Curling-Wetten in der Schweiz: Was die Gespa-Liste tatsächlich abdeckt
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Stand: Oktober 19, 2026 · Lizenzaussagen geprüft gegen das Interkantonale Geldspielaufsichtsregister (Gespa) und die kantonalen Bewilligungsverzeichnisse.
Curling ist in der Schweiz eine Randsportart. Die Frage, ob sich überhaupt darauf wetten lässt, hängt an einer einzelnen Liste. Wer auf Schnee und Eis setzt, kommt um eine Eigenheit des Schweizer Markts nicht herum: Seit Inkrafttreten des Geldspielgesetzes Anfang 2019 dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten – Swisslos mit dem Produkt Sporttip, und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Alles andere, was im Internet als «Buchmacher für Curling» wirbt, besitzt keine Schweizer Bewilligung. Was folgt, beschreibt die Regeln, die Anbieter, die Spielpläne der grossen Turniere und das, was eine Quote in dieser Sportart tatsächlich bedeutet.
Curling im Wettprogramm: WM, EM und Olympia im Überblick
Wettbar wird eine Partie erst, wenn sie auf der Gespa-Liste steht. Das ist die einzige Liste, die in der Schweiz zählt: Sie führt bewilligte Sportarten, bewilligte Wettbewerbe und bewilligte Wettarten auf – und sie verändert sich langsam. Wer Curling sucht, durchsucht keine Buchmacher-Webseiten, sondern prüft zuerst diese Liste. Was dort erscheint, dürfen Swisslos und Loterie Romande ins Programm nehmen; was dort fehlt, bleibt aussen vor, gleich wie attraktiv der Markt wäre.

Wer Curling setzt, setzt auf den Weltverband, den Weltcup und alle paar Jahre auf Olympia. Die WM der Herren und der Damen zieht den Kern des Interessentenkreises an. Dazu kommen Europameisterschaften, der ausverkaufte Canadian Grand Slam und die Welt-Mixed-Doubles-Serie. Olympia bildet alle vier Jahre einen Sonderpunkt – Spitzenskala, wenige Spiele, eigene Dynamik. Für die Schweiz ist die Saison zwischen November und April die natürliche Spielzeit; im Sommer ruht das Angebot.
Welche dieser Wettbewerbe jeweils im Programm stehen, entscheidet die Gespa-Liste in Abstimmung mit den Veranstaltern. Weltranglisten-Qualifikationen, Kontinentalausscheidungen und auch Trainingsläufe – etwa die der Mixed-Doubles-Serie – fallen häufig heraus. Wettbar bleiben: Hauptrunden und Play-offs, Medaillenspiele der grossen Titelkämpfe, und in der Regel Final- und Halbfinalpartien. Was fehlt, ist deutlich: keine Wette auf die Anzahl «Hacks» einer Partie, kein Handicap auf Ends, keine Eckball- oder Kartenmärkte. Curling kennt in der Schweiz das, was der internationale Markt anbietet, nur in sehr eingeschränkter Form.
Für Wettende in der Deutschschweiz heisst das: Den Sporttip-Wettkalender in der Turnierwoche öffnen, nicht eine Woche vorher. Loterie Romande veröffentlich ihr Programm ebenfalls zeitnah, oft mit identischen Partien. Die Spielpläne der grossen Titelkämpfe sind im Verband offiziell abrufbar – Termine, Eisbahnen, Uhrzeiten. Wer mobil spielt, tippt die Resultate am Bildschirm mit und überträgt sie in die App; an einer Verkaufsstelle geht derselbe Wettschein per QR-Code.
Die Gespa-Liste ist nicht bloss eine technische Voraussetzung. Sie entscheidet, ob eine Saison wettrechtlich etwas zu bieten hat. Beobachter der Branche wissen das: Wenn die Liste eine Sportart nicht führt, fällt der Wettumsatz in dieser Sportart über alle Anbieter hinweg weg. Curling gehört zu den Sportarten, die in manchen Jahren auftauchen und in anderen nicht – die Programmierung folgt den internationalen Grossanlässen, nicht dem Wochenrhythmus des Schweizer Markts.
Anbieter im Vergleich
Wer in der Schweiz auf Curling wetten will, hat zwei seriöse Adressen und einen internationalen Markt, der hier nicht erlaubt ist. Beide Schweizer Veranstalter arbeiten mit der Gespa-Bewilligung, jeder in seinem Vertragsgebiet. Die internationalen Plattformen, die im Internet mit Curling-Quoten werben, fallen aus dieser Bewilligung heraus – ihr Angebot zählt im Inland nicht.

Ein ehrlicher Vergleich ordnet die Anbieter so:
| Anbieter | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalter / Lizenzstatus |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Gespa-Bewilligung | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel – Sporttip |
| Loterie Romande Jouez Sport | Gespa-Bewilligung | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne |
| Betwinner | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe: nicht ausgewiesen, kein Statut in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Fezbet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe: nicht ausgewiesen, kein Statut in der Schweiz |
| 1Bet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe: nicht ausgewiesen, kein Statut in der Schweiz |
| BetFury | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe: nicht ausgewiesen, kein Statut in der Schweiz |
| Playzilla | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe: nicht ausgewiesen, kein Statut in der Schweiz |
| IviBet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe: nicht ausgewiesen, kein Statut in der Schweiz |
| BassBet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe: nicht ausgewiesen, kein Statut in der Schweiz |
| 20Bet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe: nicht ausgewiesen, kein Statut in der Schweiz |
Die Spalte «Veranstalter / Lizenzstatus» trägt nicht eine Sicherheitsnote. Sie sagt, wer hinter dem Angebot steht und welche Aufsicht greift. Für die acht Plattformen ohne Schweizer Bewilligung heisst das: keine Aufsicht in der Schweiz, kein Anschluss an die Spielsperre, keine Sperrfrist, die Curling-Quoten mögen verlockend aussehen, sind aber an einem Ort, der für die Schweiz nicht zugelassen ist. Ein- und Auszahlungen laufen dort nach den Hausregeln des Betreibers, nicht nach Schweizer Vorgaben.
Was Curling auf den beiden Schweizer Plattformen konkret heisst: Swisslos und Loterie Romande führen denselben Markttypus (Sieger einer Partie, Turniersieger, teilweise Endresultate), ein ähnliches Wettangebot und ähnliche Regeln zur Spielzeit. Beide legen in ihren Bedingungen fest, dass die reguläre Spielzeit End für End zählt, dass Verlängerungen und Tie-Breaks nur dann zählen, wenn das Wettprogramm sie ausdrücklich nennt, und dass eine Annullierung einer Partie ohne Nachholspiel innerhalb von 48 Stunden zur Rückzahlung des Einsatzes führt. Wer den Gewinn ausrechnet, geht vom Einsatz mal Quote aus – bei einer Kombinationswette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote, das Produkt wird anschliessend auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Wie Curling-Quoten entstehen und was sie kosten
Aufbau einer Quote und ihr Preis
Eine Quote ist der Preis, den ein Veranstalter für eine Wette anbietet. Hinter jeder Quote steht eine Marge – der Anteil, den der Veranstalter von jedem Franken Einsatz einbehält, egal wie die Partie ausgeht. Diese Marge unterscheidet sich je nach Markt und Sportart; sie ist nie null. In einem ausgeglichenen Zweier-Markt, etwa wenn zwei gleich starke Curling-Teams sich gegenüberstehen, hält der Anbieter typischerweise einige Prozent des Gesamteinsatzes zurück.
Eine Rechnung veranschaulicht das: In einem Zwei-Wege-Markt ohne Unentschiedenoption, in dem beide Seiten mit Quote 1.90 angeboten werden, ergibt sich die Auszahlungsquote aus der Formel 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90). Das Resultat liegt bei rund 0’974 – also rund 97.4 % der Einsätze fliessen bei Gewinn an die Wettenden zurück. Die Marge ist 100 % minus Auszahlungsquote, mithin grob 2.6 % pro Wette. In einem Band gerechnet bewegt sich die Marge für populäre Wetten auf Curling häufig in einem Bereich von etwa 3 % bis 5 % – genug, dass sie für gelegentliche Wettende unsichtbar bleibt, aber spürbar wird, wenn Volumen oder Häufigkeit der Wetten zunehmen.
Für Kombinationswetten multiplizieren sich die Quoten, jede einzelne Marge mitgerechnet. Eine Vervierfachung der Voraussagen vervierfacht in der Tendenz auch die kumulierte Marge. Bei «Risikofrei»-Versprechen aus der Werbung lohnt sich der Blick auf die Marge. Versprochen wird «kein Risiko»; die Marge ist Teil jeder einzelnen Quote. Eine Wette, deren Quoten je 1.85 lauten, hat bereits einen höheren Hausanteil als eine Wette mit Quoten je 1.95, und ein Bonus, der die Quoten marginal erhöht, ändert an dieser Rechnung wenig.
Eigene Rechnung: So rechnet sich der Gewinn
Der Gewinn folgt einer einfachen Regel: Einsatz mal Quote – bei einer Kombiwette mal die Gesamtquote, also das Produkt der Einzelquoten. Beispiel: Eine Einzelwette über CHF 10 auf Quote 2.50 bringt einen Bruttogewinn von CHF 25. Die App zeigt den Gesamtgewinn an; das ist der Betrag, der nach Gewinnauswertung ausgezahlt oder dem Wallet gutgeschrieben wird, abzüglich der Abrundung auf 5 Rappen genau, die in den Schweizer Spielregeln vorgesehen ist.
Kombinationswetten wirken verlockend, weil die Endquote hoch sein kann. Eine Vierer-Kombi mit Quoten 1.80, 1.95, 2.10 und 2.20 erreicht eine Gesamtquote von rund 15.5. Ein Einsatz von CHF 5 ergäbe einen Bruttogewinn von etwa CHF 78. Was die Rechnung verschweigt: Jede zusätzliche Voraussage erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes. Ein Bonus wie der Sporttip-Kombiboost verbessert die Nettorechnung, er ändert nichts daran, dass die Trefferquote mit jeder Voraussage sinkt. Wer mit hohen Quoten spielt, spielt gegen die Wahrscheinlichkeit – die Marge ist das beständige Element.
Was die Marge konkret bedeutet
Wer das Wort «Marge» nicht kennt, sieht daran nur eine Zahl auf dem Wettschein. Wer sie versteht, sieht einen eingebauten Preis für die Dienstleistung. Pro Franken Einsatz zahlen Wettende – im Durchschnitt und über viele Wetten hinweg – den Anteil, den die Marge ausmacht. Bei einer durchschnittlichen Marge von 4 % verlieren Wettende 4 Rappen pro Franken Einsatz, lange bevor irgendeine besondere Leistung oder ein Bonus eingelöst wird. Wer das ignoriert, vergleicht die Quoten zweier Anbieter oberflächlich – aber er vergleicht sie gerade nicht gründlich genug.
In der Praxis heisst das: Je kleiner die Marge, desto günstiger der Preis für den Wettenden – vorausgesetzt, man spielt tatsächlich. Wer nur gelegentlich setzt, wird den Unterschied zwischen 3 % und 5 % kaum bemerken. Wer regelmässig spielt, sieht über Monate eine spürbare Differenz. Genau hier setzen seriöse Vergleiche an – nicht beim Bonus, sondern bei der Grösse, die in jeder einzelnen Quote steckt. Die Gespa-Liste hilft dabei nur teilweise: Sie regelt, was Curling-Quoten es in der Schweiz überhaupt gibt. Über die Marge schweigt sie sich aus. Diese bleibt Aufgabe jedes Wettenden.
Curling-spezifische Eigenheiten
Curling unterscheidet sich von Mannschaftssportarten wie Fussball oder Eishockey. Eine Partie hat selten mehr als zehn Ends, jeder End wird einzeln gespielt, ein Stein landet zentimetergenau. Märkte wie «Sieger nach regulärer Spielzeit» sind anerkannt; Märkte wie «Handicap» oder «über 8.5 Ends» sind es nicht. Wichtig: bei einem Wettbewerb wie Olympia oder einer WM werden in den Schweizer Spielregeln die regulären Ends, nicht aber allfällige Extra-Ends oder Tie-Breaks zur Wettwertung herangezogen, sofern das Wettprogramm nicht ausdrücklich darauf hinweist. Wer auf «Sieger inklusive Verlängerung» setzt, prüft die Produktbeschreibung genau.
Rechtliche Lage: Curling und die Bewilligungspraxis
Was die Gespa-Liste tatsächlich abdeckt
Die Gespa-Liste benennt bewilligte Sportarten und Wettbewerbe. Curling steht nicht das ganze Jahr über gleichberechtigt neben Fussball – es erscheint in der Liste, wenn ein internationales Grossereignis ansteht, und fällt im Sommer weg. Wer im August nach Curling-Quoten sucht, sucht meist vergeblich. Wer im November fragt, findet zur Weltcup-Saison in der Regel Angebote. Diese Asymmetrie prägt die ganze Sportart; sie ist kein Fehler der Schweizer Veranstalter, sondern Konsequenz aus dem Listenprinzip.
Diese Liste gilt für beide Schweizer Veranstalter gleichzeitig. Swisslos und Loterie Romande dürfen nur das anbieten, was die Liste führt. Es gibt keinen Bewegungsspielraum für eigene Erweiterungen; jede neue Wettart, jedes neue Wettbewerbsformat, jede neue Sportart muss über die Gespa laufen. Wer Curling auf einer ausländischen Plattform sieht, ist auf einer Plattform, die für den Schweizer Markt keine Bewilligung hat.
Folgen einer fehlenden Bewilligung
Eine Plattform ohne Schweizer Bewilligung darf sich hierzulande nicht an Wettende richten. Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und kann nach Art. 131 BGS mit einer Busse bis zu CHF 500’000 geahndet werden – gegen den Anbieter, nicht gegen den Wettenden. Eine ausländische Lizenz aus Malta, Curaçao oder anderswo hat nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung. Was bleibt, ist Hausrecht des Anbieters: Ein- und Auszahlungen laufen nach dessen Regeln.
Strafrechtlich relevant wird die Plattform, nicht die Kundschaft. Organisieren ausländischer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist nach Art. 130 BGS eine Straftat – bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahren. Für den Wettenden heisst das: keine Verfolgung, dafür auch kein Schutz. Wer dort spielt, kann im Streitfall nicht auf das Schweizer Recht zurückgreifen, nicht auf die Spielsperre und nicht auf die Gespa. Bei einer Sperrung der Plattform durch die Gespa (DNS-Block) fallen Einsatz und Gewinn in eine Grauzone – eine Auszahlung ist nicht garantiert.
Wer Curling-Quoten auf einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung sieht, sollte daher den Reiz der Quote nicht über den Schutzverlust stellen. Die Gespa führt eine öffentlich einsehbare Liste der gesperrten Domains; neue Domains tauchen meist innert Stunden auf der Sperrliste auf, wenn die Betreiber auf andere Domains ausweichen.
Folgen für Wettende in der Deutschschweiz und der Romandie
Die beiden Schweizer Veranstalter teilen das Land in zwei Vertragsgebiete. Wer in Zürich wohnt, spielt Sporttip; wer in Lausanne wohnt, spielt Jouez Sport. Überschneidungen gibt es nicht – wer etwa in Genf wohnt und in Deutschland arbeitet, behält sein Genfer Konto. Der Wohnsitz entscheidet, nicht die Sprache, nicht die Grenznähe. Wer umzieht, muss das Konto wechseln oder schliessen. Bei einer Eröffnung prüfen die Veranstalter den Wohnsitz gegen Adressdatenbanken und über den Ausweis; ein Zweitkonto ist unzulässig und wird gesperrt.
Eine weitere Konsequenz: Wer im Vertragsgebiet wohnt, aber im grenznahen Ausland spielt, hat dort keine Schweizer Bewilligung. Die Plattformen mit Schweizer Bewilligung fragen den Wohnsitz ab; ein deutscher Wohnsitz qualifiziert in der Regel nicht. Wer nach einem Umzug innerhalb des Landes die Kontozuordnung ändern will, durchläuft eine erneute Identitätsprüfung. Das Prozedere wirkt umständlich, ist aber die einzige Möglichkeit, unter Schweizer Recht zu spielen.
Verantwortungsvolles Spielen: Limiten, Pausen und Sperre
Selbst gesetzte Limiten
Wer bei Swisslos Sporttip spielt, setzt vor der ersten Wette Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999 pro Periode; unter 21 Jahren sinkt sie auf CHF 1’000. Das gilt für jede teilnehmende Person, ist Pflicht und nicht Kulanz. Eine Senkung tritt sofort in Kraft; eine Erhöhung greift erst nach 72 Stunden – eingebaut als Schutz gegen impulsive Erhöhungen am Tag einer verlorenen Wette.
Loterie Romande praktiziert dasselbe Modell mit eigenen Fristen und eigenen Höchstwerten. Gesetzlich gefordert ist seit der VGS-Revision nur, dass der Veranstalter überhaupt maximale Werte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangt (Art. 87 VGS). Die Höhe regelt jeder Veranstalter selbst. Wer mit der gesetzlichen Erhöhungsfrist von 24 Stunden rechnet und dann 72 Stunden warten muss, erlebt keinen Gesetzesbruch, sondern eine strengere Hausregel. Beide Schweizer Veranstalter wenden diese 72-Stunden-Frist an.
Zusätzlich gibt es bei Swisslos eine freiwillige Einzahlungslimite für 30-Tage-Perioden. Wer sie aktiviert, kann auch dann nicht weiter einzahlen, wenn das Verlustlimit noch nicht erreicht ist – die Einzahlung wird blockiert, bevor das Verlustlimit greift. Sie ist im Profil aktiv setzbar; sie ist nicht obligatorisch, aber für risikobewusste Wettende ein zweiter Schutzanker.
Spielsperre und Pause
Die Spielsperre ist der schwerere Hebel. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Sperrregister eingetragen und gilt zugleich für Casinos und Online-Casinos sowie für das Fürstentum Liechtenstein. Loterie Romande führt dasselbe Register. Wer sich hier eintragen lässt, kommt nicht durch einen zweiteiligen Identitätswechsel wieder rein.
Daneben gibt es die freiwillige Pause bis sechs Monate. Sie wird vom Veranstalter angeboten (Art. 89 VGS) und ermöglicht eine kurze Auszeit, ohne den Register-Eintrag. Wer nach Ablauf zurückspielt, ist automatisch wieder im Markt; wer vor Ablauf weiterspielen möchte, wird mit einer Mindestfrist von drei Monaten konfrontiert – das verhindert den schnellen Wiedereinstieg.
Für überschuldete oder suchtgefährdete Personen gibt es die Fremdsperre; sie wird von einer Fachstelle beantragt und gilt mit Eintrag landesweit. Für Spielerinnen und Spieler bedeutet das: Das Sperrregister ist nicht ein administrativer Akt, sondern ein Schutzmechanismus, der bei einer einzigen Eintragung mehrere Sphären gleichzeitig sperrt. Wer in einem anderen Kanton wohnt und dort spielt, bleibt gesperrt.
Spielsucht: wo Hilfe zu finden ist
Die ersten Anlaufstellen sind die kantonalen Suchtberatungen, die online und telefonisch erreichbar sind. Die Angebote sind kostenlos, anonym und gesetzlich verankert. Wer im Profil eine Spielsperre setzt, kann sich gleichzeitig an eine Beratungsstelle wenden – der Eintrag ins Register schützt nicht vor den Schulden, die vor der Sperre entstanden sind; die Beratung arbeitet daran. Bei den grossen Hilfsorganisationen findet sich auch fachliche Hilfe für Angehörige. Für Wettende, die ihre Situation früh genug einschätzen, ist die Selbstsperre kein Eingeständnis, sondern ein Werkzeug.
Was die Geldspielaufsicht sieht
Die Gespa testet den Verkauf an Verkaufsstellen. Im Jahr 2025 ergab eine solche Testreihe, dass an 47.5 % der getesteten Verkaufsstellen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Das widerspricht dem Gesetz, ist kein Randphänomen und kein Einzelfall; es zeigt die Grenze dessen, was Selbstschutz leisten kann. Wer an einer Verkaufsstelle mit Jugendlichen unterwegs ist, sollte diesen Befund kennen – er erklärt, warum die Gespa an Regeln für Online-Konten und für Ausweise festhält und warum die Online-Identitätsprüfung nicht nur Bürokratie ist.
Swisslos Sporttip: Spielregeln und Eckwerte
Swisslos betreibt Sporttip als Produkt für das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Online-Teilnahme setzt Volljährigkeit, Wohnsitz im Vertragsgebiet und den hochgeladenen Ausweis voraus; die Daten werden gegen Adressdatenbanken geprüft und aus dem Ausweis ausgelesen. Wer sich registriert, durchläuft diese Schritte einmalig. Eine Spielsperre im Register verhindert die Registrierung. Es gibt ein Konto pro Person, nicht mehrere, auch wenn die Plattform dazu verleitet, das Wallet aufzuteilen.
Die Einsatzgrenzen sind klar definiert: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 10’000 für Systemwetten. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Diese Werte sind das, was ein durchschnittlicher Wettender im Profil sieht; sie sind nicht verhandelbar.
Was die Plattform für die Wettenden tut: Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten online, vor Spielbeginn und live, aber nur als vollständige Auszahlung ohne Teilauszahlung. Es ist nicht garantiert, dass jeder Markt Cash-Out anbietet – Swisslos behält sich das ausdrücklich vor. Wird Cash-Out ausgeführt, lässt es sich nicht rückgängig machen. Bei einem nicht angenommenen Cash-Out bleibt die Wette offen.
Beim Live-Sektor gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter – kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Diese Regel ist eine Vorkehr gegen verzögerte Wetten, die nur noch das Resultat bestätigen; sie schützt die Plattform, aber sie kürzt auch den Spielraum für eine taktische Live-Wette.
Eine weitere Eigenheit: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung dürfen nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert werden. Nimmt die Plattform irrtümlich eine solche Kombination ohne Bet-Builder an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist eine Klausel gegen die Ausnutzung von Korrelationen in derselben Partie, etwa Endstände über mehrere Ends eines Curling-Spiels. Wer solche Kombinationen sucht, hält sich an die Bet-Builder-Anwendung oder lässt es sein.
Spielgewinn wird zuerst berechnet (Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote), dann auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und schliesslich auf 5 Rappen genau abgerundet. Das Resultat wird bei Gewinnen bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung automatisch dem Wallet gutgeschrieben. Bei Gewinnen über CHF 1’000 erfolgt die Überweisung auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers innert drei Arbeitstagen, sofern die Zahlungsverbindung bekannt ist. Verfällt ein Gewinn nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung, fällt er dem Zweck der Swisslos zu.
Im Sporttip-Programm finden sich Quotenboosts nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Person nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen, ebenfalls mit Limit. Diese Staffel erklärt, warum manche Plattformen mit «bis zu 100 % Boost» werben – die Schwelle liegt hoch, die Auszahlung erfolgt nur an einen Bruchteil der Wettenden, die rechnerisch durchkommen.
Loterie Romande Jouez Sport: Spielregeln und Eckwerte
Die Loterie Romande führt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone – Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf, Jura. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Lausanne, betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Eine Online-Registrierung verlangt wieder Volljährigkeit, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet und den hochgeladenen Ausweis.
Für die Wettenden gilt der gleiche Rahmen wie bei Swisslos: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage (gesetzlich verlangt, in der Höhe vom Veranstalter festgelegt). Cash-Out wird dort angeboten, wo die Plattform es zulässt – sie folgt eigenen Regeln, die in den Bedingungen zur Online-Teilnahme stehen. Verkaufsstellen nehmen Wettscheine entgegen, vorbereitet am Bildschirm oder via App. Wer zum Beispiel in Genf wohnt, aber auf der Deutschschweiz arbeitet, kann nicht gleichzeitig bei Loterie Romande und bei Swisslos Konto führen; die Online-Registrierung setzt einen Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet voraus.
Die Auszahlungsmechanik ist ähnlich: Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, Gewinne über CHF 1’000 werden auf das verbundene Bank- oder Postkonto überwiesen. In welcher Frist, welche Mindestbeträge und welche Kommissionen erhoben werden, beschreibt jede Plattform selbst. Wer diese Punkte vergleicht, liest die Allgemeinen Geschäftsbedingungen beider Anbieter – sie sind nicht identisch.
Eine Curling-Saison in der Westschweiz verläuft strukturell nicht anders als in der Deutschschweiz. Wenn die Gespa-Liste Curling führt, führen beide Anbieter die grossen Titelkämpfe. Unterschiede zeigen sich in Quotenhöhe und Quotierungsgeschwindigkeit, weniger im Marktangebot. Wer die Quote sehen will, sieht sie auf beiden Plattformen am selben Tag.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Betwinner, Fezbet, 1Bet, BetFury, Playzilla, IviBet, BassBet und 20Bet sind die acht im internationalen Vergleich üblichen Plattformen ohne Schweizer Bewilligung. Ihre Lizenzen stammen aus anderen Rechtsräumen. In der Schweiz greift Art. 4 BGS – eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung. Die Gespa führt sie nicht in einem Whitelist-Register; sie führt sie in einem Blacklist-Register, der Sperrliste mit geblockten Domains (DNS-Block).
Wer dort Kunde ist, spielt auf eigenes Risiko: keine Anbindung an die Schweizer Spielsperre, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rekursweg. Wer eine Selbstsperre aktiv hat, sieht sich bei diesen Anbietern nicht im Register; wer dort spielt, kann gleichzeitig ein gesperrtes Konto in der Schweiz haben. Die Plattformen behalten sich vor, Auszahlungen nach ihren Hausregeln zu prüfen; bei Streit entscheidet das Recht des Anbietersitzes, nicht das Schweizer Recht.
Für Curling bieten diese Plattformen häufig ein breiteres Wettangebot als die Schweizer Veranstalter. Märkte wie «Sieger eines Ends», «Handicap nach Steinen» oder «erste Steine» tauchen dort auf. In der Schweiz nicht, weil die Gespa-Liste sie nicht führt. Wer sich für solche Märkte interessiert, hat zwei Optionen: auf Schweizer Anbieter warten und auf das Standardprogramm ausweichen, oder das ausländische Angebot nutzen und die rechtlichen Konsequenzen tragen – von fehlendem Schutz bis zur möglichen Sperrung der Domain durch den Provider.
Reingewinn, Verteilung und was das mit Wetten zu tun hat
Swisslos hat für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. ausgeschüttet: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die wiederum Swiss Olympic, den Fussball, den Eishockey und die Sporthilfe alimentiert. CHF 109 Mio. davon stammten aus den Sportwetten – weniger als 2024, da lag der Beitrag aus den Wetten bei CHF 122 Mio. Das ist die Logik des Schweizer Modells: Die Gewinne aus Wetten fliessen nicht an Aktionäre, sondern zurück in Sport und Gesellschaft. Wer sich für die Branche interessiert, sieht hier, wohin das Geld geht, das nicht als Gewinn ausgezahlt wird.
Diese Buchführung hat eine Konsequenz für Wettende: Es gibt keinen Renditedruck in dem Sinn, wie ihn kommerzielle Buchmacher kennen. Die Gespa verlangt von beiden Veranstaltern eine seriöse Geschäftsführung; die Gewinnausschüttung orientiert sich am Gemeinwohl. Das bedeutet nicht, dass die Quoten besser sind – es bedeutet, dass die Aufsicht eine andere ist. Wer die Quote vergleicht, vergleicht Zahlen; wer die Plattform vergleicht, vergleicht Strukturen.
Steuerliche Lage: Freibetrag und Verrechnungssteuer
Gewinne aus Schweizer Sportwetten sind in der Schweiz einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Der Bundeswert liegt seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (Vorjahr 2025: CHF 1’070’400). Liegt der Einzelgewinn darüber, werden 35 % Verrechnungssteuer von der Plattform einbehalten und über das ESTV-Verfahren zurückholbar, wenn der Gewinn in der Steuererklärung deklariert wird. Kantonal unterscheiden sich die Freibeträge; «je nach Kanton» bleibt die genauere Formulierung als jede pauschale Aussage.
Wer auf einer ausländischen Plattform spielt, die keine Schweizer Bewilligung hat, fällt aus der Verrechnungssteuer heraus. Die Gewinne sind nach kantonalem Recht steuerbar – einige Kantone wie Thurgau behandeln sie als voll steuerbares Einkommen, andere kennen eigene Freibeträge. Hinzu kommen kantonale Unterschiede in der Frage, ob Buchgewinne aus Glücksspiel separat oder im ordentlichen Einkommen deklariert werden. Wer hier Klarheit braucht, fragt den Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung – nicht die Plattform.
Häufige Fragen
Ist Curling bei Swisslos Sporttip oder Loterie Romande Jouez Sport wettbar?
Curling ist wettbar, sobald ein Grossereignis – Weltmeisterschaft, Europameisterschaft, Olympia oder ein vom Gespa explizit gelisteter Wettbewerb – auf der Gespa-Liste für Sportwetten steht. Sind die entsprechenden Wettbewerbe gelistet, tauchen sie im Wettprogramm beider Schweizer Veranstalter mit den üblichen Markttypen auf; ansonsten fehlt die Sportart vollständig.
Welche Sportarten und Wettarten stehen auf der Gespa-Liste?
Die Gespa-Liste benennt bewilligte Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Sie ist die abschliessende Grundlage – nicht die Gesamtliste aller Buchmacherangebote im Ausland. Veranstaltungen mit vorwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen; Eckball-, Karten- oder Esport-Märkte erscheinen auf der Liste nicht. Das Angebot ist breit, aber eben abschliessend.
Was bedeutet die Marge in Quoten bei einer Randsportart wie Curling?
Die Marge ist der eingebaute Preis des Veranstalters – der Anteil der Einsätze, der unabhängig vom Ausgang einbehalten wird. In Zwei-Wege-Märkten mit ausgeglichenen Quoten um 1.90 liegt sie in einem niedrigen einstelligen Prozentbereich; sie steigt tendenziell, je exotischer das Angebot wird. Für Randsportarten heisst das: je spezifischer die Wette, desto grösser typischerweise die Marge, weil der Anbieter das Risiko anders gewichtet.
Wie berechnet sich der Gewinn bei einer Kombinationswette?
Der Bruttogewinn ist der Einsatz mal die Gesamtquote, also das Produkt der Einzelquoten aller Voraussagen. Bei Sporttip wird das Resultat zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Eine kantonale Steuerfreigrenze ist erst bei weit höheren Beträgen relevant – bei typischen Wettgrössen ist der Gewinn steuerfrei.
Was passiert, wenn ein Curling-Spiel abgesagt und nicht nachgeholt wird?
Wird das Spiel abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, gilt die Wette als ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Der Wettschein wird entsprechend reduziert oder storniert. Diese Regel gilt bei Sporttip identisch für alle Wettsportarten.
Wie hoch ist der Steuerfreibetrag bei einem Curling-Gewinn?
Auf Bundesebene liegt der Freibetrag 2026 bei CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn; darüber werden 35 % Verrechnungssteuer einbehalten. Auf kantonaler Ebene variiert die Schwelle – sie liegt je nach Kanton unterschiedlich hoch. Wer unter dem Freibetrag bleibt, zahlt in der Regel weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn.
Sportarten – europacupwetten
Inhalt erstellt vom Team «europacupwetten»
