Wimbledon Wetten in der Schweiz – wer anbieten darf und wie die Quote rechnet
Ladevorgang...
Wer in der Schweiz auf Wimbledon wetten will, hat es mit einem engen Markt zu tun. Nur zwei Veranstalterinnen dürfen hier überhaupt Sportwetten anbieten, und nur die Wettarten, die auf der Gespa-Liste stehen, sind erlaubt. Die Quoten kommen also nicht aus einem internationalen Vergleich, sondern aus einem stark begrenzten Angebot – und genau das verschiebt die Frage von «welcher Buchmacher hat die beste Quote» zu «was darf ich überhaupt setzen, und wie rechnet sich das». Im Fokus stehen das Turnier selbst, die Schweizer Bewilligungslage, die Wettmärkte und die Rechenwege hinter Auszahlung und Marge, dazu die Spielerschutzregeln, die während der langen Rasensaison besonders ins Gewicht fallen.
Stand der Daten: Oktober 19, 2026; geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2) und gegen die Angaben der Gespa.
Spielplan und Rasen: das Turnier als Wettgegenstand
Wimbledon ist das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres und das einzige, das auf Rasen gespielt wird. Die Championships sind seit 1877 in London beheimatet, organisiert vom All England Lawn Tennis and Croquet Club. Für Wettende bedeutet der Rasenbelag zweierlei: die Vorbereitung der Spielerinnen und Spieler ist kürzer als auf Sand, und die Auflage für den eigenen Service ist hoch – Aufschlagverluste werden auf Gras seltener, Breakchancen auf dem eigenen Aufschlag ebenfalls. Das schlägt sich in den Märkten für «Service Hold» oder in der Quote auf einen Tiebreak nieder, ohne dass eine einzelne Zahl darüber entscheidet.

Die Wimbledon Championships 2026 fanden vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 in London statt und waren die 139. Austragung. Im Herreneinzel wiederholte Jannik Sinner seinen Vorjahressieg, im Dameneinzel gewann Linda Nosková den Titel. Wer für 2027 plant, schaut auf das gleiche Zeitfenster: zwei Wochen ab Ende Juni, Herren über drei Gewinnsätze, Damen über zwei, und seit März 2022 einen Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung im Entscheidungssatz. Diese Satzstruktur prägt die Wettmärkte, weil eine Damenpartie im Schnitt zwei Sätze, eine Herrenpartie drei braucht – entsprechend kürzer oder länger ist das Spiel, in dem Livewetten ansetzen.
Turnierdirektor ist seit 2020 Jamie Baker. Wer mit dem AELTC-Quartier oder dem Spielplan arbeitet, hat es also mit einer vergleichsweise stabilen Turnierleitung zu tun. Das hilft bei Wettmärkten, die an Setzlisten, Wildcards und Qualifying hängen, weil sich die Verantwortlichkeiten seltener verschieben.
Bewilligung und Anbieter: wer in der Schweiz überhaupt wetten darf
Die Spielregeln stehen in einem Bundesgesetz: das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) ist seit dem 1. Januar 2019 in Kraft und definiert Sportwetten als Grossspiel. Aufsichtsbehörde ist die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) in Bern, nicht die ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Wer eine ausländische Lizenz vorzeigt – aus Malta, Curaçao, Deutschland –, hat hier keinen Anspruch daraus, denn Art. 4 BGS bindet die Bewilligung an das Inland.

Die Kantone haben in der interkantonalen Vereinbarung von 2019 (IKV 2020) festgelegt, dass es in der Schweiz nur zwei Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten gibt: die Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und die Loterie Romande. Beide sind Genossenschaften, und beide schütten ihre Reingewinne an die Kantone und an die Stiftung Sportförderung Schweiz aus – Swisslos für 2025 zum Beispiel mit insgesamt CHF 562 Mio., davon CHF 56 Mio. an die Stiftung. Die Reingewinnstruktur ist hier nicht Marketing, sondern Konstruktion: was an die öffentliche Hand fliesst, fliesst nicht an einen Aktionär.
Aus dieser Konstruktion folgt auch die Gebietsaufteilung. Sporttip läuft im Vertragsgebiet von Swisslos, das die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein umfasst; Jouez Sport deckt die sechs Westschweizer Kantone ab. Wer ein Online-Konto eröffnen will, muss Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet haben, volljährig sein und sich einmalig mit Ausweis registrieren – Swisslos liest die Daten aus dem hochgeladenen Dokument aus und gleicht sie mit Adressdatenbanken ab. Wer in einem anderen Kanton wohnt, kann sich also nicht bei der Veranstalterin des Nachbarkantons anmelden.
Diese zwei Anbieterinnen sind im Schweizer Markt alles. Eine «Liste weiterer bewilligter Buchmacher» existiert nicht, weil es keine weiteren gibt. Was die Gespa öffentlich führt, ist die Sperrliste – eine DNS-Blockliste ausländischer Domains, die Schweizer Internetprovider umsetzen. Ende 2025 umfasste die Liste 671 Domains. Sie zeigt, welche Anbieter bewusst ausgesperrt werden, und sie ist das Gegenstück zur Bewilligung: hier die zwei erlaubten, dort die gesperrten.
Was auf den Sperrlisten-Plätzen steht, ist trotzdem Teil des Marktes, dem eine Schweizer Spielerin im Alltag begegnet. Anbieter wie ZotaBet, Unibet, Betscore, WirWetten, BetFury, Rollbit, Rabona oder Bruce Bet tragen keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz – gleich aus welchem Land – hat hier keine Wirkung, das ergibt sich aus Art. 4 BGS. Wer dort spielt, ist nicht durch das Schweizer Ausschlussregister geschützt, hat keine Schweizer Rekursmöglichkeit, und Gewinne fallen in die kantonale Steuerpraxis – Thurgau etwa behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als steuerbares Einkommen. Dazu kommt, dass die Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel in der Schweiz verboten ist (Art. 74 Abs. 3 BGS) und mit Busse bis CHF 500’000 bestraft werden kann. Die Beschreibung dieser Anbieter ist deshalb immer eine Beschreibung, keine Empfehlung, und die Sperrlistennähe ist Teil des Bildes, nicht ein Nebensatz.
Spielerschutz: Limiten, Sperren und was während Wimbledon zählt
Die zweiwöchige Rasensaison ist ein Stresstest für jedes Verlustlimit. Wer in einer Sportwoche sonst zwei, drei Wetten platziert, kommt bei Grand-Slam-Dichte leicht auf das Doppelte, und Livewetten am Abend schliessen die Lücke. Hier sind die Verlustlimiten kein Randthema.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999 – für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, und das ist die Frist, die in den Swisslos-Bedingungen steht; das Gesetz selbst schreibt nur 24 Stunden vor. Diese Karenzzeit ist eine Sperre gegen impulsives Hochsetzen, sie hilft in der langen Wimbledon-Woche, in der ein verlorener Favorit schnell den Wunsch nach Aufstockung weckt. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30-Tage-Fenster setzen.
Die Spielsperre funktioniert zweistufig. Wer sich selbst für 1 bis 180 Tage sperrt, kann die Frist nicht vor Ablauf aufheben. Wer eine unbefristete Sperre beantragt, wird in das schweizweite Register eingetragen, und die Sperre gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das Register sorgt dafür, dass eine Selbstsperre bei Swisslos nicht durch einen Wechsel zur Loterie Romande oder in ein Online-Casino umgangen werden kann – die Anbieter sind untereinander vernetzt, und genau das ist der Punkt.
Das Gesetz verlangt von den Veranstalterinnen, dass sie mindestens einen Maximalwert für Einsatz oder Verlust auf täglicher, wöchentlicher oder monatlicher Basis anbieten (Art. 87 VGS). Eine staatlich festgelegte Einzahlungsobergrenze gibt es in der Schweiz nicht – das unterscheidet den Markt etwa von Deutschland mit seinem monatlichen Limit von 1’000 Euro oder von Belgien. Wer höhere Einsätze fahren will, kann das tun, solange die Verlustlimite es zulässt; wer eine harte Obergrenze sucht, muss sie selbst setzen.
Dazu kommt ein aufsichtlicher Befund, der nicht übersehen werden sollte: Die Gespa hat 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt, und in 47,5 % von 200 Versuchen wurde eine Sportwette an Minderjährige verkauft. Wer sich auf die Kontrolle am Schalter verlässt, sollte das nicht tun – die Online-Registrierung mit Ausweisprüfung und Selbstlimit ist der strengere Pfad, und für die meisten Leserinnen und Leser dieses Textes ist sie der einzig gangbare.
Wettmärkte und Quoten: was erlaubt ist und was die Quote rechnet
Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Sie ist die Grundlage dessen, was Sporttip und Jouez Sport anbieten dürfen, und sie ist nicht beliebig erweiterbar. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind in der Schweiz unzulässig. Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe und Ranglistenwetten stehen nur dann zur Verfügung, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind; Eckball- oder Kartenmärkte fehlen ebenso wie ein Esports-Bereich. Diese Liste ist eng, und sie ist der Grund, warum ein Turnier wie Wimbledon nicht mit dem vollen internationalen Wettprogramm bedienbar ist.
Auf der Liste stehen aber die klassischen Tennismärkte. Sieger des Turniers, Matchsieger, Satzwetten, Gamewetten, Handicap, Über/Unter – die Breite ist da, auch wenn das Angebot pro Spiel schmaler ausfällt als bei internationalen Anbietern. Livewetten sind erlaubt, vor Spielbeginn und live, sofern die Veranstalterin über die entsprechende Bewilligung verfügt. Cash-Out ist nicht gesetzlich geregelt; es ist eine Produktfunktion, die jede Veranstalterin für sich ausgestaltet. Sporttip etwa bietet Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor und während des Spiels, aber nur online, nur als vollständiges Cash-Out und ohne Teilauszahlung; die Annahme ist nicht garantiert.
Die Quote selbst rechnet sich nach dem Quotenschlüssel. Bei einer Zweiwegwette – etwa einem Tennis-Match ohne Unentschieden – gilt: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂), und die Marge des Anbieters ist 100 % minus Auszahlungsquote. Wer mit zwei Quoten von 1.90 gegen 1.90 rechnet, kommt auf eine Auszahlungsquote von rund 52,6 % und eine Marge von etwa 47,4 % – das ist eine hohe Marge, im internationalen Vergleich eher am oberen Rand, und ein Hinweis darauf, dass der Markt auf der Liste der erlaubten Wetten begrenzt ist und der Wettbewerb zwischen den Anbietern dadurch klein bleibt. Wer mit Quoten von 1.85 gegen 1.95 rechnet, landet bei einer Auszahlungsquote von etwa 95,9 %, einer Marge von rund 4,1 % – das ist das Niveau, das grosse internationale Anbieter im Pre-Match-Fussball zeigen. Der Unterschied zwischen den beiden Szenarien ist die Marge, die in jeder Wette steckt, und sie ist auf einem engen Markt tendenziell höher, weil das Gegenangebot fehlt. Es ist eine rechnerische Grösse, keine Wertung.
Die Auszahlung einer einzelnen Wette folgt einer einfachen Formel: Gewinn = Einsatz mal Quote. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote, und der Gewinn ergibt sich aus dem Einsatz mal dieser Gesamtquote. Sporttip rundet das Resultat zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen ab – eine kleine Marge, die sich bei häufigem Wetten sammelt, aber pro Wette kaum ins Gewicht fällt.
Die Anbieter im Überblick
Die folgende Übersicht vergleicht die Schweizer Veranstalterinnen mit den ausländischen Anbietern, die im Schweizer Alltag sichtbar sind, aber keine Bewilligung haben. Die Spalte zur Bewilligung folgt der Rechtslage; die Spalte zur Organisation nennt die Veranstalterin oder den Sitz, soweit er belegt ist. Wer eine Auswahl trifft, sollte das vor der Anmeldung mit dem eigenen Kanton abgleichen.
| Anbieter | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalterin / Sitz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligt (Veranstalter- und Spielbewilligung, BGS) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligt (Veranstalter- und Spielbewilligung, BGS) | Loterie Romande, Lausanne |
| ZotaBet | Keine Schweizer Bewilligung | Ohne Schweizer Bewilligung |
| Unibet | Keine Schweizer Bewilligung | Ohne Schweizer Bewilligung |
| Betscore | Keine Schweizer Bewilligung | Ohne Schweizer Bewilligung |
| WirWetten | Keine Schweizer Bewilligung | Ohne Schweizer Bewilligung |
| BetFury | Keine Schweizer Bewilligung | Ohne Schweizer Bewilligung |
| Rollbit | Keine Schweizer Bewilligung | Ohne Schweizer Bewilligung |
| Rabona | Keine Schweizer Bewilligung | Ohne Schweizer Bewilligung |
| Bruce Bet | Keine Schweizer Bewilligung | Ohne Schweizer Bewilligung |
Diese Tabelle ist keine Empfehlung. Sie zeigt, wer überhaupt in den Kreis der bewilligten Anbieter fällt – und das sind genau zwei. Die anderen neun sind aus Sicht des Schweizer Rechts ohne Bewilligung; eine ausländische Lizenz ersetzt die Schweizer nicht. Wer trotzdem dort spielt, hat weder den Schutz des Ausschlussregisters noch einen Schweizer Rekursweg; die Sperrliste der Gespa kann die Domains zudem jederzeit blockieren, und DNS-Blockaden werden innerhalb von Stunden nachgezogen, wenn Anbieter den Wechsel versuchen.
Swisslos Sporttip: das eine Schweizer Angebot für die Deutschschweiz
Swisslos führt das Sportwettengeschäft unter dem Produktnamen Sporttip. Die Genossenschaft sitzt in Basel, die Bewilligung deckt das Vertragsgebiet mit den Deutschschweizer Kantonen, dem Tessin und dem Fürstentum Liechtenstein ab. Wer dort wohnt und volljährig ist, kann sich online registrieren, die Identität wird per Ausweis verifiziert. Die Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden, und sie sind ab CHF 1’000 pro Person unter 21 Jahren deutlich enger als ab 21.
Das Wettprogramm folgt der Gespa-Liste. Wer auf Wimbledon setzen will, findet den Turniersieger, die Matchsieger, die Satzmärkte und die Livewetten während der Partien. Cash-Out funktioniert online, vollständig und ohne Teilauszahlung – das heisst, der angebotene Betrag ist in der Regel tiefer als der mögliche Gewinn bei vollem Ablauf, und Swisslos behält sich vor, Cash-Out nicht für jeden Markt anzubieten. Bei einem vorzeitigen Ausstieg gilt das als vollzogener Verkauf, eine Rückabwicklung ist nicht möglich. Quotenboosts und Profitboosts sind online nutzbar, pro Person einmal pro Aktion und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei Cash-Out verfällt der Boost. Kombiboost erhöht den Nettogewinn ab vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 – 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen, alles online, Prematch und live.
Einsatzgrenzen setzt Swisslos in den Spielregeln: CHF 1 Mindesteinsatz für Einzel- und Kombiwetten, CHF 1’000 Höchsteinsatz für Einzel- oder Kombiwetten, CHF 10’000 für Systemwetten. Diese Werte sind keine Schutzschranke, sondern Spielregel – die Verlustlimite ist daneben weiterhin das, was die eigene Ausgabenbremse setzt. Die reguläre Spielzeit ist definiert als reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; bei Tennis ist das in der Regel das, was auf dem Platz stattfindet, und ein Walkover oder eine Verletzungsaufgabe hat eigene Regeln.
Wer Sporttip wählt, bekommt das vollumfängliche Schweizer Paket: Bewilligung, Ausschlussregister, identitätsgeprüftes Konto, festgelegte Verlustlimiten und ein Wettprogramm innerhalb der Gespa-Liste. Wer ausserhalb des Vertragsgebiets wohnt, bekommt kein Konto. Für Spielerinnen und Spieler in der Deutschschweiz ist das die Standardwahl.
Loterie Romande Jouez Sport: das Schweizer Pendant für die Westschweiz
Die Loterie Romande führt das Produkt Jouez Sport für die sechs Französisch sprechenden Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie hat ihren Sitz faktisch in Lausanne (Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne), 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Auch hier gilt: nur wer im Vertragsgebiet wohnt und volljährig ist, bekommt ein Online-Konto, und die Bewilligung folgt dem BGS unter Aufsicht der Gespa.
Das Wettprogramm entspricht strukturell dem von Sporttip, weil beide an die gleiche Liste der erlaubten Wettarten gebunden sind. Beim Tennis heisst das: Turniersieger, Matchsieger, Satzmärkte, Livewetten, dazu die übliche Cash-Out-Logik, wie sie Jouez Sport ausgestaltet. Wer in der Westschweiz wohnt, hat mit Jouez Sport denselben Schutzrahmen wie mit Sporttip in der Deutschschweiz: Verlustlimiten, Spielsperre, Ausschlussregister, identitätsgeprüftes Konto, Auszahlung auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers.
Was die Loterie Romande von einem internationalen Anbieter unterscheidet, ist nicht das Wettprogramm im Detail, sondern der gesamte Schutzrahmen: keine anonymen Auszahlungen, kein Kredit an Spielende, Werbung nur im Rahmen von Art. 74 BGS, Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel im Schweizer Markt verboten. Für Spielerinnen und Spieler in der Romandie ist Jouez Sport die Standardwahl – nicht aus Mangel an Alternativen im Internet, sondern aus Mangel an bewilligten Alternativen in der Schweiz.
Ausländische Anbieter: ZotaBet, Unibet, Betscore, WirWetten, BetFury, Rollbit, Rabona, Bruce Bet
Diese acht Anbieter sind hier aufgeführt, weil sie im Alltag einer Schweizer Spielerin vorkommen – über Werbung, über Links, über Empfehlungen. Keiner von ihnen hat eine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz – gleich aus welchem Land – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer dort ein Konto eröffnet, spielt ausserhalb des Schweizer Schutzrahmens: keine Verlustlimiten-Pflicht nach Art. 87 VGS, keine Anbindung an das schweizweite Ausschlussregister, keine Schweizer Rekursstelle, keine Pflicht zur Auszahlung auf ein Konto im Namen des Spielenden.
Die praktischen Folgen sind klar. Im Streitfall greift das Recht der Lizenz, nicht das Schweizer Recht. Gewinne ausländischer Anbieter unterliegen in den meisten Kantonen der Einkommenssteuer; Thurgau etwa behandelt sie unabhängig vom Betrag als steuerbares Einkommen. Die Gespa führt eine Sperrliste, die Schweizer Internetprovider per DNS umsetzen, und diese Liste wird laufend erweitert – der Versuch, durch Domain-Wechsel der Blockade zu entgehen, wird innerhalb von Stunden nachgezogen. Werbung für diese Anbieter ist in der Schweiz verboten und kann mit einer Busse bis CHF 500’000 bestraft werden; die Spielenden selbst werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.
Die Sperrliste ist kein theoretisches Konstrukt. Ende 2025 umfasste sie 671 Domains, und der Verband Interwetten/Bet-at-Home oder der grosse Anbieter bet365 sind namentlich als blockiert oder blockierungsrelevant aufgeführt. Wer trotzdem spielt, sollte wissen, dass der Zugang technisch jederzeit unterbrochen werden kann, dass Guthaben bei einer Blockade nicht zwingend zurückerstattet werden und dass das Schweizer Schutznetz nicht greift. Die Verlockung eines höheren Bonus oder einer grösseren Quotenbreite steht gegen den Wegfall jedes Sicherungsmechanismus, der in der Schweiz selbstverständlich ist.
Quoten, Marge und Auszahlung: wie die Rechnung wirklich geht
Die Quote auf einem Markt ist das eine, die Marge das andere. Eine Quote von 1.90 gegen 1.90 klingt fair, weil sie nah an der «fünfzig-fünfzig»-Linie liegt. Die Auszahlungsquote, also der Anteil der Einsätze, der im Schnitt an die Spielenden zurückfliesst, liegt in diesem Fall bei 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ 1,0526 = 0,9499 – also etwa 95 %, und die Marge ist die Differenz zu 100 %, also rund 5,1 %. Bei einem Markt mit Quoten 1.85/1.95 landet man rechnerisch bei etwa 4,1 % Marge; bei 1.90/1.90 (ohne die Gegenrechnung) ist es dasselbe Bild. Setzt man die Quoten 1.80/2.00, liegt die Marge schon bei etwa 5,3 %.
Diese Spanne – 4 bis 6 % – ist typisch für grosse internationale Anbieter auf gut bespielten Märkten. Im Schweizer Markt ist sie tendenziell höher, weil die Liste der erlaubten Wetten eng ist und der Wettbewerb zwischen den Anbieterinnen klein. Wer die Quote eines Schweizer Markts mit der Quote eines internationalen Anbieters vergleicht, sieht den Unterschied in der Marge, nicht in der «Gunst» der einzelnen Zahl. Die einzelne Quote ist eine Information über das wahrscheinliche Ergebnis, die Marge ist eine Information darüber, was der Anbieter im Schnitt behält.
Bei einer Mehrwegwette, etwa der Siegerwette auf das Turnier, ist die Marge höher, weil viele Ausgänge abgedeckt werden müssen. Die Rechnung ist die gleiche: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/Q₁ + 1/Q₂ + … + 1/Qₙ), Marge = 1 minus Auszahlungsquote. Bei 16 Spielern mit Quoten zwischen 4 und 20 liegt die Marge oft zwischen 25 und 35 %, in einigen Konstellationen auch darüber. Das ist kein Betrug, das ist die Struktur eines Markts mit vielen Ausgängen.
Die Auszahlung folgt einer einfachen Mechanik. Einzelwette: Gewinn = Einsatz × Quote. Kombiwette: Gewinn = Einsatz × (Quote₁ × Quote₂ × …). Der Gesamtgewinn ist Einsatz plus Nettogewinn, also Einsatz × Quote. Bei einer Kombiwette mit vier Quoten von 1.50, 1.80, 2.10 und 1.65 ergibt sich eine Gesamtquote von 1.50 × 1.80 × 2.10 × 1.65 = 9,34, und ein Einsatz von CHF 10 bringt einen Gewinn von CHF 93,40. Swisslos rundet nach der Multiplikation auf zwei Nachkommastellen und dann auf 5 Rappen ab, also CHF 93,40 in diesem Fall. Bei grösseren Quoten oder längeren Kombinationen kann der Abrundungseffekt pro Wette ein paar Rappen ausmachen, im Jahreslauf sammelt sich das, aber es ist kein Posten, der die Wahl des Anbieters entscheidet.
Was in der Auszahlung nicht steckt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Wette gewinnt. Die Quote ist eine Einschätzung, kein Versprechen. Eine Wette mit Quote 5.00 gewinnt im Schnitt einmal aus fünf Versuchen – entsprechend liegt der erwartete Gewinn pro Versuch bei rund 1.00, also auf dem Niveau des Einsatzes. Wer das nicht im Kopf hat, sieht den «grossen Gewinn» und übersieht die Wahrscheinlichkeit. Die Quote und die Marge sind das eine, die Trefferquote das andere, und sie multiplizieren sich zur erwarteten Auszahlung.
Livewetten und Cash-Out: das schnelle Spiel während des Matches
Livewetten auf Tennis sind in der Schweiz erlaubt, sofern die Veranstalterin die Bewilligung dafür hat. Die Quote ändert sich mit dem Spielstand, oft im Sekundentakt bei Service-Games. Ein Break verändert die implizierte Wahrscheinlichkeit und damit die Quote auf den Matchsieg, auf den nächsten Satz, auf die Anzahl Games. Wer live setzt, setzt gegen eine Quote, die der Anbieter im laufenden Spiel gesetzt hat, und diese Quote enthält die Marge des Anbieters, einen möglichen Zeitpuffer und die Einschätzung der Buchmacher zum Restwert des Spiels.
Sporttip wertet Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintritt des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00 – das heisst, sie werden als verloren gewertet, der Einsatz wird zurückerstattet. Das ist eine Schutzregel gegen verspätete Wetten, und sie ist im Gesetz nicht zwingend, aber in den Spielregeln verankert. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter im Fussball, Rote Karte, Videobeweis – kann der Anbieter Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten, was den Spielraum des Anbieters zeigt, aber auch das Risiko für die Spielende, im falschen Moment zu klicken.
Cash-Out ist das Gegenstück zur offenen Wette. Wer mitten im Match aussteigen will, kann einen angebotenen Betrag annehmen, der unter dem möglichen Gewinn bei vollem Ablauf liegt. Sporttip bietet Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, nur online, nur als vollständiges Cash-Out, nicht garantiert für jeden Markt und nicht rückgängig zu machen. Der angebotene Betrag hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann vom Anbieter jederzeit geändert werden. Bei einem Cash-Out verfällt ein aktiver Quotenboost oder Profitboost, und ein Kombiboost wird nicht ausbezahlt, wenn die Wette vor dem Ende geschlossen wird.
Wer in der Wimbledon-Woche abends live wetten will, hat es also mit einer Quote zu tun, die sich schnell bewegt, mit einem Cash-Out, der jederzeit verschwinden kann, und mit Verlustlimiten, die für den Tag, die Woche und den Monat getrennt greifen. Die Kombination «lange Turnierwoche, schnelle Quoten, leichtfertiger Klick» ist der klassische Fall, in dem das Verlustlimit den Abend rettet. Wer die Limite vor Turnierbeginn setzt – und sie nicht nachschiebt –, hat die Disziplin, die bei zwei Wochen Hochfrequenzwetten den Unterschied macht.
Steuern und Auszahlung: was vom Gewinn übrig bleibt
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Der Bund setzt die Schwelle ab dem 1.1.2026 auf CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag sie bei CHF 1’070’400. Über dieser Schwelle zieht die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Die Kantone haben eigene Schwellen, deshalb gilt die Formel «je nach Kanton», nie eine einzelne kantonale Zahl. Für die allermeisten Wettenden liegt der Gewinn unter der Schwelle, entsprechend fallen weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an.
Anders liegt der Fall bei Gewinnen aus nicht bewilligten Anbietern. Die Verrechnungssteuer ist hier kein Thema, weil der Anbieter sie nicht abzieht, aber die kantonale Einkommenssteuer greift: Thurgau etwa behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als steuerbares Einkommen, andere Kantone kennen Freibeträge. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, sollte die kantonale Praxis kennen, bevor ein Gewinn eingeht – die nachträgliche Deklaration ist unbequem.
Die Auszahlung selbst läuft auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen und Kryptowährungen sind im bewilligten Markt nicht vorgesehen, und Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Wer eine Auszahlung auf ein Konto verlangt, das nicht auf den eigenen Namen läuft, bekommt sie nicht. Das ist kein Bonus-Block, sondern eine Spielregel des Schweizer Rahmens, und sie gehört zu den Punkten, die ausländische Anbieter nicht abbilden.
Wer darf setzen, und wer nicht: Altersgrenze, Identität und ein Konto pro Person
Sporttip und Jouez Sport setzen die Altersgrenze bei 18 Jahren, das Gesetz ebenso (Art. 72 BGS). Wer unter 18 ist, ist von der Teilnahme ausgeschlossen, und die Registrierung mit Ausweisprüfung schliesst Minderjährige systematisch aus. Ein Konto pro Person ist die Regel, doppelte Registrierungen werden abgelehnt. Wer als Wettkämpferin oder Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, das Gegenstand der Wette ist, darf auf dieses Ereignis nicht setzen – das schliesst zum Beispiel Spielerinnen und Spieler aus, die im Hauptfeld eines Grand Slams stehen.
Die Verlustlimite muss vor der ersten Wette stehen, nicht nach. Das ist eine Schutzregel: wer sich zuerst anmeldet und dann mit dem Setzen beginnt, hat die Limite bereits gesetzt, und sie gilt für die ersten 24 Stunden, bevor sie erhöht werden kann – bei Swisslos und Loterie Romande sind es 72 Stunden, weil die eigenen Spielregeln über das gesetzliche Minimum hinausgehen. Die Selbstsperre ist auf 1 bis 180 Tage begrenzt; wer länger braucht, beantragt eine unbefristete Sperre, und die wird im schweizweiten Register eingetragen.
Werbe- und Bonusregeln: was Anbieter dürfen und was sie nicht dürfen
Werbung für Glücksspiel darf in der Schweiz nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3), und Verstösse können mit Bussen bis CHF 500’000 geahndet werden (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). Im Jahr 2025 hat die Gespa der Loterie Romande 24 und Swisslos 8 solche Bewilligungen erteilt. Was die Veranstalterinnen an Bonus und Aktionen anbieten, ist also nicht frei gestaltbar, sondern vorgängig von der Aufsicht geprüft.
Quotenboosts, Profitboosts und der Kombiboost von Sporttip sind alle an klare Regeln gebunden. Quotenboosts gelten nur online, prematch, für Einzelwetten auf eine Voraussage, sind pro Person einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Ereignisses um einen angegebenen Prozentsatz, sind ebenfalls einmal pro Person nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost, und der Gewinn wird ohne Boost ausbezahlt. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 und schlägt mit 5 %, 20 %, 40 % oder 100 % Bonus auf den Nettogewinn zu Buche, je nach Anzahl Voraussagen – vier, sieben, zehn oder fünfzehn.
Wer mit Boost spielt, sollte die Einsatz- und Erhöhungslimiten kennen, weil der ausgewiesene Bonus auf einer Annahme beruht, die in den Bedingungen steht. Ein Boost, der mit Quote 1.50 gerade noch spielt, ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein anderer als einer, der mit Quote 1.80 läuft, und die Marge, die der Anbieter auf dem Markt einkalkuliert, wird durch den Boost nicht aufgehoben. Der Boost verschiebt die Marge zugunsten der Spielenden, aber er hebt sie nicht auf.
Was bei einer Stornierung, einem Spielabbruch und einer verspäteten Wette passiert
Die reguläre Spielzeit im Sinne der Sporttip-Regeln ist die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Bei Fussball wären das 90 Minuten plus Nachspielzeit; bei Tennis ist die reguläre Spieldauer das, was auf dem Platz stattfindet, inklusive Tiebreak und Match-Tiebreak. Verlängerung oder Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind – bei Tennis ist das in der Regel nicht relevant, weil es keine Verlängerung gibt.
Spielabbruch und Wiederaufnahme sind eigene Regelungspunkte. Wird ein Match beim Stand von 1:1 in Sätzen abgebrochen und am nächsten Tag fortgesetzt, ist die Wette in der Regel noch offen, weil die reguläre Spielzeit im Sinne des Anbieters noch läuft. Wird das Match nicht fortgesetzt, hängt die Auswertung vom Markt ab: Turniersieger wird in der Regel nach der ursprünglichen Auslosung gewertet, Matchsieger nach dem letzten vollständig gespielten Satz. Das ist keine einheitliche internationale Logik, sondern eine Anbieterregel, und sie steht in den Spielregeln, nicht im Gesetz.
Verspätete Wetten sind in den Spielregeln adressiert. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintritt des Wettausgangs platziert werden, wertet Sporttip mit Quote 1.00 – das heisst, der Einsatz wird zurückerstattet, ein Gewinn entsteht nicht. Das gilt auch für spielentscheidende Situationen, in denen Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten kann. Wer in einem Wimbledon-Match live auf den nächsten Punkt wettet, hat also eine kleine Schutzkante: wenn die Wette zu spät kommt, ist der Einsatz weg, aber nicht verloren.
Welche Wettarten auf der Gespa-Liste stehen
Die Gespa-Liste ist die Grundlage des Schweizer Wettangebots, und sie ist nicht beliebig erweiterbar. Sie enthält Tennismärkte für Grand Slams, ATP- und WTA-Turniere sowie ausgewählte Davis-Cup- und Billie-Jean-King-Cup-Spiele. Was genau auf der Liste steht, ändert sich mit den Versionen, und die jeweils aktuelle Version ist auf der Gespa-Website abrufbar. Wer eine Wette platzieren will, die nicht auf der Liste steht, bekommt sie nicht angeboten.
Was auf der Liste nicht steht, ist ebenso wichtig. Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind in der Schweiz unzulässig. Qualifikationsrunden sind nur dann verfügbar, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind; Frauenwettbewerbe ebenso. Ranglistenwetten gibt es nur, wenn die Rangliste über die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Es gibt keine Eckball- oder Kartenmärkte im Fussball und keinen Esports-Bereich. Diese Liste ist eng, und sie ist der Grund, warum ein Turnier wie Wimbledon nicht mit dem vollen internationalen Wettprogramm bedienbar ist.
Die Wettarten, die auf der Liste stehen, folgen dem üblichen Tennis-Vokabular. Sieger des Turniers, Sieger des Matches, Sieger des Satzes, Handicap auf den Satz, Über/Unter auf die Anzahl Games, exaktes Resultat nach Sätzen, Tiebreak ja/nein, Erstaufschlagverlust ja/nein. Die Livewetten während eines Matches bauen auf dieser Grundlage auf und sind erlaubt, sofern die Veranstalterin die entsprechende Bewilligung hat.
Wettquoten: was sie über die Chancen sagen und was nicht
Die Quote auf einen Spieler ist eine Aussage über die implizierte Wahrscheinlichkeit, dass er gewinnt. Eine Quote von 2.00 entspricht 50 % implizierter Wahrscheinlichkeit, eine Quote von 4.00 entspricht 25 %, eine Quote von 1.50 entspricht 66,7 %. Die Umrechnung ist 1/Quote, vorausgesetzt, man rechnet die Marge heraus. Im Zweifel ist die Marge die Differenz zwischen 100 % und der Summe der 1/Quote-Werte aller Ausgänge.
Diese Mechanik hat zwei Konsequenzen. Erstens: eine «faire» Quote gibt es nicht, weil die Marge immer eingepreist ist. Eine Quote von 2.00 entspricht in einem Markt mit 5 % Marge nicht 50 %, sondern etwas weniger, weil die implizierten Wahrscheinlichkeiten über 100 % summen. Zweitens: Quotenschwankungen sind ein Signal, kein Versprechen. Wenn die Quote auf einen Spieler von 2.50 auf 2.20 fällt, sagt der Markt, dass die Siegchance höher eingeschätzt wird – das kann eine Reaktion auf eine Verletzung des Gegners sein, auf Wetterbedingungen, auf den Wettmarkt selbst, auf Nachrichten. Es ist eine Information, keine Garantie.
Wettquoten sind also Indikatoren, keine Prognosen. Wer die Quote liest, liest die Einschätzung des Markts zu einem bestimmten Zeitpunkt, nicht das Ergebnis des Matches. Wer die Quote über die Zeit verfolgt, sieht, wie der Markt die Chancen verschiebt, und kann daraus eigene Schlüsse ziehen – aber er kann nicht aus der Quote ableiten, was passieren wird. Die Quote ist ein Werkzeug, kein Orakel.
Steuern konkret: Freibetrag, Verrechnungssteuer und die kantonale Praxis
Die einkommensteuerfreie Schwelle pro Einzelgewinn liegt beim Bund ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 bei CHF 1’070’400. Die Kantone haben eigene Schwellen, die höher oder tiefer liegen können. Wer unter der Schwelle bleibt, zahlt auf den Wettgewinn weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer; wer über der Schwelle liegt, zahlt 35 % Verrechnungssteuer, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Die Veranstalterin zieht die Verrechnungssteuer direkt ab, der Spielende erhält den Nettobetrag und deklariert den Gewinn in der Steuererklärung.
Bei Gewinnen aus nicht bewilligten Anbietern ist die Logik eine andere. Die Verrechnungssteuer gibt es hier nicht, weil der ausländische Anbieter sie nicht abzieht, aber die kantonale Einkommenssteuer greift. Thurgau etwa behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als steuerbares Einkommen, in anderen Kantonen gibt es Freibeträge. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, sollte die kantonale Praxis vor dem Gewinn kennen, weil die nachträgliche Korrektur in der Steuererklärung mühsam ist. Die Faustregel: je nach Kanton, und im Zweifel die kantonale Steuerverwaltung oder einen Steuerberater fragen.
Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz. Wer 5,3 % vom Einsatz abgezogen bekommt, hat es mit einer ausländischen Regelung zu tun, nicht mit der Schweizer. Die Schweiz kennt diese Steuer nicht.
Auszahlungswege und Zahlungsmittel: was bei Sporttip und Jouez Sport möglich ist
Die Auszahlung läuft auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen, Krypto-Auszahlungen und Auszahlungen auf Drittkonten sind nicht möglich. Welche Zahlungsmittel konkret akzeptiert werden, ist Sache der Veranstalterin und steht in deren Bedingungen. Wer eine Auszahlung auf ein Bankkonto, eine PostFinance-Karte oder eine vergleichbare Schweizer Zahlungsoption wünscht, findet die Liste in den Spielregeln.
Die Schweizer Veranstalterinnen bieten keine Einzahlungen mit Kreditkarten, die einen Kreditrahmen auslösen, und keine Kredite an Spielende (Art. 75 Abs. 1 BGS). Wer mit Kreditkarte einzahlt, hat eine Debitkarte gemeint, nicht eine echte Kreditkarte mit Rahmen. Krypto ist im bewilligten Markt nicht vorgesehen, und wer mit Bitcoin oder Ether einzahlen will, hat im Schweizer bewilligten Markt keine Anlaufstelle.
Ausländische Anbieter bieten oft breitere Zahlungswege an, darunter Krypto, E-Wallets, internationale Karten. Das ist ein Unterschied im Produkt, aber auch ein Unterschied im Schutz: wer bei einem ausländischen Anbieter mit Karte einzahlt, hat im Streitfall mit dem Anbieter und seinem Lizenzrecht zu tun, nicht mit dem Schweizer Recht. Die Auszahlung erfolgt nach den Regeln des Anbieters, und die Regeln sind nicht durch die Gespa prüfbar.
Welche Märkte und Wettquoten bei Wimbledon typisch sind
Bei Wimbledon sind die üblichen Märkte verfügbar. Turniersieger, Matchsieger, Sieger des Satzes, Handicap auf den Satz, Über/Unter auf die Anzahl Games, Tiebreak im Match, Tiebreak im Satz, Erstaufschlagverlust, exaktes Resultat nach Sätzen. Bei den Damen sind Wetten auf zwei Sätze besonders verbreitet, weil das Format kürzer ist; bei den Herren sind Drei-Satz-Wetten und Fünf-Satz-Wetten der Standard.
Die Quoten werden vor Turnierbeginn gesetzt und während des Turniers laufend angepasst. Bei einem klaren Favoriten wie Jannik Sinner im Herreneinzel 2026 lag die Quote vor Turnierbeginn im niedrigen einstelligen Bereich; bei Spielerinnen und Spielern, die in der ersten Runde ausschieden, schossen die Quoten auf über 100, oft auf 200 oder höher, weil die implizierte Wahrscheinlichkeit gegen null tendiert. Wer auf einen Aussenseiter setzt, setzt auf eine kleine Chance und einen grossen Gewinn – das ist die Mechanik, die das Turnier für viele Wettende interessant macht.
Auf der Gespa-Liste stehen die grossen Märkte. Was nicht auf der Liste steht, ist im Schweizer bewilligten Markt nicht verfügbar. Wer auf Wimbledon wetten will, sollte vor dem Setzen prüfen, ob der gewünschte Markt auf der Liste steht und ob die Veranstalterin ihn im aktuellen Wettprogramm führt. Eine Quote, die im internationalen Vergleich verfügbar ist, heisst nicht, dass sie in der Schweiz verfügbar ist.
Livewetten auf Tennis: Geschwindigkeit, Quoten und Zeitfenster
Livewetten auf Tennis sind ein eigenes Feld. Die Quote bewegt sich mit dem Spielstand, oft im Sekundentakt, und ein Break im Aufschlagspiel verändert die implizierte Wahrscheinlichkeit auf den Matchsieg messbar. Wer live setzt, setzt mit einer Quote, die der Anbieter im laufenden Spiel gesetzt hat, und die Marge ist im Markt eingeprechnet.
Das Zeitfenster für eine Livewette ist kurz. Bei einem Service-Game vergehen zwischen zwei Ballwechseln wenige Sekunden; die Quote auf den nächsten Punkt, das nächste Game oder den nächsten Satz ändert sich entsprechend schnell. Wer in diesem Zeitfenster klickt, sollte die Quote gesehen haben, bevor er klickt, und sollte wissen, dass die Wette nach dem Klick fixiert ist. Eine verspätete Wette, die nach dem Eintritt des Wettausgangs platziert wird, wertet Sporttip mit Quote 1.00 – der Einsatz wird zurückerstattet, ein Gewinn entsteht nicht.
Wer Livewetten mit Cash-Out kombiniert, hat die Möglichkeit, vor dem Ende des Matches auszusteigen. Der angebotene Betrag ist in der Regel tiefer als der mögliche Gewinn bei vollem Ablauf, und er hängt vom Spielstand und der verbleibenden Zeit ab. Cash-Out ist bei Sporttip nur online und nur als vollständiges Cash-Out verfügbar; eine Teilauszahlung gibt es nicht. Der angebotene Betrag kann vom Anbieter jederzeit geändert werden, und eine Garantie für jeden Markt gibt es nicht.
Verantwortung und Hilfe: was bei Problemen zu tun ist
Die Spielsperre ist der wichtigste Hebel. Wer sich selbst für 1 bis 180 Tage sperrt, kann die Frist nicht vor Ablauf aufheben, und wer eine unbefristete Sperre beantragt, wird im schweizweiten Register eingetragen. Das Register sorgt dafür, dass eine Selbstsperre bei Sporttip nicht durch einen Wechsel zu Jouez Sport oder in ein Online-Casino umgangen werden kann, und es gilt auch im Fürstentum Liechtenstein. Die Sperre ist eine Schutzmassnahme, kein Zeichen von Schwäche.
Wer finanzielle Probleme hat, sollte die Verlustlimite senken. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, und wer merkt, dass die Disposition kippt, hat mit der Senkung ein Werkzeug, das sofort wirkt. Die Limite ist kein Ersatz für eine Sperre, aber sie ist ein guter erster Schritt.
Bei Anzeichen von Spielsucht helfen spezialisierte Stellen. Die Fachstelle für Suchtfragen der Kantone, die Anlaufstellen der Veranstalterinnen und die Gespa selbst bieten Beratung und Vermittlung in therapeutische Angebote. Wer sich nicht sicher ist, ob das eigene Spielverhalten noch im Rahmen ist, sollte das prüfen, bevor es eskaliert. Die Spielsperre lässt sich jederzeit beantragen, das Register trägt den Eintrag, und die Anonymität ist gewahrt.
Häufige Fragen zu Wimbledon Wetten in der Schweiz
Wann fanden die Wimbledon Championships 2026 statt, und auf welchem Belag wird gespielt?
Die Wimbledon Championships 2026 liefen vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 in London, es war die 139. Austragung. Gespielt wird auf Rasen, dem einzigen Grand-Slam-Belag dieser Art. Das Herreneinzel gewann Jannik Sinner, der seinen Vorjahressieg wiederholte; das Dameneinzel entschied Linda Nosková für sich. Die nächste Ausgabe folgt 2027, wieder ab Ende Juni über zwei Wochen.
Wer darf in der Schweiz Wetten auf Wimbledon anbieten, und welche Wettarten stehen auf der Gespa-Liste?
In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport Sportwetten anbieten, beide unter Aufsicht der Gespa. Welche Wettarten verfügbar sind, regelt die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten; was dort nicht steht, ist im bewilligten Markt nicht verfügbar, einschliesslich Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows.
Wie unterscheiden sich Herren- und Damenturnier bei der Satzzahl, und was bedeutet das für Satz- und Matchwetten?
Die Herren spielen auf drei Gewinnsätze, die Damen auf zwei. Entsprechend ist eine Herrenpartie im Schnitt länger als eine Damenpartie, und die Märkte für Satzwetten, Tiebreak und Anzahl Games sind unterschiedlich kalibriert. Seit März 2022 gibt es im Entscheidungssatz einen Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung.
Wie wird die Auszahlung einer Tenniswette aus Einsatz und Quote berechnet, und was ist die Marge des Anbieters?
Die Auszahlung folgt Einsatz mal Quote, bei Kombiwetten multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote. Die Marge des Anbieters ist die Differenz zwischen 100 % und der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Markts. Bei 1.90 gegen 1.90 ergibt sich rechnerisch eine Marge von rund 5 %, bei 1.85/1.95 etwa 4 %, bei 1.80/2.00 etwa 5 %.
Was gilt bei Livewetten auf Tennis, und wie schnell ändern sich Quoten während eines Spiels?
Livewetten auf Tennis sind in der Schweiz erlaubt, sofern die Veranstalterin die Bewilligung hat. Die Quote ändert sich mit dem Spielstand, oft im Sekundentakt, besonders im Aufschlagspiel. Verspätete Wetten, die nach dem Eintritt des Wettausgangs platziert werden, wertet Sporttip mit Quote 1.00. Cash-Out ist online verfügbar, nur als vollständiges Cash-Out und nicht garantiert.
Wie wirken sich Verlustlimiten und die Spielsperre auf Wetten während der Turnierwochen aus?
Vor der ersten Wette müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die Spielsperre ist für 1 bis 180 Tage möglich und gilt schweizweit, einschliesslich Casinos und Liechtenstein. Wer die Limite vor Turnierbeginn setzt, hat die Disziplin für zwei Wochen Hochfrequenz.
Tennis – europacupwetten
Inhalt erstellt vom Team «europacupwetten»
