Radsport Wetten in der Schweiz: was 2026 erlaubt ist und wer anbietet

Updated Oktober 2026
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Eine Landstrasse schlängelt sich einen Alpenpass hinauf, am Strassenrand liegt feuchtes Gras und die Morgensonne färbt die Felsen.

Stand: Oktober 19, 2026 — geprüft gegen die Bewilligungs­übersicht der Gespa und die Spielregeln von Swisslos Sporttip.

Die Tour de France wurde erstmals 1903 ausgetragen, Start war am 1. Juli in Montgeron bei Paris; Veranstalter ist seit 1992 die Amaury Sport Organisation (ASO).

Wer in der Schweiz auf den Sieger der Tour de France, die nächste Etappe nach Alpe d’Huez oder das Grüne Trikot von Mailand bis Paris wetten will, hat mit dem Geldspielgesetz (BGS) eine sehr konkrete Ausgangslage. Sie betrifft das Angebot, die zugelassenen Buchmacher und am Ende auch die Frage, was ein Preis über das Geschäft aussagt, in dem er entsteht. Dieser Text ordnet die Saison 2026 ein, erklärt wie Radsportquoten und deren Marge entstehen, und beschreibt was Schweizer Wettende bei den beiden zugelassenen Veranstaltern und bei ausländischen Seiten ohne Bewilligung tatsächlich erwartet.

Die Reihenfolge folgt dem, was eine Wettentscheidung im Radsport tatsächlich braucht: zuerst die Rennen, an denen sich eine Wette überhaupt festmachen lässt, dann die Frage wer in der Schweiz überhaupt anbieten darf, dann der Mechanismus von Quote und Marge, und erst danach die Regeln zum Spielerschutz und die einzelnen Anbieter.

Spielplan der Radsportsaison 2026: Frühjahrsklassiker, Grand Tours und WorldTour

Die Radsportsaison folgt einem Rhythmus, der sich seit Jahrzehnten kaum verschoben hat. Im Frühjahr stehen die Eintagesrennen, im Sommer die grossen Rundfahrten, und dazwischen liegen die WorldTour-Eintagesklassiker, die für Buchmacher ebenso zählbar sind wie die Etappen einer Grand Tour. Für eine Wette zählt, was auf der Gespa-Liste steht; was dort fehlt, fällt für die zugelassenen Schweizer Veranstalter aus dem Programm.

Ein Rennrad lehnt an einer Steinmauer am Rand eines Dorfplatzes, daneben eine Trinkflasche im ersten Sonnenlicht.
Zu den Frühjahrsklassikern im Radsport zählen Lüttich–Bastogne–Lüttich (seit 1892), Paris–Roubaix (seit 1896) und Mailand–San Remo (seit 1907).

Zu den Frühjahrsklassikern zählen Lüttich–Bastogne–Lüttich (seit 1892), Paris–Roubaix (seit 1896) und Mailand–San Remo (seit 1907). Diese drei Eintagesrennen bilden zusammen mit Flandern-Rundfahrt und Amstel Gold Race den Kern dessen, was im Frühjahr wetbar ist. Die UCI WorldTour wird seit 2011 vom Weltverband UCI veranstaltet und ist die Nachfolgeserie der gescheiterten UCI ProTour; sie umfasst nach der aktuellen Liste 36 Rennen pro Saison.

Die Grand Tours sind die einzigen Strassenrennen, die drei Wochen dauern dürfen: die Tour de France (jährlich im Juli), der Giro d’Italia (in der Regel im Mai) und die Vuelta a España (seit Mitte der 1990er-Jahre im September). Wer auf eine Gesamtwertung setzt, wettet auf einen kumulierten Zeitvorsprung über drei Wochen Etappenfahrt, mit Wind, Stürzen und Mannschaftstaktik als ständigen Störgrössen. Wer auf eine Etappe setzt, wettet auf einen Tag — die Wahrscheinlichkeits­verteilung sieht grundlegend anders aus.

Tour de France, Giro und Vuelta im Überblick

An der Tour de France nehmen etwa 21 bis 22 Profimannschaften teil, darunter 18 UCI WorldTeams. Seit 2018 besteht jedes Team aus acht Fahrern, bis 2017 waren es neun. Meist stehen zwanzig Etappen nach dem Grand Départ auf dem Programm. Das Gelbe Trikot wurde 1919 von Henri Desgrange eingeführt; das Gepunktete steht für die Bergwertung, das Weisse für die Nachwuchswertung, das Grüne für die Punktewertung. Erik Zabel hat das Grüne Trikot sechsmal gewonnen — eine Marke, an der gemessen wird, wer in die Spitzengruppe der Sprinter gehört.

Ein langer Kiesweg zwischen Obstbäumen am Seeufer, im Hintergrund die Silhouette von Bergen im Dunst eines frühen Morgens.
Die UCI WorldTour wird seit dem Jahr 2011 vom Radsport-Weltverband UCI veranstaltet und gilt als Nachfolgeserie der gescheiterten UCI ProTour.

Rekordsieger der Gesamtwertung mit je fünf Siegen sind Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar. Pogačar siegte 2020, 2021 und von 2024 bis 2026, also viermal in Folge. Bei der Vuelta 2026 schied er nach einem Sturz auf der achten Etappe aus, was die Ausgangslage für den Gesamtsieg veränderte: Enric Mas gewann die Rundfahrt, der Österreicher Felix Gall wurde mit 2:44 Rückstand Gesamtdritter und war damit der erste Österreicher auf dem Podium einer Vuelta; zuvor war er beim Giro d’Italia 2026 Zweiter. Vor Gall stand mit Adolf Christian, Dritter der Tour de France 1957, nur ein weiterer Österreicher auf dem Podium einer Grand Tour.

Was im Radsport überhaupt gewettet werden kann

Der Radsport umfasst Strassenradsport, Bahnradsport, Mountainbike, Cyclocross und BMX-Rennsport sowie Kunstradfahren, Radball und Radpolo. Für Schweizer Buchmacher ist die Auswahl enger: Die Gespa führt eine geschlossene Liste erlaubter Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen. Was dort nicht steht, darf Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport nicht anbieten. Die Liste zeigt keine Eckball- oder Kartenmärkte — das sind Fussballkategorien — und keine eigene Esports-Sektion. Trainingsläufe sind grundsätzlich nicht wettbar; Qualifikations­runden nur, wenn sie gelistet sind; Frauen­wettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Qualifikation zu einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet.

Live-Wetten sind im Radsport möglich, vor und während des Rennens, sofern der Veranstalter über eine entsprechende Bewilligung verfügt. Cash-Out gehört nicht zu den regulierten Mechanismen, sondern ist eine Funktion jedes Anbieters; bei Sporttip ist sie für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie, dass es für jeden Markt angeboten wird.

Schweizer Radsportwetten: zwei Anbieter, zwei Einzugsgebiete

In der Schweiz dürfen nur Swisslos und Loterie Romande Sportwetten anbieten. Das ist nicht das Ergebnis eines Marktes, der sich reguliert hat, sondern eine gesetzliche Festlegung: Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, spielt bei Swisslos Sporttip. Wer in der Romandie wohnt, spielt bei Loterie Romande Jouez Sport. Eine Online-Registrierung setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet des jeweiligen Veranstalters voraus, und es darf keine Spielsperre bestehen. Jede Person darf sich nur einmal registrieren.

Diese Aufteilung ist die Konsequenz der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020), die am 1. Januar 2021 in Kraft trat und die Aufsicht in der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) bündelt. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) regelt seit 1. Januar 2019, was Grossspiele sind und unter welche Aufsicht sie fallen. Sportwetten sind ein Grossspiel nach Art. 3 lit. c und e BGS; die Bewilligung umfasst eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die ESBK ist für Casinos zuständig, nicht für Sportwetten.

Swisslos Sporttip: das deutschsprachige Vertragsgebiet

Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten auf der Grundlage der IKV 2020. Die Sportwetten laufen unter dem Produktnamen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Für 2025 hat Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio. ausgeschüttet, davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz (für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey, Sporthilfe). Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024.

Die Spielregeln (Version 4.2) regeln, was eine Wette bei Sporttip ist. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder Gegenstand der Wette sind. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000, für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses nicht wetten.

Loterie Romande Jouez Sport: die sechs Westschweizer Kantone

Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Das Unternehmen zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Wie Swisslos untersteht Loterie Romande der Gespa-Aufsicht und verfügt über die nach BGS erforderliche Veranstalter- und Spielbewilligung für Sportwetten.

Ausländische Buchmacher ohne Schweizer Bewilligung

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt, ein Vorgehen, das die Gespa als Domain-Hopping bezeichnet und für das sie unter anderem Interwetten, Bet-at-Home und bet365 nennt. Eine ausländische Lizenz aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Die Organisation von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat — bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die spielende Person wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Schutz und keine Schweizer Spielsuchtkontrolle.

Einordnung der Anbieter: Bewilligung, Programm, Limits

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / gemeldete Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung BGS SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung BGS Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
WirWetten ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung
BC.Game ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung
BillyBets ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung
Donbet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung
bet365 ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung; Domain auf der Gespa-Sperrliste
22Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung
BetOnRed ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung
IviBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung

Die Tabelle trennt die beiden zugelassenen Anbieter klar von den ausländischen Marken. Für die zugelassenen Anbieter gilt der volle Schweizer Schutzrahmen: Verlustlimiten, Spielsperre mit Eintrag im zentralen Register, Identitätsprüfung bei Registrierung, Auszahlung nur auf ein Konto im eigenen Namen. Für die ausländischen Marken gilt keines davon.

Quoten und Marge: wie der Preis entsteht, den der Buchmacher anzeigt

Eine Quote ist das Verhältnis von Einsatz zu Bruttogewinn. Bei einer Quote von 2.10 und einem Einsatz von CHF 10 erhält die Wettende im Erfolgsfall CHF 21 zurück, also den Einsatz zuzüglich CHF 11 Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Beine zu einer Gesamtquote; das Produkt suggeriert einen hohen Erlös, aber jeder Faktor trägt seine eigene Marge, und das Produkt trägt sie ebenfalls.

Die Marge ist das, was der Buchmacher im Preis zurückbehält. Für einen Zwei-Wege-Markt mit zwei Ausgängen — etwa die Frage, ob ein Fahrer die Etappe gewinnt oder nicht, vereinfacht auf zwei Kandidaten — gilt: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂). Die Marge ist 100 % minus die Auszahlungsquote. Bei zwei gleich hohen Quoten von 1.90 / 1.90 ergibt die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95, also 95 %. Die Marge ist damit 5 %. Bei einem Radsport-Etappenmarkt mit mehreren Favoriten und einer langen Liste Aussenseiter steigt die Anzahl der Ausgänge, die Formel addiert entsprechend mehr Kehrwerte der Quoten, und die Marge wächst. Die Auszahlungsquote sinkt.

Die Konsequenz: Eine Marge von 5 % auf einem ausgeglichenen Zwei-Wege-Markt ist das untere Ende dessen, was ein Wettender realistisch erwarten kann. Märkte mit vielen Ausgängen — Etappensiege, Punktewertungen, Kombiwetten — liegen darüber. Genau dort sitzt der Anteil, den der Buchmacher aus jedem eingesetzten Franken einbehält, unabhängig vom Ausgang des Rennens.

Was eine «boosted odds»-Aktion tatsächlich ändert

Bei Sporttip sind Quotenboosts nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage nutzbar; ein Profitboost erhöht den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettende nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Marketingwörter wie «verbesserte Quote» oder «Boost» beschreiben also einen begrenzten, einmal nutzbaren Aufschlag auf eine Wette, die an dieselben Regeln gebunden ist wie jede andere — derselbe Markt, dieselbe Marge, nur der ausgewiesene Nettogewinn fällt etwas höher aus. Der Preis des Marktes ändert sich nicht.

Cash-Out: der vorzeitige Ausstieg

Cash-Out bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Wer Cash-Out nutzt, akzeptiert einen vom Buchmacher gesetzten Rückkaufpreis, der dessen eigenem Risikomanagement folgt — und nicht der Quote, die beim ursprünglichen Abschluss galt.

Spielerschutz: Verlustlimiten, Spielsperre und Steuerfolgen

Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden (die BGS-Frist beträgt 24 Stunden, Swisslos wendet die längere Frist an). Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Der Zugang lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Die Gespa hat 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt: In 47,5 % von 200 Fällen wurde an Minderjährige eine Sportwette verkauft. Das ist kein Argument gegen die Online-Registrierung mit Identitätsprüfung, aber es relativiert den Schutz an physischen Verkaufsstellen. Online ist die Prüfung dichter, der Ausweis wird ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft; Minderjährige sind von der Online-Teilnahme ausgeschlossen.

Die Spielsperre ist im BGS geregelt (Art. 80–82 BGS): ausgeschlossen werden überschuldete oder spielsüchtige Personen sowie Selbstsperrungen, eingetragen in ein gemeinsames Register. Eine freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Steuerliche Lage für Radsport-Wettende

Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und erst darüber steuerpflichtig. Die bundesrechtliche Schwelle liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Über der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Die kantonale Schwelle unterscheidet sich, weshalb «je nach Kanton» die einzige zutreffende Formulierung ist. Eine typische Radsportwette bleibt deutlich darunter: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer.

Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerpflichtiges Einkommen. Eine allgemeingültige Aussage für alle Kantone ist nicht möglich; die Auskunft beim kantonalen Steueramt oder beim Steuerberater ist der einzige Weg, der die eigene Lage zuverlässig klärt. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Swisslos Sporttip

Swisslos ist einer der beiden Veranstalter, die das Gesetz für die Schweiz vorsieht. Das Produkt Sporttip bedient das deutschsprachige Vertragsgebiet und Liechtenstein; das Wettprogramm folgt der Gespa-Liste, also dem, was dort an Radsport, Tour de France, Giro, Vuelta, Frühjahrsklassikern und WorldTour-Eintagesrennen eingetragen ist. Die Spielregeln (Version 4.2) definieren, was eine Wette ist: reguläre Spielzeit plus Nachspielzeit, keine Verlängerung oder Penaltyschiessen, ausser wenn das Wettprogramm darauf hinweist. Limits für Einzel- und Kombiwetten liegen bei CHF 1 bis CHF 1’000, Systemwetten bis CHF 10’000. Cash-Out ist online verfügbar, vollständig, ohne Teilauszahlung, ohne Garantie pro Markt. Verlustlimiten und Spielsperre sind im Spielerprofil zu setzen, eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Die Identitätsprüfung bei der Online-Registrierung liest die Daten aus dem hochgeladenen Ausweis und gleicht sie mit Adressdatenbanken ab. Wer in der Romandie wohnt, kann sich hier nicht registrieren — das Vertragsgebiet schliesst das aus. Für Wettende im zugelassenen Gebiet ist Sporttip die Referenz: Gespa-Liste, Schweizer Bewilligung, anerkanntes Sperrregister, Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen. Die Marge variiert je nach Markt; ein ausgeglichener Zwei-Wege-Markt liegt nach der oben dargestellten Rechnung im Bereich von etwa 5 %, Märkte mit vielen Ausgängen darüber.

Loterie Romande Jouez Sport

Loterie Romande ist der zweite Veranstalter, den das Gesetz zulässt, und bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura mit dem Produkt Jouez Sport. Die Aufsicht führt die Gespa; die Bewilligung umfasst die nach BGS erforderliche Veranstalter- und Spielbewilligung. Das Wettprogramm folgt ebenfalls der Gespa-Liste und ist im Radsport inhaltlich vergleichbar mit Sporttip. Wer in Genf oder Lausanne wohnt und online wetten will, landet bei Jouez Sport; eine Registrierung bei Swisslos ist mit derselben Wohnadresse nicht möglich.

Für die Westschweiz ist Jouez Sport die einzige legal zugängliche Option mit Schweizer Bewilligung. Das Unternehmen beschäftigt 221 Mitarbeitende und unterhält 2’350 Verkaufsstellen — ein Vertriebsnetz, das auch für die Annahme und Auszahlung an Verkaufsstellen relevant ist. Die Spielregeln und der Mechanismus folgen dem Schweizer Rahmen, den das BGS und die VGS setzen.

WirWetten

WirWetten ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Eine Lizenz, die nicht in der Schweiz ausgestellt wurde, hat hier keine Wirkung (Art. 4 BGS). Die Marke ist nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, und im Streitfall gibt es keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen und per DNS blockiert werden. Wer bei WirWetten spielt, tut dies ausserhalb des Schweizer Schutzrahmens, mit einer ausländischen Lizenz, deren Regeln am Sitz des Anbieters gelten. Für Radsportwetten heisst das: andere Märkte, andere Limits, andere Quoten, andere Sprache, andere Auszahlungswege.

BC.Game

BC.Game ist ein weiterer ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Der Sitz und die Lizenzierung des Anbieters sind in der Schweiz nicht anerkannt; ein DNS-Block über die Gespa-Sperrliste ist möglich. Für Schweizer Wettende bedeutet das: kein Zugang zum Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg im Konfliktfall. Die Spielregeln und Limits stammen vom Anbieter selbst, nicht aus dem BGS. Wer Radsportwetten bei BC.Game platziert, verzichtet auf den Schutzrahmen, den das BGS den zugelassenen Anbietern auferlegt.

BillyBets

BillyBets ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Marke gehört in die Gruppe derer, die in der Schweiz nicht zugelassen sind und deren Domain von Schweizer Telekomanbietern per DNS blockiert werden kann, wenn die Gespa sie auf die Sperrliste setzt. Die Auszahlungswege und Limits sind Sache des Anbieters, nicht des BGS. Wer dort spielt, hat keine Spielsperre über das Schweizer Register, keine Schweizer Aufsicht über die Quoten oder die Auszahlung, und keine Schweizer Instanz für Streitigkeiten.

Donbet

Donbet gehört ebenfalls in die Gruppe der ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die in der Schweiz geltenden Regeln — Verlustlimiten, Spielsperre, Identitätsprüfung, Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen — greifen hier nicht. Donbet unterliegt den Regeln am eigenen Sitz; in der Schweiz ist die Lizenz wirkungslos. Das Programm an Radsportmärkten ist Angelegenheit des Anbieters, nicht der Gespa-Liste.

bet365

bet365 ist die bekannteste Marke im internationalen Sportwettenmarkt und gehört gleichzeitig zu den Domains, die die Gespa in ihrer Kommunikation als auf der Sperrliste stehend nennt. Die Plattform hat in Grossbritannien, Australien und anderen Märkten eine eigene Lizenz; in der Schweiz ist sie nicht zugelassen, und eine ausländische Lizenz hat nach Art. 4 BGS hier keine Kraft. Für Wettende in der Schweiz heisst das: das Programm und die Quoten stammen vom Anbieter, die Regeln stammen vom Anbieter, und der Schweizer Schutzrahmen greift nicht. Die Marke kann in der Schweiz per DNS blockiert werden, und die Gespa ersetzt blockierte Domains erfahrungsgemäss innert Stunden.

22Bet

22Bet ist ein weiterer ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die in der Schweiz geltenden Regeln greifen nicht: keine Anbindung an das Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg. Wer dort spielt, verlässt den Schutzrahmen, den das BGS den beiden zugelassenen Veranstaltern vorschreibt. Das Radsportangebot ist Angelegenheit des Anbieters.

BetOnRed

BetOnRed gehört in dieselbe Kategorie: ausländisch, ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anbindung an das Schweizer Ausschlussregister. Eine Lizenz, die nicht in der Schweiz ausgestellt ist, hat hier keine Wirkung. Die Spielregeln, Limits und Auszahlungswege stammen vom Anbieter, nicht aus dem BGS.

IviBet

IviBet schliesst die Reihe der ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ab. Die Marke ist in der Schweiz nicht zugelassen, eine DNS-Blockierung ist möglich, und der Schweizer Schutzrahmen greift nicht. Für Wettende in der Schweiz heisst das: keine Anbindung an das Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg, und aus kantonaler Sicht die Frage, wie Gewinne aus einem ausländischen Grossspiel steuerlich behandelt werden — der Thurgau etwa besteuert solche Gewinne unabhängig von der Höhe als Einkommen.

Werbebeschränkungen und Bonusregeln

Werbung für Geldspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 wurden 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt). Bonusbeträge und -bedingungen kommen nur aus den jeweiligen Anbieterbedingungen. Eine zeitliche Werbesperre für bestimmte Tageszeiten existiert im BGS nicht. Promo-Codes werden hier nicht abgedruckt.

Was die Saison 2026 für die Wettentscheidung bedeutet

Der Radsportkalender 2026 ist gespickt mit Grossanlässen, die für Buchmacher zählbar sind: die Grand Tours, die Frühjahrsklassiker, die WorldTour-Eintagesrennen. Was auf der Gespa-Liste steht, ist die Grundlage des Programms bei Sporttip und Jouez Sport; was dort fehlt, fällt aus. Wer in der Schweiz legal auf Radsport wetten will, hat zwei Wege: Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein; Jouez Sport für die Romandie. Beide Wege führen durch die Identitätsprüfung, beide setzen Verlustlimiten voraus, beide bieten Cash-Out als Funktion an, aber nicht als Garantie für jeden Markt.

Wer einen ausländischen Anbieter wählt, verlässt den Schweizer Schutzraum: keine Anbindung an das Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Instanz für Streitigkeiten, kantonale Steuerfragen je nach Wohnsitz unterschiedlich. Die Werbung für solche Angebote ist in der Schweiz verboten; die DNS-Sperrliste kann jederzeit erweitert werden. Die Frage, die am Ende zählt, ist nicht, welcher Anbieter die höchsten Quoten anzeigt, sondern welcher Anbieter den Rahmen hat, in dem ein Konflikt fair gelöst wird und ein selbstgewählter Schutz auch tatsächlich greift.

Häufig gestellte Fragen

Darf in der Schweiz auf Radrennen wie die Tour de France gewettet werden?

Ja, aber nur bei den beiden zugelassenen Veranstaltern — Swisslos Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, Loterie Romande Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Voraussetzung ist ein Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet, Volljährigkeit, keine Spielsperre und eine Online-Registrierung mit Identitätsprüfung. Ausländische Anbieter dürfen in der Schweiz keine Sportwetten anbieten.

Wie lässt sich prüfen, ob Radsport und Etappen- oder Trikotwetten in der Gespa-Liste stehen?

Die Gespa veröffentlicht eine geschlossene Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen; nur was dort steht, darf angeboten werden. Die Liste ist die Grundlage des Wettprogramms von Sporttip und Jouez Sport. Liegt eine Etappen- oder Trikotwette nicht in der Liste, fällt sie aus dem Programm; ein Wunschzettel an den Buchmacher ändert daran nichts.

Worin unterscheiden sich Wetten auf einen Gesamtsieger und auf einen Etappensieg?

Eine Wette auf den Gesamtsieger läuft über drei Wochen, mit Wind, Stürzen, Mannschaftstaktik und Krankheit als ständigen Störgrössen. Die Wahrscheinlichkeits­verteilung verschiebt sich im Rennverlauf; eine Etappenwette läuft über einen Tag mit klar definierten Ausgängen. Beide sind im Programm der zugelassenen Anbieter, sofern die Gespa-Liste sie vorsieht; bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?

Bei einer Quote von 2.10 und einem Einsatz von CHF 10 beträgt die Rückzahlung CHF 21, der Nettogewinn CHF 11. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Beine. Die Marge ist das, was der Buchmacher im Preis zurückbehält: Bei zwei Ausgängen mit Quote 1.90 / 1.90 liegt die Auszahlungsquote bei 95 % und die Marge bei 5 %. Märkte mit mehr Ausgängen tragen eine höhere Marge.

Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den zugelassenen Anbietern?

Bei Swisslos müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, Obergrenze CHF 9’999, für unter 21-Jährige CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Der Zugang kann produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst gesperrt werden, eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Liechtenstein. Eine freiwillige Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.

Was fehlt Wettenden bei Auslandsseiten ohne Schweizer Bewilligung an Schutz?

Ausländische Lizenzen haben in der Schweiz keine Kraft; es gibt keine Anbindung an das Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht und keinen Schweizer Rechtsweg. Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Die Gespa-Sperrliste kann die Domain per DNS blockieren, und die Kantone behandeln Gewinne aus ausländischen Grossspielen je nach Praxis unterschiedlich steuerlich. Wer dort spielt, verlässt den Schutzraum des BGS.

Inhalt erstellt vom Team «europacupwetten»