über dem Freibetrag liegt, bekommt vom Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer abgezogen, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann.

Ein typischer Wettender gewinnt weit unter dem Freibetrag: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Eine Wette, die CHF 500 einbringt, ist steuerfrei. Eine Wette, die CHF 1,2 Millionen einbringt, ist es nicht – aber das ist kein Szenario, mit dem die meisten Wettenden rechnen.

Gewinne ausländischer Anbieter

Gewinne ausländischer Anbieter unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber der kantonalen Steuerpraxis. Der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen unabhängig vom Betrag. Andere Kantone haben andere Regeln. Wer bei einer ausländischen Marke spielt, fragt am besten die kantonale Steuerverwaltung oder einen Steuerberater – die Auskunft ist allgemein, nicht rechtsverbindlich für den Einzelfall.

Werbung und Bonus: was die Gespa erlaubt

Werbung für Glücksspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen gerichtet werden. Werbung für Glücksspiele, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, ist verboten – und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft. Free Games und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; 2025 hat die Gespa 24 solcher Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos gegeben.

Was nicht erlaubt ist: Werbung mit «100 % Bonus» ohne den Haken, Werbung mit «risikofrei» ohne die Bedingung, Werbung mit «besten Quoten» ohne den Markt. Die Marge sitzt in jedem Bonus, sie steht nur nicht drauf.

Wer darf mitspielen – und wer nicht

Sporttip und Jouez Sport sind für Personen ab 18 Jahren. Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet – also in einem der deutschsprachigen Kantone, im Tessin oder in Liechtenstein. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Wer als gesperrt eingetragen ist, wird abgewiesen – auch wenn die Sperre abgelaufen ist und das Konto reaktiviert werden könnte. Die Sperre muss zuerst über die Fachstelle aufgehoben werden, dann erst kann ein neues Konto eröffnet werden.

Hilfe, wenn das Spielen kippt

Wer merkt, dass Wetten das eigene Leben bestimmen – das Konto leergeräumt ist, die Partnerschaft leidet, der Schlaf fehlt –, hat in der Schweiz mehrere Wege. Die kantonalen Fachstellen bieten Beratung und Therapie; die Gespa führt die Sperrliste, in die man sich eintragen lassen kann; Swisslos und Loterie Romande bieten produktspezifische Sperren für 1 bis 180 Tage ohne Aufhebung. Wer sich selbst sperrt, kann nicht spielen – das ist die eine Konsequenz, die zählt.

Was nicht hilft: ein neues Konto bei einer ausländischen Marke, ein höheres Verlustlimit nach einem grossen Verlust, ein «nur noch diese eine Wette». Die Schutzmechanismen der Schweizer Veranstalter funktionieren, weil sie dem Wettenden die Entscheidung abnehmen, in der Situation zu entscheiden, in der er am schlechtesten entscheidet.

Häufige Fragen zu Livewetten in der Schweiz

Wie funktionieren Livewetten, und wie ändern sich die Quoten während des Spiels?

Eine Livewette wird während des Spiels platziert, die Quote bewegt sich mit jedem Spielereignis. Der Algorithmus des Buchmachers preist Tor, Karte, Verletzung und Spielstand in Sekundenbruchteilen ein, was zu Quotensprüngen von mehreren Prozentpunkten führt. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ergebnisses platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter oder Roter Karte kann der Veranstalter Wetten ebenfalls auf Quote 1.00 setzen.

Sind Livewetten in der Schweiz erlaubt?

Ja, Livewetten sind in der Schweiz erlaubt, soweit Sportart, Wettbewerb und Wettart auf der Gespa-Liste stehen. Nur die zwei Schweizer Veranstalter – Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport – dürfen sie hier anbieten, beide unter Bewilligung der Gespa. Ausländische Marken haben in der Schweiz keine Bewilligung und dürfen hier keine Sportwetten anbieten, ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen.

Was gilt für eine Wette, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird?

Eine Wette, die nach dem Eintreffen des Wettausgangs platziert wird, zählt mit Quote 1.00, der Wettende bekommt nur den Einsatz zurück. Das gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird oder ob der Algorithmus die Wette technisch noch anzeigt. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten, was eine breitere Schutzklausel als nur das verspätete Eintreffen ist.

Gibt es bei Jouez Sport Livewetten auch an der Verkaufsstelle?

Nein, in den Verkaufsstellen der Loterie Romande werden nur Prematch-Wetten angeboten. Livewetten sind nur über die Internet-Spielplattform der Loterie Romande zugänglich. Wer in einer Verkaufsstelle spielen will, muss vor Spielbeginn wetten – wer live wetten will, muss online gehen, und das ist nur für Bewohner der Westschweizer Kantone möglich.

Gehören Verlängerung und Penaltyschiessen zur regulären Spielzeit?

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit, beim Fussball also 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Eine Wette auf «Heimsieg», die in der regulären Spielzeit unentschieden steht und in der Verlängerung entschieden wird, ist verloren.

Wie wirken sich Verlustlimiten aus, wenn mehrere Livewetten kurz nacheinander platziert werden?

Die Verlustlimite wird täglich, wöchentlich oder monatlich gesetzt, eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer mehrere Livewetten kurz nacheinander platziert, durchbricht sein Tageslimit oft schneller als gedacht, weil die Limite den Umsatz zählt, nicht den Saldo. Das Tageslimit von CHF 50 ist nach fünf Wetten à CHF 10 ausgeschöpft, unabhängig davon, ob die Wetten gewonnen oder verloren haben.

Inhalt erstellt vom Team «europacupwetten»